„Das bisschen Haushalt…“ – so heißt es in einem Lied aus dem Jahr 1977. Unabhängig von der Geschlechter- und Gleichberechtigungsfrage stellt das bisschen Haushalt Herausforderungen an den Muskel-Gelenk-Apparat, die man zunächst nicht sieht. Viele Haushaltsaufgaben erfordern es, sich zu bücken, etwas anzuheben oder in unvorteilhaften Haltungen längere Zeit auszuharren (z. B. beim Backofen Säubern). Bei nicht vielen von uns meldet sich der Muskel-Gelenk-Apparat nach einiger Zeit Aufräumen, Einkäufe tragen oder Putzen mit Beschwerden und Schmerzen und drückt sein Missfallen aus. Rückenschmerzen, Schulter-Nacken-Verspannungen, Kopfschmerzen, Tennisarme – diese Beschwerden sind z. B. die gängigsten nach intensivem Putzen. Mit welchem Symptom hat sich Ihr Körper das letzte Mal, als Sie länger geputzt haben, gemeldet?

Oftmals bewirken kleine Änderungen in der Herangehensweise schon Entlastung. So sollte man nicht vergessen, dass Haushaltsaufgaben eine körperliche Belastung für den Muskel-Gelenk-Apparat darstellen. Daher ist es empfehlenswert, sich wie bei jeder Art von physischer Aktivität aufzuwärmen. Bevor Sie also beginnen, zu putzen oder aufzuräumen, ist es empfehlenswert, erst einmal umher zu gehen ggf. auch schneller und auch einfache Dehnübungen auszuführen.

Wir vom Chiropraktor-Haus haben ein paar Tipps für Sie, auf was Sie bei Haushaltsaktivitäten achten können, um Beschwerden vorzubeugen:

  • Teilen Sie sich schwere Lasten ein. Das klingt logisch, aber ganz ehrlich: Sind Sie nicht auch der Typ, der so viele Taschen und Körbe wie möglich auf einmal versucht nach dem Einkaufen ins Haus zu bringen? Eben. Mehrere Gänge zwischen Haus und Auto sind wesentlich besser für unseren Muskel-Gelenk-Apparat. Es erfordert Achtsamkeit, nicht wieder in alte Schleppeselmuster zurückzufallen. Denn meist merken wir erst, wenn es zu viel war, dass es zu viel war. Mit mehreren Fuhren zwischen Auto und Haus mindern Sie das Verletzungsrisiko und Sie schonen Ihre Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder. Wenn Sie zu Fuß einkaufen gehen (z. B. auf dem Wochenmarkt), denken Sie darüber nach statt Taschen zu tragen auf einen Shopper mit Rollen zurückzugreifen. Oma-like? Das muss nicht sein, es gibt solche „Einkaufswagen für zuhause“ auch in schön und modern. Achten Sie bei dem Modell Ihrer Wahl auf gute Rollen, am besten Gummirollen, sonst zerren Sie das Teil hinter sich her und das war nicht der Sinn der Sache.
  • Teilen Sie sich die Haushaltsaufgaben ein. Schieben Sie nicht alles auf einen Tag und an diesem widmen Sie sich über Stunden allen Haushaltsaufgaben, die Sie schon länger mal angehen wollten (Bad, Küche, gesamte Wohnfläche, Garten etc.). Wenn Sie z. B. 30 min jeden Tag für Haushaltsaktivitäten einplanen oder jeden Tag einen Raum machen, reduziert dies nicht nur Ihren mentalen Stress, sondern auch den physischen Stress für Ihren Körper. Zudem schafft es Freiräume am Wochenende oder an freien Tagen für schönere Dinge (außer Sie putzen äußerst gerne).
  • Bleiben Sie nah am Körper. Viele Haushaltsaktivitäten gehen mit Haltungen einher, die nicht förderlich sind für den Muskel-Gelenk-Apparat. Saugen, den Boden wischen, den Backofen putzen, die Dusche schrubben etc. – gekrümmte und nach vorne gebeugte Haltungen gehen mit Bewegungen der Arme einher. Vermeiden Sie es, in der Hüfte zu klappen und mit den Armen weit vom Körper weg zu arbeiten. Halten Sie den Staubsauger, den Wischmopp oder den Putzlappen nah an Ihrem Körper und bewegen Sie sich vor und zurück damit. Halten Sie Ihre Wirbelsäule entspannt und neutral. Ihr Rücken wird es Ihnen danken.
    Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Tennisarm

    Putzen kann zu vielerlei Beschwerden im Muskel-Gelenk-Apparat führen.

  • Nutzen Sie beide Körperseiten. Wir tendieren dazu, einseitig zu arbeiten mit unserer dominanten Hand. Beugen Sie Verspannungen in Ihren Schultern, im Nacken, im Rücken etc. vor und nutzen Sie beide Körperseiten, wenn Sie putzen. Überlegen Sie auch, die Fliesen im Bad mal mit der anderen Hand zu putzen.
  • Nutzen Sie beide Hände und machen Sie Pause. Wer kennt das nicht: man schrubbt und schrubbt und hat den Lappen noch irgendwie ungünstig in der Hand. Und dann hat man einen Tennisarm oder Mausarm. Als Tennisarm oder Mausarm bezeichnet man Symptome in der Ellenbogengegend, die oft mit Ausstrahlung in den Unterarm einhergehen. Sie sind Folge einer akuten Überlastung, oft dadurch, dass die gleiche Bewegung in einem kurzen Zeitraum zu oft ausgeführt wurde. Weitere Informationen zu Tennisarm und Mausarm finden Sie hier.

Diese Tipps sollten Sie ermutigen, Ihre Haushaltsaufgaben gut und effektiv anzugehen. Sollten Sie Beschwerden in Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern entwickeln und z. B. Rückenschmerzen oder einen Tennisarm davon getragen haben, kontaktieren Sie einen Chiropraktor.

10.07.2020 Ι aus der Praxis