Die Studie der medizinischen Fakultät der Universität Kopenhagen und der Fakultät für Klinische Biomechanik der Universität Odense hatte das Ziel, das Vorliegen von Rückenschmerzen bei dänischen Kindern zu beschreiben und die sozio-demographischen Faktoren, die Rückenschmerzen begünstigen, zu untersuchen. In die Studie wurden 46.726 Kinder im Alter zwischen 11 und 14 Jahren einbezogen. Diese Kinder sind Teilnehmer an der Dänischen Nationalen Geburten Kohorte. Die Dänische Nationale Geburten Kohorte ist eine riesige Datensammlung und wurde eingerichtet, um die Ursachenbeziehen zwischen Aussetzungen im früheren Leben und Krankheiten im späteren Leben sowie die Möglichkeiten der Krankheitsvorbeugung zu untersuchen. Die skandinavischen Staaten sind hier im Vorteil gegenüber anderen Staaten aufgrund ihrer Bevölkerungsregister zu Krankheiten, Demographie und sozialen Bedingungen, die auf der individuellen Ebene über die Identifizierungsnummer, die allen Bürgern bei Geburt gegeben wird, verbunden werden kann.

Knapp ein Drittel der 11- bis 14-Jährigen hat Rückenschmerzen. Foto: pixabay

In der Studie wurde Rückenschmerzen (Nackenschmerzen, Rückenschmerzen im mittleren Rücken und Rückenschmerzen im unteren Rücken) registriert, sobald sie vom Teilnehmer selbst berichtet wurden. Die Rückenschmerzen wurden nach der Schwere der Schmerzen klassifiziert. In Statistikregistern Dänemarks wurden sozioökonomische Daten über die Kinder und deren Eltern identifiziert. Die Beziehungen zwischen sozio-demographischen Faktoren und Aspekten von Rückenschmerzen wurden geschätzt, indem statistische Regressionsmodelle verwendet wurden. Um die Stichprobenauswahl zu berücksichtigen, wurde auf umgekehrte Wahrscheinlichkeitsgewichtung zurückgegriffen.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Fast 10 % der Jungen und 14 % der Mädchen berichteten von schweren Rückenschmerzen. Etwa 30 % der Kinder berichteten von moderaten Rückenschmerzen. Effektschätzungen deuteten auf ein Risiko der Verschlimmerung mit zunehmendem Alter hin. Zudem hatten diejenigen Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit für Rückenschmerzen, die ohne Vollgeschwister aufwuchsen, nicht mit beiden Elternteilen zusammenlebten, in weniger gebildeten Familien oder Familien mit niedrigerem Einkommen lebten. Die Studienergebnisse waren im Wesentlichen nicht betroffen von der umgekehrten Wahrscheinlichkeitsgewichtung.

Eine beträchtliche Anzahl an Kindern leidet an Rückenschmerzen. Rückenschmerzen sind verbreiteter in benachteiligten Familien. Die Ursache von Rückenschmerzen muss weiter erforscht werden mit dem Ziel, eine effiziente und zielgerichtete Vorbeugung zu ermöglichen. Warum ist die weitere Forschung in diesem Bereich wichtig? Es ist bekannt, dass Rückenschmerzen im Kindesalter Unbehagen und Ungleichheit im Alltag der Kinder verursachen kann. Rückenschmerzen im Kindesalter wird in Forscherkreisen als wichtiges Anzeichen für Rückenschmerzen im Erwachsenenalter angenommen. Die methodische Heterogenität früherer Studien und die Komplexität, Schmerz zu messen, deuten daraufhin, dass Rückschlüsse auf einer breiteren Ebene nicht angebracht wären.

Quelle:

Joergensen, AC/Hestbaek, L/Andersen, PK/Nybo Andersen, AM 2019: Epidemiology of spinal pain in children: a study within the Danish National Birth Cohort, in: European journal of pediatrics, 178:5, 695-706, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30788593 (abgerufen am 13.06.2019).

14.06.2019 Ι aus der Forschung