Rückenschmerzen, Lendenwirbelschmerzen

Rückenschmerzen als Erwachsener können bereits in der Kindheit und Jugend angelegt sein. Foto: Kiropraktoren Nr. 2 2018 S. 7

Die Schule hat in Hamburg und den benachbarten Bundesländern wieder begonnen. Mit der Rückkehr zum Präsenzunterricht redet alle Welt von Masken (Mund-Nasen-Bedeckung) und deren Folgen für die Gesundheit. Doch wer redet von Schulrucksäcken und deren Folgen für die Gesundheit? Wir vom Chiropraktor-Haus möchten darauf aufmerksam machen, dass das Tragen von Schulrucksäcken große Herausforderungen für den Muskel-Gelenk-Apparat des Schülers bzw. der Schülerin birgt. Jeden Tag tragen Schüler Gewicht auf dem Rücken. Die Höhe des Gewichts und die Art und Weise, wie es getragen wird, können Konsequenzen für das gesamte Leben haben. Aus der Forschung ist bekannt, dass Rucksäcke höchstens 10% des Körpergewichts des Trägers haben sollten.

Wir vom Chiropraktor-Haus haben ein paar Tipps dazu, wie man Schulrucksäcke richtig trägt:

  • Das Gewicht des Schulrucksackes sollte 10% bis 12% des Körpergewichts des Schülers nicht überschreiten. Zu schwere Schulranzen können zu Rückenschmerzen führen, Knochen, Sehnen und Bänder belasten und Bandscheiben schädigen.
  • Der Schulrucksack sollte direkt am Rücken getragen werden und die Trageriemen sollten hochgezurrt sein ohne einzuschneiden. Der Schulrucksack sitzt idealerweise zwischen Schultern und Becken. Ein cooles Tragen von Rucksäcken mit maximalem Ausfahren der Trageriemen und einem über dem Po baumelnden Rucksack ist schlecht für die Rückengesundheit und sollte vermieden werden.
  • Der Rucksack sollte nicht einseitig getragen werden. Es sollten immer die Trageriemen über beide Schultern zugezogen werden.
  • Es ist empfehlenswert, beim Kauf darauf zu achten, dass die Trageriemen breit sind (mind. 4 cm) und möglichst rutschfest.
  • Der Schulrucksack sollte kontrolliert aufgesetzt und kontrolliert abgesetzt werden.
  • Ein Schulrucksack sollte nicht herumgeschwungen werden, da unkontrollierte Belastungen auf den Körper einwirken und es zu Beschwerden kommen kann (z. B. Zerrungen, Rückenschmerzen, Armschmerzen, Schulterschmerzen, Tennisarm).
  • Achten Sie als Eltern darauf, dass der Schüler nur die nötigen Sachen mit in die Schule nimmt. Bücher, die nicht für Hausaufgaben gebraucht werden, sollten, wenn möglich, in der Schule bleiben.
  • Der Schulrucksack sollte aus möglichst leichtem und stabilem Material sein. Die Rückenpartei sollte gestützt werden. Bloße Stoffbeutel oder instabile Rucksäcke sollten vermieden werden.
  • Von Schultaschen, die nur über einer Schulter baumelnd, oder der Kombination Handtasche und dicker Ordner, der unter den Arm geklemmt wird, ist mit Blick auf die Gesundheit des Muskel-Skelett-Apparats dringend abzuraten.
  • Idealerweise hat der Rucksack bzw. Schulranzen auch einen Brust- und Beckengurt. So lässt sich das Gewicht besser verteilen und nicht das ganze Gewicht lastet auf dem Rücken.

Studien haben ergeben, dass knapp die Hälfte aller Kinder in Dänemark zwischen 11 und 14 Jahren Rückenschmerzen hat und dass knapp 85% der Kinder in der Schweiz zwischen 11 und 16 Jahren über Rückenschmerzen klagt. Wenn Kinder und Jugendliche schon früh für ihren Rücken und ihre Rückengesundheit sensibilisiert werden, können Fehlhaltungen und langfristige Beschwerden reduziert bzw. vermieden werden. Achten auch Sie auf den Rücken Ihres Kindes.

26.08.2020 Ι aus der Praxis