Neuigkeiten aus dem Chiropraktor-Haus Hamburg2016-12-21T10:11:39+01:00

Neuigkeiten aus dem Chiropraktor-Haus Hamburg

Was ist eigentlich ein Schleudertrauma? Und wie sollte es behandelt werden?

Der Begriff „Schleudertrauma“ wird in der Umgangssprache verwendet für eine Halswirbelsäulendistorsion [distorsion (lateinisch)= Verrenkung, Verstauchung].

Was sind die Ursachen für ein Schleudertrauma?

Ein Schleudertraum wird dadurch ausgelöst, dass sich der Kopf ruckartig nach vorne oder hinten bewegt und sich der Rumpf nicht mitbewegt. Die häufigste Ursache für ein Schleudertrauma ist ein Auffahrunfall. Wird der Kopf durch einen harten Aufprall erst nach hinten geschleudert, spricht man von Hyperextensionstrauma [hyper (lateinisch) = übermäßig, extension (lateinisch) = Streckung, Dehnung, trauma (griechisch) = Verletzung]. Wird der Kopf zuerst nach vorne geschleudert, sprechen Mediziner von Hyperflexionstrauma [flexion (lateinisch)= Beugung]. Eine übermäßige Dehnung oder eine übermäßige Beugung, die ruckartig erfolgt, kann zu verschiedenen negativen Folgen für die Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven, Blutgefäße und Knochen führen. Typischerweise führt ein Schleudertrauma zu Gelenkblockaden in der Halswirbelsäule. Je nach Schweregrad der Verletzungen wird ein Schleudertrauma in verschiedene Schweregrade eingeteilt.

Welche Symptome gehen typischerweise mit einem Schleudertrauma einher?

Typische Symptome bei einem Schleudertrauma sind Kopfschmerzen, Schwindel, Empfindungsstörungen und Bewegungseinschränkungen. Bewegungseinschränkungen können beispielsweise ein „steifer Nacken“ sein, das heißt die betroffene Person kann den Kopf nur noch leicht drehen. In der aktuen Phase kann es auch zu Sehstörungen, ausgeprägter Müdigkeit und Unwohlsein kommen.

Häufig sind die Symptome eines Schleudertraumas innerhalb von sechs Wochen vorbei. In vielen Fällen gibt es länger andauernde Symptome. Studien zeigen, dass ca. 30% bis 40% der Betroffenen langfristige Konsequenzen haben.  Für bis zu 10% sind die Folgen eines Schleudertraumas so gravierend, dass sie zu einer gewissen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen. Die Wahrscheinlichkeit für länger andauernde Symptome steigt, wenn ein Schleudertrauma nicht erkannt oder falsch oder zu spät behandelt wurde. In der Phase direkt nach dem Schleudertrauma merken viele Personen keine Symptome. Typischerweise treten die Symptome innerhalb der ersten drei Tage nach dem Schleudertrauma auf, können sich aber auch erst einige Tage später bemerkbar machen. Die akute Phase kann einige Tage bis drei Wochen dauern. Daran schließt sich die subakute Phase an. Sie dauert einige Wochen bis 12 Wochen und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Symptome allmählich nachlassen und der Patient aktiver an der Behandlung teilnehmen kann. Wenn man länger als drei Monate Symptome hat, spricht man von chronischen Schleudertraumasymptomen. Bei Langzeitsymptomen ist die Intensität der Symptome verringert, es können jedoch auch neue Symptome hinzukommen, die häufig kognitive Auslöser haben.

Es gibt viele gemeinsame Nenner eines Schleudertraumas, doch in den meisten Fällen gibt es spezielle Umstände, die die Situation des einzelnen Betroffenen charakterisieren (u.a. Vorschädigungen etc.).

Man sollte sich vergegenwärtigen, dass ein Schleudertraum gravierend ist und langfristig eine Schwachstelle für den Körper bleiben wird. Bei Stress oder anderer Belastung ist diese Schwachstelle also im Nachteil und wird der psychischen oder physischen Belastung nicht so lange standhalten wie andere Körperteile ohne Vorgeschichte. So können auch Jahrzehnte später Symptome auftreten oder die Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen auf ein Jahre zurückliegendes Schleudertrauma zurückgeführt werden.

 

Wie sollte ein Schleudertrauma behandelt werden?

Häufig sieht man Personen, die ein Schleudertrauma haben, mit einem Stützkragen bzw. Halskrause. Dies ist bei der überwiegenden Mehrheit der Personen nicht angebracht. Im Gegenteil: Die Genesung wird durch die Ruhigstellung der Halswirbelsäule bei vielen Personen verzögert und mitunter erschwert. Aus Sicht der Klinischen Biomechanik sollten bei einem Schleudertrauma die Gelenkblockaden in der Halswirbelsäule und in der restlichen Wirbelsäule (Dominoeffekt) gelöst werden. Zudem sollte die verspannte Muskulatur gelockert werden. Gelöste Gelenkblockaden wirken schon auf die Muskulatur ein und schaffen eine bessere Möglichkeit zur Muskelentspannung. Die Behandlung und Wiederherstellung der Funktion der Wirbelsäule, der Muskeln, Sehnen, Bänder ist äußerst wichtig für die Genesung. Der Körper gewöhnt sich sonst an die Schonhaltung und kompensiert durch andere Gelenke und Muskeln.

Sollten Sie einen Auffahrunfall oder eine sonstige Begebenheit, bei der Ihr Kopf vor- oder zurückgeschleudert wird, ohne das Ihr Rumpf mitgeht, erleben, machen Sie bitte umgehend einen Termin bei einem Chiropraktor. Lassen Sie nicht jeden an Ihre Wirbelsäule (hier gehts zu Informationen zum Unterschied zwischen Chiropraktor, Chiropraktiker, Chirotherapeuth und Osteopath).  Ein sanftes Lösen der Gelenkblockaden ist wichtig und sollte schnell passieren. Wir vom Chiropraktor-Haus haben eine spezielle Vorrichtung an der Behandlungsbank, so dass unser Chiropraktor Alexander Meier auch im akuten und gravierenden Zustand sanft behandeln kann.

Studien haben ergeben, dass chiropraktische Behandlung durch einen Chiropraktor, eine aktive Intervention (z. B. angeleitetes Training durch einen Physiotherapeuten), eine Schmerzlinderung und eine gründliche Information des Patienten in Bezug auf Schleudertrauma, Verletzungen und Schmerzen/Symptome relevante Themen eines guten Behandlungsverlaufs sind.

Ein Schleudertrauma ist nicht kurzfristig heilbar. Geduld und Akzeptanz, dass man für einen bestimmten Zeitraum eingeschränkt ist und nicht in der Lage ist, das Gleiche wie vor dem Schleudertrauma zu tun, helfen.

07.11.2019 Ι aus der Praxis

Richtig Herbstarbeiten im Garten verrichten

Der Herbst ist da. Die Blätter sind bunt und fallen zusammen mit den Nüssen von den Bäumen. In dieser Zeit des jahreszeitlichen Umbruchs ist im Garten einiges zu tun. Die Kübelpflanzen müssen an einen geschützteren Ort gebracht werden, das Laub muss nicht nur im Garten, sondern auch vor dem Haus weggemacht werden, etliche Pilze freuen sich über die feuchte Witterung und recken sich an verschiedenen Stellen, wo man sie vielleicht nicht unbedingt haben möchte. Kurzum es gibt viel zu tun und die Tätigkeiten sind körperlich auszuführen und damit eine Belastung für den Muskel-Gelenk-Apparat.

Wir geben Ihnen ein paar Tipps, worauf Sie bei den herbstlichen Gartenarbeiten achten können:

  • Heben Sie große Blumenkübel an, indem Sie mit geradem Rücken in die Knie gehen. Klappen Sie sich nicht von der Hüfte ab und hieven sie einen Kübel „irgendwie“ woanders hin. Die Wirbelsäule arbeitet unter Last am stabilsten im aufgerichteten Zustand.
  • Wenn Sie einen schweren Kübel hochheben oder absetzen möchten, neigen Sie sich nicht zur Seite, sondern bleiben Sie in einer Linie. Merksatz: Der Kopfmittelpunkt über dem Bauchnabel und der Bauchnabel zwischen den Füßen. Belastung im gebeugten Zustand vergrößert das Risiko für Rückenschmerzen, Gelenkblockaden oder einen Hexenschuss.
  • Benutzen Sie, wenn möglich, Hilfsmittel für den Transport von schweren Dingen wie Kübeln. Dies kann ein Haltegurt mit Griffen sein oder eine Transportkarre.
  • Wenn Sie Laub harken, achten Sie darauf, möglichst nahe am Körper zu rechen. Das mindert die Belastung für Ihre Schultern, Ihre Ellenbogen, Ihre Schulter-Nacken-Muskulatur und Ihre Wirbelsäule. Sie sollten vermeiden, in großen ausholenden Schwüngen vor dem Körper oder seitlich des Körpers Laub zusammen zu fegen.
  • Machen Sie regelmäßig Pausen und stellen Sie sich am Besten einen Wecker und machen dann ganz Schluss für diesen Tag. Aktivitäten wie Laub rechen sind Aktivitäten, die auf unterschiedliche Teile unseres Muskel-Gelenk-Apparats einwirken und auch die stabilisierende Muskulatur beanspruchen. Man denkt es vielleicht nicht, doch durch die wiederholende Bewegung sind sie belastend. Nach einer ordentlichen Laubstrecke merken viele die Muskeln im ganzen Körper und Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und ein Tennisarm sind keine Seltenheit.
  • Greifen Sie zu Tricks, um sich Bewegungen „zu sparen“. Füllen Sie beispielsweise erst einen Eimer mit Laub und schütten Sie das Laub vom Zwischenbehälter in die Biotonne, auf den Kompost oder in den Laubsack. So sparen Sie ein paar der Strecken vom Hocken in den Stand und wieder zurück.
  • Achten Sie auch auf Ihre Kleidung, wenn Sie im Herbst draußen arbeiten. Schützen Sie Ihren Nacken bzw. Hals. Auch wenn es „eigentlich ganz warm“ erscheint, ist es Herbst und sollte mal wirklich kein Lüftchen gehen, dann ist spätestens Ihr Schweiß ein guter Angriffspunkt für krankmachende Faktoren. Ausgekühlt sein im Nacken kann nicht nur zu Erkältung, sondern auch zu Muskelverspannungen und Gelenkblockaden führen.
  • Wenn Sie Ihre Gartenarbeit abgeschlossen haben, tun Sie etwas für Ihre Muskulatur. Beugen Sie vor, auch wenn Sie denken, das war nicht so anstrengend. Duschen Sie warm, klopfen Sie Ihren Körper mit der hohlen Hand ab oder reiben Sie sich an den besonders beanspruchten Stellen mit Pferdesalbe oder Franzbranntwein ein.

Achten Sie auf Ihre Haltung und Ihren Körper, wenn Sie im Herbst im Garten arbeiten. Ihr Muskel-Gelenk-Apparat wird es Ihnen danken.

22.10.2019 Ι aus der Praxis

Einladung zum Schnuppertag für „Meditation in Bewegung“

„Meditation in Bewegung – Stressmanagement und stabilisierende Kräftigung“ – so heißt eines unserer neuen Kursprogramme im Chiropraktor-Haus.

Beschwerden im Muskel-Gelenk-Apparat werden typischerweise von zwei Faktoren hervorgerufen, mitausgelöst oder verschlimmert: wenig Bewegungsvielfalt und Stress.

Chiropraktische Behandlungen erfolgen also nicht im luftleeren Raum, sondern immer in einem Kontext. Diesen Kontext kann der Patient teils selbst mitbestimmen und zwar durch seine Alltagsgestaltung. Wir beziehen uns hier auf Beschwerden, die durch den Alltag und wiederholtem Ausgesetztsein von ungünstigen Faktoren hervorgerufen werden und nicht z. B. auf Unfälle.

Chiropraktik, Meditation, Chiropraktische Behandlung, Stress, Bewegungsapparat, Chiropraktor-Haus

Selbst aktiv werden

Für eine nachhaltige Genesung sollte der Patient selbst aktiv werden und die beiden Faktoren wenig Bewegungsvielfalt und Stress angehen. Eingeschränkte Bewegungen (z. B. stundenlanges Sitzen am Stück: erst im Auto, dann auf der Arbeit, dann im Auto, dann auf dem Sofa), wiederholte Bewegungen (z.  B. immer die Akten von links nach rechts legen), ungünstige Arbeitshaltungen (z. B. vor dem Computerbildschirm den Kopf wie eine Schildkröte Richtung Bildschirm recken – Sie lachen? Sie glauben gar nicht, wie viele Personen das machen ohne es zu merken) etc. führen zu einer unausgewogenen Nutzung unseres Bewegungsapparats und zu Beschwerden. Es gilt der Grundsatz: Das schwächste Glied gibt nach. Dies ist bei einer Person der Rücken, bei einer anderen das Becken, eine dritte bekommt Kopfschmerzen und dem nächsten tun die Füße weh. Stress ist neben der wenigen Bewegungsvielfalt der zweite große Faktor für Beschwerden im Muskel-Gelenk-Apparat. 63 Prozent der Deutschen empfinden ihr Stresslevel am Arbeitsplatz als zu hoch oder hoch – das ergab eine Umfrage von Juni 2019 (vgl. Swiss Life 2019). Als Gründe wurden vor allem Zeitdruck, unangenehme Atmosphäre bzw. Kollegen sowie Leistungsdruck und Aufgabenmenge genannt. Besonders gestresst fühlten sich die Menschen in Schleswig-Holstein (69%). Hamburg liegt bei 60% (vgl. Swiss Life 2019). Auch Stress im privaten Umfeld wird von vielen berichtet (u. a. Management der Kinder, Betreuung von Angehörigen).

Was bieten wir Ihnen mit „Meditation in Bewegung – Stressmanagement und stabilisierende Kräftigung“?

Wir bieten Ihnen ein Angebot, das auf der körperlichen wie auf der Stressebene ansetzt. Für „Meditation in Bewegung – Stressmanagement und stabilisierende Kräftigung“ greifen wir auf Methoden aus dem Qigong zurück und machen diese für unsere Disziplin, die Chiropraktik, nutzbar. Alle Übungen sind von unserem Chiropraktor frei gegeben und an Patienten mit Muskel-Gelenk-Beschwerden angepasst. Mit langsamen fließenden weichen Bewegungen kommt der Geist zur Ruhe und Gelenke werden mobilisiert und die stabilisierende Muskulatur gekräftigt. Wir unterrichten Methoden der Sportuniversität Peking, der Xiyoan Klinik und daoistische Methoden. Unsere Methoden werden in Therapie, Rehabilitation und Prävention angewendet, unter anderem in Krankenhäusern. Meditation in Bewegung ist ein sanftes Training und kein Workout. Es geht nicht um Leistung oder Zielerreichung, sondern um eine Kultivierung von Körper und Geist. Sie erlernen Bausteine, die Sie im Alltag einsetzen können.

Unsere Kurse unterstützen die chiropraktische Behandlung ab der stabilisierenden Phase und zielen auf Rehabilitation und Rückfallprophylaxe (Tertiärprävention). Wir gehen auf jeden Patienten auf Basis seines Behandlungsverlaufs ein. Unsere Kurse finden daher mit maximal 7 Teilnehmern statt. Mehr Informationen zu unseren Kursen finden Sie hier.

Herzliche Einladung zum Schnuppern am 08.11.2019

Bringen Sie Ihren Geist zur Ruhe, kultivieren Sie Ihren Körper. Sie haben Lust, unser Angebot unverbindlich und kostenfrei auszuprobieren? Sehr gerne! Wir laden Sie herzlich zum Schnuppertag „Meditation in Bewegung – Stressmanagement und stabilisierende Kräftigung“ am Freitag, 08.11. 2019, von 15 Uhr bis 17.30 Uhr ins Chiropraktor-Haus ein. Damit jeder gut mitmachen kann und da wir nur einen kleinen Raum haben, bitten wir Sie, sich für eine der Schnupperzeiten anzumelden: 15.00 Uhr, 15.45 Uhr und 16.30 Uhr. Wir freuen uns auf Sie!

Quelle: Swiss Life 2019: Stress-Statistik: Zwei von drei Deutschen im Job gestresst, 24.07.2019, unter: https://www.swisslife.de/presse/pressemitteilungen/mediareleases/newsfeed/2019/SLBU-Report11.html (abgerufen am 08.10.2019).

10.10.2019 Ι aus der Praxis

Was ist eigentlich ein Hexenschuss? Was kann ich tun?

Den Begriff „Hexenschuss“ hat wohl jeder schon einmal gehört. Medizinisch heißt das Beschwerdebild „Lumbago“. In dem lateinischen Wort leuchtet schon der Ort der Symptome auf: Lumbus ist die Lende. Es handelt sich also um ein Beschwerdebild, das die Lendenwirbelsäulenregion betrifft. Man kann demnach keinen Hexenschuss im Nacken bekommen. Ein Hexenschuss ist die akute Blockierung eines Gelenks in der Lendenwirbelsäule, die durch eine Fehlbelastung ausgelöst wurde. Ein Lumbago ist typischerweise mit starken Schmerzen verbunden, weshalb der/die Betroffene meist eine Schonhaltung einnimmt. Typische Schonhaltungen sind ein vorne gebückter Oberkörper oder ein seitlich geneigter Oberkörper. Der Bewegungsradius ist deutlich eingeschränkt und die Betroffenen haben oftmals Mühe, sich die Schuhe an- oder auszuziehen. Sich setzen oder aufstehen ist eine Qual. Die Schonhaltung löst einen Dominoeffekt aus: Die Muskulatur wird stark beansprucht und weitere Gelenke werden negativ beeinträchtigt.

Ein Hexenschuss ist eine akute Blockade eines Gelenks in der Lendenwirbelsäule. Foto: pixabay

Dass der Hexenschuss in der Umgangssprache so heißt, ist wohl auf das plötzliche Auftreten („Schuss“) der Symptome zurückzuführen.

Bei einem Hexenschuss bzw. Lumbalgie sollte man regelmäßig kühlen. Foto: pixabay

Was sollte man im Falle eines Hexenschusses machen? So verlockend es ist, eine einmal endlich eingenommene Haltung (z. B. auf dem Sofa liegen) nicht wieder zu verlassen, ist es bei einem Hexenschuss ratsam, regelmäßig zwischen Gehen im Sinne von einem Spaziergang von 10-20min (nicht in der Wohnung) und Sitzen zu wechseln. Die Wirbelsäule muss beweglich gehalten werden. Wenn man stundenlang in einer Körperhaltung bleibt, verschlimmern sich die Symptome typischerweise. Wichtig bei akuter Lumbalgie ist das regelmäßige Kühlen. Viele berichten immer wieder, sie hätten sich ein Wärmekissen gemacht oder zur Heizdecke gegriffen. Diese Strategie wird – so können wir es aus Patientenberichten entnehmen – sehr oft von Ärzten empfohlen. Doch sie ist symptomverschlimmernd. Wärme ist wunderbar für die Entspannung der Muskulatur. Sobald jedoch Gelenkblockaden wie beim Hexenschuss eine Rolle spielen, ist lokale Wärme nicht die gewinnbringende Strategie. Bei Gelenkblockaden sollte zu lokaler Kälte gegriffen werden. Machen Sie sich also ein Kühlpack (mit Handtuch umwickeln) oder wickeln Sie ein Handtuch um die gefrorenen Erbsen aus dem Tiefkühlfach. Kühlen Sie alle 2-3 h für 15min. Wenn es ganz schlimm ist, können Schmerzmittel die Symptome dämpfen. Bedenken Sie aber, dass Schmerzmittel Symptome/Folgen zwar weniger spürbar machen, jedoch nicht die Ursache beseitigen. Ein Chiropraktor kann die Gelenkblockade lösen und die verspannte Muskulatur lockern.

Was kann man tun, damit es gar nicht erst zum Hexenschuss kommt?

  • Achten Sie auf Ihre Körperhaltung,
  • bleiben Sie nicht allzulange in einer Körperhaltung (höhenverstellbare Schreibtische sind ideal),
  • heben Sie schwere Dinge nur mit geradem Rücken an, indem Sie in die Knie gehen,
  • vermeiden Sie es, etwas Schweres anzuheben und sich gleichzeitig zu drehen,
  • bewegen Sie sich, kräftigen Sie Ihre stabilisierende Muskulatur (vor allem im Rücken),
  • vermeiden Sie Überanstrengungen z.  B. beim Sport,
  • setzen Sie sich nicht verschwitzt kalter Witterung oder Wind aus.

Ein Hexenschuss ist zwar äußerst unangenehm, doch nicht lebensbedrohlich. Gleichwohl wird uns von einem Besuch in der Notaufnahme immer wieder berichtet. Es ist aus Sicht eines Chiropraktors übertrieben, sich wegen eines Hexenschusses in der Notaufnahme vorzustellen. In der Notaufnahme bekommt der Patient Schmerzmittel und wenn die Schmerzmittel nachlassen, hat er die Symptome nach wie vor. Dies konnten wir vielen Patientenberichten entnehmen.

Am besten Sie verfolgen eine langfristige Strategie und beugen durch Bewegung und achtsame Körperhaltungen einem Hexenschuss vor. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

17.09.2019 Ι aus der Praxis

Schulrucksäcke richtig tragen

Die Ferien sind vorbei und das Schuljahr hat begonnen. Mittlerweile haben alle Schüler ihre Schulbücher abgeholt. Unter den Büchern sind auch sehr dicke und schwere Bücher. Tägliches Hin- und Hertragen der Schulsachen ist sehr belastend für den Rücken. Wir vom Chiropraktor-Haus haben ein paar Tipps zum rückengerechten Tragen von Schulrucksäcken:

  • Bei der Auswahl und dem Tagen von Schulrucksäcken sollte Rückenschmerzen vorgebeugt werden. Quelle des Fotos: pixabay

    Das Gewicht des Schulrucksackes sollte 10% bis 12% des Körpergewichts des Schülers nicht überschreiten. Zu schwere Schulranzen können zu Rückenschmerzen führen, Knochen, Sehnen und Bänder belasten und Bandscheiben schädigen.

  • Der Schulrucksack sollte direkt am Rücken getragen werden und die Trageriemen sollten hochgezurrt sein ohne einzuschneiden. Der Schulrucksack sitzt idealerweise zwischen Schultern und Becken. Ein cooles Tragen von Rucksäcken mit maximalem Ausfahren der Trageriemen und einem über dem Po baumelnden Rucksack ist schlecht für die Rückengesundheit und sollte vermieden werden.
  • Der Rucksack sollte nicht einseitig getragen werden. Es sollten immer die Trageriemen über beide Schultern zugezogen werden.
  • Es ist empfehlenswert, beim Kauf darauf zu achten, dass die Trageriemen breit sind (mind. 4 cm) und möglichst rutschfest.
  • Der Schulrucksack sollte kontrolliert aufgesetzt und kontrolliert abgesetzt werden.
  • Ein Schulrucksack sollte nicht herumgeschwungen werden, da unkontrollierte Belastungen auf den Körper einwirken und es zu Beschwerden kommen kann (z. B. Zerrungen, Rückenschmerzen, Armschmerzen, Schulterschmerzen, Tennisarm).
  • Achten Sie als Eltern darauf, dass der Schüler nur die nötigen Sachen mit in die Schule nimmt. Bücher, die nicht für Hausaufgaben gebraucht werden, sollten, wenn möglich, in der Schule bleiben.
  • Der Schulrucksack sollte aus möglichst leichtem und stabilem Material sein. Bloße Stoffbeutel oder instabile Rucksäcke sollten vermieden werden.
  • Von Schultaschen, die nur über einer Schulter baumeln, oder der Kombination Handtasche und dicker Ordner, der unter den Arm geklemmt wird, ist mit Blick auf die Gesundheit des Muskel-Skelett-Apparats dringend abzuraten.
  • Achten Sie am Besten beim Kauf darauf, dass der Rucksack bzw. Schulranzen auch einen Brust- und Beckengurt aufweist. So lässt sich das Gewicht besser verteilen und nicht das ganze Gewicht lastet auf dem Rücken.

Studien haben ergeben, dass knapp die Hälfte aller Kinder in Dänemark zwischen 11 und 14 Jahren Rückenschmerzen hat und dass knapp 85% der Kinder in der Schweiz zwischen 11 und 16 Jahren über Rückenschmerzen klagt. Wenn Kinder und Jugendliche schon früh für ihren Rücken und ihre Rückengesundheit sensibilisiert werden, können Fehlhaltungen und langfristige Beschwerden reduziert bzw. vermieden werden.

Achten auch Sie auf den Rücken Ihres Kindes.

03.09.2019 Ι aus der Praxis