Neuigkeiten aus der Forschung2016-11-30T10:18:09+01:00

Neuigkeiten aus der Forschung

Verändernde Faktoren für die Effektivität von Trainingtherapie bei anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken

35 Forscher und eine Forschungsgruppe befassten sich in einer Studie mit den Effekten bzw. den Faktoren, die für eine Veränderung des Effekts von Trainingtherapie bei Patienten mit anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken sorgten. Die Forscher kamen aus Kanada, Großbritannien, den Niederlanden, Dänemark, Italien, Brasilien, Australien, USA, Schweiz, Spanien, Finnland, Schweden und Hong Kong.

Schmerzen im unteren Rücken ist eine der weltweit führenden Ursachen für Bewegungseinschränkungen bzw. Behinderung. Trainingtherapie wird allgemein empfohlen für die Behandlung von anhaltendem nicht-spezifischen Rückenschmerzen im unteren Rücken. Während die Evidenz [Anm: Evidenz ist der empirisch, das heißt der verlässliche nach bestimmten wissenschaftlichen Standards erbrachte Nachweis des Nutzens eines therapeutischen oder diagnostischen Verfahrens.] annimmt, dass Übungen einen moderaten Effekt haben, bleibt Unklarheit darüber, welche Individuen am meisten von Übungen profitieren könnten.

Parallel mit einem Cochrane Review Update [Anm: Cochrane ist ein internationales kommerziell unabhängiges Netzwerk, das evidenz-basierte systematische Forschungsüberblicke produziert, um evidenz-informierte Entscheidungen im Gesundheitswesen zu fördern] erfragten die Forscher die individuellen Teilnehmerdaten von zufälligen (randomisierten) klinischen Versuchen mit hoher wissenschaftlicher Qualität mit Erwachsenen. Die Versuche sollten zwei Ergebnissen (Schmerzen und funktionale Einschränkungen) messen. Die Forscher kalkulierten die allgemeine Genesung und stellten ein Datenset zusammen, das Teilnehmercharakteristika zum Ausgangszeitpunkt, Übungen und vergleichende Charakteristika und kurzfristige Ergebnisse, mittelfristige Ergebnisse und langfristige Ergebnisse umfasste. Sie führten deskriptive Analysen und Meta-Analysen der individuellen Teilnehmerdaten aus, in dem sie auf verschiedene Ebenen und gemischte-Effekte Regression des allgemeinen Behandlungseffekts und zuvor festgelegten potenziellen verändernden Faktoren für den Behandlungseffekt nutzten.

Die Forscher erhielten die individuellen Teilnehmerdaten aus 27 klinischen Versuchen (3514 Teilnehmer). Für Studien, die in diese Analyse aufgenommen wurden, reduzierte Trainingtherapie im Durchschnitt Schmerzen im Vergleich mit keiner Behandlung/normaler Behandlung. Das Ergebnis ist kompatibel mit einem klinischen 20 % kleinsten sinnvollen Effekt. Die Trainingtherapie reduzierten funktionale Einschränkungen mit einem klinisch wichtigen 23% Verbesserung bei kurzfristigem Ergebnis. Potenzielle verändernde Faktoren für die Behandlung waren: keine schweren physischen Anforderungen auf der Arbeit und der Rückgriff auf Medikamente bei Rückenschmerzen im unteren Rücken.  Diese beiden Faktoren wurden assoziiert mit besseren Ergebnissen der Trainingtherapie im Verhältnis zu keine-Trainingtherapie-Vergleiche. Ein niedriger Bodymaßindex wurde ebenfalls in Zusammenhang gebracht mit besseren Ergebnissen bei Trainingtherapie im Vergleich zu keiner Behandlung/die normale Behandlung. Diese Studie wurde eingeschränkt durch inkonsistente Verfügbarkeit und Messung der Teilnehmercharakteristika.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Diese Studie stellt möglicherweise nützliche Informationen bereit, um die Behandlung von Patienten zur unterstützen und zukünftige Studien zu Trainingtherapie-Interventionen anzulegen, die besser auf spezifische Subgruppen von Patienten angepasst sind.

Quelle:

Hayden JA, Wilson MN, Stewart S, Cartwright JL, Smith AO, Riley RD, van Tulder M, Bendix T, Cecchi F, Costa LOP, Dufour N, Ferreira ML, Foster NE, Gudavalli MR, Hartvigsen J, Helmhout P, Kool J, Koumantakis GA, Kovacs FM, Kuukkanen T, Long A, Macedo LG, Machado LAC, Maher CG, Mehling W, Morone G, Peterson T, Rasmussen-Barr E, Ryan CG, Sjögren T, Smeets R, Staal JB, Unsgaard-Tøndel M, Wajswelner H, Yeung EW; Chronic Low Back Pain IPD Meta-Analysis Group: Exercise treatment effect modifiers in persistent low back pain: an individual participant data meta-analysis of 3514 participants from 27 randomised controlled trials, in: British journal of sports medicine, 28 Nov 2019, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31780447 (abgerufen am 15.01.2020)

16.01.2020 Ι aus der Forschung

Chiropraktik Akademie für Forschungsführung wählt neue Stipendiaten aus

Die meisten etablierten Berufsbilder haben Programme, um ihre zukünftigen Führungspersonen auszubilden. Seien es ein Master in Business Administration (MBAs) oder eine Offiziersausbildung – wenige Berufe überlassen die Entwicklung ihrer zukünftigen Führungspersönlichkeiten dem Zufall.  Die Chiropractic Academy of Research Leadership (CARL) ist die globale Antwort auf diese Herausforderung für die akademische Chiropraktik. CARL bietet eine einzigartige Möglichkeit, Mentoren auf höchster Ebene, die nötig sind, um eine breite Evidenz Basis für die chiropraktische Praxis und auf internationaler Ebene zu planen und zu entwickeln.

Die Chiropractic Academy for Research Leadership wurde im Jahr 2017 ins Leben gerufen. Das Programm zielt darauf ab, Forschungsprojekte von jungen Forschern, die sich qualitativ hochwertiger Forschung und Evidenz verschrieben haben, und ein weltweites Forschungsnetzwerk zu verbinden. Das globale Netzwerk junger Forscher im Bereich der Chiropraktik wird von prominenten Wissenschaftlern und dem akademischen Umfeld betreut. CARL basiert auf strengen etablierten wissenschaftlichen Forschungsmethoden und einem multidisziplinären Ansatz aus dem öffentlichen Gesundheitswesen, der Forschung im Gesundheitswesen und klinischer Forschung. Das Programm fördert die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsprofessionen und darüber hinaus, um die Integration und das Ansehen der akademischen Chiropraktik in Gesundheitsteams und Gesundheitssystemen zu stärken und weiter auszubauen. CARL fördert durch Mentoren, Führung, das Netzwerk und forschungsspezifische Fähigkeiten. Es ist multidisziplinär konzipiert. So waren unter den 13 CARL-Stipendiaten von 2017 fünf Professionen vertreten. Die 13 CARL-Stipendiaten von 2017 und die neuen 14 CARL-Stipendiaten werden sich im Jahr 2020 beim nächsten CARL-Treffen in Sydney, Australien, treffen.

CARL ist dank verschiedener Partner möglich geworden, die sich leidenschaftliche dafür einsetzen, den akademischen Einfluss der Chiropraktik zu steigern. Zu den CARL-Partnern zählen u. a. das Europäische Zentrum für chiropraktische Forschungsexzellenz (ECCRE), die Australische Chiropraktoren Gesellschaft (ACA), die Kanadische Chiropraktoren Gesellschaft, der Chiropractic Research Council (CRC), das australische Forschungszentrum in Komplementärer und Integrativer Medizin, die Vancouver Foundation, die kanadischen Institute für Gesundheitsforschung (CIHR), die Parker University, der Weltverband der Chiropraktoren (WFC), der Clinical Compass und die American Chiropractic Association (ACA), das Alberta College und die Alberta Chiropraktoren Gesellschaft, Forward Thinking Chiropractic Alliance (FTCA) und anonyme Mitarbeiter. Das Nordische Institut für Chiropraktik und Klinische Biomechanik (NIKKB) in Dänemark bietet administrative Unterstützung.

Quelle: CARL Research Fellows, https://www.carlresearchfellows.org/mission-1

Die Chiropraktic Academy for Research Leadership (CARL) hat nun ihren zweiten Jahrgang junger Forscher ausgewählt, die im Zeitraum 2020 bis 2023 mit ihren Forschungsvorhaben gefördert werden. 14 junge Stipendiaten kamen aus einem beeindruckenden Feld von 41 Bewerbern weltweit. Vier Forscher sind in Australien (Murdoch University sowie MacQuarie University), zwei in Kanada (Ontario Tech University und University of Quebec at Trois-Riviéres bzw. Canadian Memorial Chiropractic College), zwei in Dänemark (Syddansk Universitet), zwei in den USA (Boston University und Stanford University), einer in Großbritannien (Bournemouth University) und einer in der Schweiz (Universitätsklinik Balgrist) mit ihren Forschungsprojekten angesiedelt. Zwei Forscher sind in Kanada (Canadian Memorial Chiropractic College) und Dänemark (Syddansk Universitet) bzw. in Norwegen(Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet) und Dänemark (Syddansk Universitet)  zeitgleich angeschlossen.

Quelle: Dansk Kiropraktor Forening 2019: CARL II er sat i søen, https://www.danskkiropraktorforening.dk/nyheder/2019/forskning/?utm_medium=email&utm_campaign=DKF%20Info%20uge%2050%202019&utm_content=DKF%20Info%20uge%2050%202019+CID_e5fd7b33359c3be8ec861f88c14e2381&utm_source=Email%20marketing%20software&utm_term=Ls%20mere%20her (abgerufen am 15.12.2019); CARl Research Fellows 2019: https://www.carlresearchfellows.org/mission-1 (abgerufen am 15.12.2019)

16.12.2019 Ι aus der Forschung

Knacken von Gelenken – Echtzeit Visualisierung im MRT

Von menschlichen Gelenken ausgehende Knackgeräusche wurden in der Vergangenheit auf das plötzliche Zusammenbrechen einer Gelenkflüssigkeitsblase zurückgeführt, die sich beim Trennen der Gelenkflächen bildet. Unglücklicherweise widerspricht der Zusammenbruch von Blasen als Ursache für Gelenkknacken vielen physikalischen Phänomenen, die das Gelenkknackenphänomen definieren.

[Anm.: Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen mindestens zwei Knochen. Es wird von Bändern und der Gelenkkapsel zusammengehalten. Die meisten Gelenke sind bewegliche Verbindungen von mit Knorpeln bedeckten Knochenenden, die eingefasst sind von einer mit Flüssigkeit gefüllten Gelenkkapsel].

Die Forscher um Greg Kawchuk von der Fakultät für Rehabilitationsmedizin der Universität Alberta, Kanada, konnten den Nachweis erbringen, dass der Mechanismus des Gelenkknackens eher mit der Bildung von Hohlräumen als mit dem Zusammenbrechen von Blasen von Gelenkflüssigkeit zusammenhängt. Dieser direkte wissenschaftliche Nachweis (Evidenz) konnte mit Echtzeit Magnetresonanztomographie gezeigt werden.

Die Forscher untersuchten zehn Fingergrundgelenke (Metacarpophalangealgelenke). Ein Finger wurde in einen flexiblen Schlauch eingeführt, der um eine Kabellänge gespannt war, um eine Längsachsentraktion (eine Zugkraft der Längsachse) sicherzustellen. Vor und nach der Traktion (Zugkraft) wurden statische 3D T1-gewichtete Magnetresonanzaufnahmen gemacht. Während der Traktion wurden schnelle Cine Magnetresonanzaufnahmen von der Gelenkmittellinie mit einer Geschwindigkeit von 3,2 Bildern pro Sekunde gemacht, bis das Knacken eintrat. Mit zunehmenden Traktionskräften zeigten die Echtzeit Cine Magnetresonanzbilder einen raschen Beginn eines Hohlraums (Kavität) zum Zeitpunkt der Gelenktrennung und Geräuschproduktion. Danach blieb der resultierende Hohlraum sichtbar.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Die Studie bietet direkte wissenschaftliche Beweise (Evidenz), dass Gelenkknacken eher mit Hohlraumbeginn als mit dem Zusammenbrechen einer zuvor existierenden Flüssigkeitsblase verbunden ist. Diese Ergebnisse sind übereinstimmend mit Tribonukleation. Tribonukleation ist ein bekannter Mechanismus bei dem sich gegenüberliegende Flächen Widerstand gegen die Trennung leisten bis zu einem kritischen Punkt, bei dem sie dann schnell auseinandergehen und nachhaltige Gasaktivitäten bilden. Während dies zuvor in vitro [Anm: „im Reagenzglas“, hier außerhalb eines lebenden Organismus] gezeigt wurde, ist die Studie von Greg Kawchuk und Kollegen die erste in-vivo makroskopische Demonstration von Tribonukleation. Vor diesem Hintergrund bieten die Ergebnisse der Studie einen neuen theoretischen Rahmen für das Erforschen von Gesundheitsergebnissen, die mit Gelenkknacken verbunden sind.

Kawchuk, Gregory/Fyer, Jerome/Jaremko, Jakob/Zeng, Hongbo/Rowe, Lindsay/Thompson, Richard 2015: Real-Time Visualization of Joint Cavitation, in: PLOS ONE, https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0119470 (abgerufen am 04.12.2019).

05.12.2019 Ι aus der Forschung

Hilfe bei Spinalkanalstenose – Broschüre für Patienten in Dänemark

In Dänemark ist eine Handreichung „Hilfe mit Spinalkanalstenose“ erschienen. Diese haben wir für Sie übersetzt. Herausgeber dieser Handreichung für Patienten ist die Dänische Chiropraktoren Vereinigung (DKF) und das Nordische Institut für Chiropraktik und Klinische Biomechanik (NIKKB). Unser Chiropraktor Alexander Meier ist Miglied der Dänischen Chiropraktoren Vereinigung.

Was ist das Problem?

Einige altersbedingte Veränderungen im unteren Rücken können bei manchen Menschen den Raum im Wirbelkanal verringern. Dies wird als Stenose oder als Verengung des Rückenmarks bezeichnet und kann bedeuten, dass die Nerven bis zu den Beinen wenig Platz haben und betroffen sind. Stenose kann Schmerzen, Empfindungsstörungen oder ein Gefühl von Schwere in den Beinen verursachen, typischerweise beim Gehen oder Stehen. Gleichzeitig werden Sie feststellen, dass es hilfreich ist, sich hinzusetzen oder nach vorne zu beugen, da die Nerven dann mehr Platz bekommen. Sie können auch Rückenschmerzen haben. Dies liegt möglicherweise nicht daran, dass die Nerven weniger Platz haben, sondern daran, dass Rücken- und Wirbelsäulenmuskeln Schmerzen verursachen.

Soll ich einen MRT-Scan machen?

Ein MRT-Scan ist nicht immer erforderlich, um festzustellen, ob Sie eine Stenose der Wirbelsäule haben. Eine Untersuchung, die die Symptome identifiziert, ist in der Regel ausreichend. Der Scan kann auftreten, wenn innerhalb der ersten 4 bis 12 Wochen keine ausreichenden Fortschritte erzielt wurden oder wenn die Symptome sehr schwerwiegend sind.

Quelle: Kiropraktorguide.dk; Übersetzung: Chiropraktor-Haus

Wie wird es weitergehen?

Da die Stenose der Wirbelsäule aufgrund von Altersveränderungen auftritt, entwickelt sich die Erkrankung in der Regel über viele Jahre und es kann einen großen Unterschied bei den Schmerzen geben. Möglicherweise stellen Sie fest, dass sich die Schmerzen ändern, sodass Sie gute und weniger gute Zeiten haben. Wenn Sie eine Behandlung erhalten, können Sie die Schmerzen oft lindern und so die guten Zeiten verlängern.

Behandlung

Der erste Teil der Behandlung besteht aus Ratschlägen, wie Sie die Schmerzen lindern können. Dies können zum Beispiel Körperhaltungen und Bewegungen sein. Schmerzmedikamente helfen nur sehr begrenzt bei Stenosen der Wirbelsäule und werden im Allgemeinen bei dieser Krankheit nicht empfohlen. Der Chiropraktor beurteilt, ob Übungen oder chiropraktische Eingriffe an Gelenken und Muskeln an Ihrem Lendenbereich hilfreich sind.  Die Behandlung beseitigt nicht die Stenose der Wirbelsäule, kann aber die Schmerzen lindern und Ihnen helfen, besser zu stehen und zu stehen. Der Chiropraktor kann Ihnen auch dabei helfen, mit Workouts zu beginnen, die genau zu Ihnen und Ihren Schmerzen passen. Die überwiegende Mehrheit muss nicht operiert werden. Wenn Sie jedoch lange Zeit starke Schmerzen haben, Schwierigkeiten beim Gehen haben und es keine andere Behandlung gibt, die Abhilfe schafft, werden Sie vom Chiropraktor an einen Arzt oder ein Krankenhaus überwiesen, das beurteilen kann, ob Ihnen eine Operation angeboten werden sollte. [Anmerkung: Da Chiropraktoren in Deutschland anders als in Dänemark Ärzten nicht gleichgestellt sind, sondern als Heilpraktiker zugelassen sind, können Chiropraktoren in Deutschland nicht an einen Arzt oder Krankenhaus überweisen.].

 Was können Sie selbst tun?

In Ihrem Alltag haben Sie wahrscheinlich bereits herausgefunden, was den Schmerz lindert – und was ihn verschlimmert. Wenn Sie Ihren Rücken beugen, wie Sie es zum Beispiel beim Sitzen tun, bleibt mehr Platz im Rückenmarkskanal, und Sie werden feststellen, dass dies hilfreich ist. Auch Ruhepositionen, in denen Sie zum Beispiel auf dem Rücken liegen und Ihre Knie zur Brust gebeugt sind, können hilfreich sein. Bewegung hält Sie – und Ihren Rücken – geschmeidig und fit, daher ist tägliche Bewegung wichtig. Die meisten Menschen mit Wirbelsäulenstenose können mit dem Fahrrad fahren, ohne dass sich die Schmerzen verschlimmern. Sie können kurze Spaziergänge machen und dann Pausen einlegen, indem Sie sitzen oder sich nach vorne beugen, wenn die Schmerzen schlimmer werden. Es spielt keine Rolle, ob die Aktivitäten die Rückenschmerzen für eine Weile verschlimmern, aber Sie müssen versuchen, alles zu vermeiden, was die Schmerzen verursacht in den Beinen schlimmer zu werden. Es ist nicht gefährlich, wenn sie sich für kurze Zeit verschlimmern, aber wenn die Nerven länger gereizt bleiben, können sich Ihre Symptome verschlechtern.

Besondere Aufmerksamkeit

In sehr seltenen Fällen kann der Druck auf die Nerven so groß werden, dass dies eine akute Untersuchung erforderlich macht. Wenden Sie sich umgehend an einen Arzt, Chiropraktor oder Notarzt, wenn Sie: • nicht spüren, wann Sie pinkeln müssen oder auf andere Weise Ihren Urin oder Ihren Stuhlgang nicht kontrollieren können. • plötzlich die Muskelkraft in den Beinen verlieren oder Schwierigkeiten beim Kontrollieren Ihrer Beine haben

Ein Behandlungsverlauf für Sie

Ein Chiropraktor hat eine sechsjährige Ausbildung an einer Universität und ist Spezialist bei Wirbelsäulenerkrankungen wie Spinalkanalstenose. Aus diesem Grund gewährt die Dänische Krankenkasse einen besonders hohe Finanzhilfe für einen Paketverlauf für diese Krankheit bis zu einem halben Jahr. Der Paketverlauf besteht aus einer gründlichen Erstuntersuchung, zwei regelmäßigen Nachkontrollen und einem hohen Stipendium für die zwischen den Nachkontrollen erforderlichen Terminen und für einen Zeitraum nach der letzten regelmäßigen Nachkontrolle. Der Prozess bietet Ruhe und Sicherheit. Der Chiropraktor wird Ihnen bei den Schmerzen helfen, Sie anleiten und die Symptome und Gefahrensignale im Auge behalten. Wenden Sie sich abschließend an Ihren Arzt, wenn Sie dies für nötig halten. Es ist jedoch nicht etwas, was Sie brauchen. Der Chiropraktor informiert Ihren Arzt und überweist Sie bei Bedarf an ein Krankenhaus, einen Arzt oder einen anderen Spezialisten Untersuchung und Diagnose. [Anmerkung: Da Chiropraktoren in Deutschland anders als in Dänemark Ärzten nicht gleichgestellt sind, sondern als Heilpraktiker zugelassen sind, können Chiropraktoren in Deutschland nicht den Arzt informieren oder an einen Arzt oder Krankenhaus überweisen.].

Quelle: Kiropraktorguide.dk; Übersetzung: Chiropraktor-Haus

Quelle:

Kiropraktorguide DK: HJÆLP TIL SPINALSTENOSE, https://www.danskkiropraktorforening.dk/media/1532/patientfolder-hjaelp-til-spinalstenose-udg-2-2019.pdf (abgerufen am 20.11.2019)

21.11.2019 Ι aus der Forschung

Keine Wirkung von Antibiotika-Behandlung bei Rückenschmerzen (LWS) und Modic Change

Wie effektiv ist eine dreimonatige Behandlung mit Antibiotika im Vergleich mit Placebo bei chronischen Rückenschmerzen im unteren Rücken? Ein Forscherteam aus Norwegen ging dieser Frage nach. Es untersuchte die Effektivität einer dreimonatigen Behandlung mit Antibiotika im Vergleich mit Placebo bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen im unteren Rücken, mit einem früheren Bandscheibenvorfall (Diskushernie) und Wirbelkörperendplattenveränderungen (Modic Change). Die Studie war als doppelt blinde Studie mit parallelen Gruppen und als Placebo kontrollierter Versuch mit vielen Studienorten angelegt. Die Studie wurde an sechs norwegischen Universitätskliniken und Krankenhäusern durchgeführt. 180 Patienten zwischen 18 und 65 Jahren mit chronischen Rückenschmerzen im unteren Rücken, früherer Diskushernie und Type 1 Modic Change (118 Patienten) oder Typ 2 Modic Change (62 Patienten) meldeten sich für die Studie von Juni 2015 bis September 2017. Die Patienten wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt drei Monate Behandlung mit oralem Antibiotika 750mg Amoxicillin drei Mal täglich, die andere drei Mal täglich für drei Monate ein Placebo. Die Zuweisungsreihenfolge wurde durch eine computergenerierte Nummer auf dem Rezept verdeckt.

Das primäre Ergebnis war das Ergebnis eines Beeinträchtigungsfragebogens (des Roland-Morris Disability Questionnaire (RMDQ)) (Skala von 0-24) nach einem Jahr nach Beginn der Studie. Der minimale klinische Unterschied zwischen den Gruppen im mittleren RMDQ-Ergebnis wurde mit 4 definiert.

Was waren die Ergebnisse der Forscher? In der primären Analyse der Kohorte nach einem Jahr lag der Unterschied im Mittel zwischen der Amoxicillin-Gruppe und der Placebo-Gruppe bei -1,6. In der zweiten (sekundären) Analyse war der Unterschied im Mittel zwischen den Gruppen bei -2,3 für Patienten mit Typ1-Modic Change und bei -0,1 für Patienten mit Typ2-Modic Change. Fünfzig Patienten (56%) in der Amoxicillin-Gruppe hatten mindestens eine arzneimittelbedingte Nebenwirkung im Vergleich zu 31 Patienten (34%) in der Placebo-Gruppe.

Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen und Modic Changes auf der Ebene einer früheren Diskushernie bewirkte eine dreimonatige orale Behandlung mit Amoxicillin (Antibiotika) keinen klinischen wichtigen Vorteil gegenüber Placebo. Zweite Analysen und Sensitivitätsanalysen stützten diesen Befund. Daher unterstützen die Ergebnisse der norwegischen Forscher nicht die Verwendung von Antibiotika-Behandlung für chronische Rückenschmerzen im unteren Rücken und Modic Changes.

Quelle:

Haugli Bråten, Lars Christian/ Rolfsen, Mads Peder/ Espeland, Ansgar/ Wigemyr, Monica/ Asmus, Jorg / Froholdt, Anne/ Julsrud Haugen, Anne/ Marchand, Gunn Hege/ Kristoffersen, Per Martin/ Lutro, Olav/ Randen, Sigrun/ Wilhelmsen, Maja/ Slagsvold Winsvold, Bendik/ Kadar, Thomas Istvan / Holmgard, Thor Einar/ Vigeland, Maria Dehli/ Vetti, Nils/ Nygaard, Oystein Petter/ Lie, Benedicte Alexandra/ Hellum, Christian / Anke, Audny / Grotle, Margreth / Schistad, Elina Iordanova / Sture Skouen, Jan / Grovle, Lars/ Brox, Jens Ivar/ Zwart, John-Anker /Storheim, Kjersti 2019: Efficacy of antibiotic treatment in patients with chronic low back pain and Modic changes (the AIM study): double blind, randomised, placebo controlled, multicentre trial, in: The BMJ, 367, https://www.bmj.com/content/367/bmj.l5654 (abgerufen am 06.11.2019)

12.11.2019 Ι aus der Forschung