Wald ist gut gegen Stress – und damit auch ein willkommener Ko-Therapeut bei der chiropraktischen Behandlung

In Hamburg ist seit Anfang August der Sommer angekommen. Bei Temperaturen um die 30°C suchen die meisten von uns Schatten und möchten sich nicht länger als nötig draußen aufhalten. Ein Aufenthalt im Wald wäre aus Sicht der Gesundheit eine gute Idee. Dort ist es nicht nur schattig, sondern der Wald als Erholungsraum hat viele positive Auswirkungen auf unsere mentale und körperliche Gesundheit. Japanische Forscher haben nachgewiesen, dass ein Aufenthalt im Wald ähnlich einer Aromatherapie wirkt, da Phytoncide (Holzessenzöle) aufgenommen werden (vgl. Forest Medicine 2020). Es konnte in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden, dass ein achtsamer Erholungsaufenthalt im Wald die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Speichel verringert, die Konzentrationen von Adrenalin und Noradrenalin im Urin verringert, die präfrontale Gehirnaktivität verringert, den Blutdruck senkt und die autonome Nervenaktivität stabilisiert. Ein Aufenthalt im Wald erhöht die Aktivität des „natürlichen Killers“ und den Ausdruck von Antikrebsproteinen wie Perforin, Granzymen A/B und Granulysin – dies war auch 30 Tage später noch nachzuweisen. Die Selbstheilungskräfte werden gefördert, der Schlaf verbessert sich und die geistige und körperliche Regeneration wird unterstützt.

„Waldbaden“ (japanisch „Shinrin Yoku“) – der Begriff steht für ein Einlassen auf die Natur und achtsame Wahrnehmung des Waldes, das zum Beispiel mit langsamem Gehen, Verweilen und Meditations- und/oder Qigongübungen einhergehen kann. Dass der Wald beziehungsweise Bäume gut für den Stressabbau, ein ausgeglichenes Gemüt und die Gesundheit sind, wusste man bereits im Alten China. In unserer modernen hektischen Zeit, in der wir in Städten leben und uns von der Natur meist nicht nur berufsmäßig entfernt haben, ist ein bewusster Aufenthalt im Wald eine effektive Entschleunigung. Kein Wunder also, dass Shinrin Yoku aus dem überbevölkerten Großstadtland Japan kommt.

Achtsamkeit auf den Waldboden – es gibt Vieles zu entdecken. Foto: eigenes Foto aufgenommen im Wohldorfer Wald

Was haben Waldaufenthalte mit Chiropraktik zu tun? Regelmäßige achtsame Aufenthalte im Wald bauen Stress ab und können vor diesem Hintergrund auch positive Effekte auf Beschwerden im Muskel-Gelenk-Apparat haben. Die meisten Beschwerden im Muskel-Gelenk-Apparat entstehen nämlich entweder durch physische Herausforderungen oder durch Stress. Der Wald kann daher ein guter Ko-Therapeut sein bei der chiropraktischen Behandlung:).

Mit dem Erholungsraum Wald haben wir ein kostenfreies Angebot für die Regeneration von Körper und Geist direkt vor der Haustür. Für die Regeneration ist es wichtig, aus Belastungssituationen bewusst herauszutreten (physisch und mental) und in die Erholungssituation einzutreten. Also keine Gespräche über Themen, die Sie emotional aufregen, keine Planungen für kommende Tage/Wochen/Monate, kein Widerkäuen von Themen oder Erlebnissen, die bereits geschehen sind oder die sie derzeit sowieso nicht ändern können etc. Sie sollten sich wohl fühlen (überdenken Sie die Wahl Ihrer Begleiter:)), im Moment sein und den Wald auf sich wirken lassen. „Ich liebe es, im Wald Qigong zu praktizieren. Man hört nur die Blätter rauschen und die Vögel, das Licht, das durch die Baumwipfel bricht, macht eine angenehme geborgene Atmosphäre. Hier kann man sich richtig verbunden fühlen mit der Natur“, so Qigongtrainerin Dr. Laura Meier, die gerne im Wohldorfer Wald praktiziert.

Wie wäre es also mit einem Ausflug in einen der Wälder in Hamburg oder Umgebung? In Hamburg gibt es ca. 4.400 Hektar Wald, die zur Erholung einladen. Da ist bestimmt auch für Sie etwas dabei.

Gehen Sie öfter mal achtsam in den Wald. Ihr Körper und Ihr Geist werden es Ihnen danken.

Quelle:

Forste Medicine 2020: Introduction to Japanese Society of Forest Medicine, unter: http://forest-medicine.com/epage01.html (abgerufen am 12.08.2020)

13.08.2020 Ι aus der Praxis