Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wirbt dafür, Säuglinge bis zum Alter von sechs Monaten ausschließlich zu stillen. Hintergrund sind Forschungsstudien, die zeigten, dass Kinder, die nie oder nur unregelmäßig gestillt werden, ein höheres Risiko für Fettleibigkeit (Adipositas) bereits im Kindesalter haben. Fettleibigkeit bringt negative Folgen nicht nur für die Gesundheit des betroffenen Kindes, sondern auch für die nationalen Gesundheitssysteme mit sich. Eine schwere Adipositas ginge mit sofortigen wie auch langfristigen Folgen in Hinblick auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und weiteren negativen gesundheitlichen Folgen einher (vgl. WHO 2019).

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Chiropraktor Alexander Meier behandelt ein Baby mit Gelenkblockaden in der Halswirbelsäule.

Babys sollten, so die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich gestillt werden. Das Stillen sollte bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus fortgesetzt werden, wobei ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat zusätzlich Beikost zugefüttert werden könne (vgl. WHO 2019).

Zu den Ursachen für einen wenigen oder unregelmäßigen Rückgriff auf das Stillen zählt die Weltgesundheitsorganisation fehlende Vorbereitung von Gesundheitsfachkräften auf die Förderung des Stillens, unwirksame Konzepte zur Förderung des Stillens, intensive Marketingkampagnen für Muttermilchersatzprodukte und Probleme bei der Verabschiedung von Mutterschutzgesetzen (vgl. WHO 2019).

Was die Weltgesundheitsorganisation nicht im Blick hat, sind physische bzw. biomechanische Einschränkungen des Säuglings, die das Stillen zu einer Herausforderung werden lassen. Viele Frauen, die stillen wollen, haben Probleme. Nicht wenige von ihnen geben schon kurz nach der Geburt auf und greifen zur Flasche. Viele Babys haben Probleme an der Brust der Mutter anzudocken, weil sie durch die Geburt Gelenkblockaden in der Wirbelsäule haben. Eine Forschungsstudie aus Großbritannien konnte belegen, dass bei Babys mit Stillproblemen das Stillproblem bei über 60% der Babys direkt nach der Geburt begonnen hat (vgl. Miller et al. 2017). Die Stillprobleme beinhalteten oft mehr als nur ein Problem. Meist beinhalteten die Stillprobleme Schwierigkeiten beim Anlegen (54%), schmerzhaftes Stillen (44%), eine Präferenz des Babys für eine Stillseite (35%), beim Stillen unruhige Babys (27%), Geräusche vom Baby beim Stillen (51%), Brustentzündung (6%), Pilzinfektion des Babys (5%) und ungenügende Gewichtszunahme (5%). 83% der Geburten der Mütter, die sich in einer Stillklinik vorstellten, waren unterstützte Geburten (Kaiserschnitt, Zange, Saugglocke). Einige Mütter berichteten von mehreren Interventionen. Bei den Babys, die in der Stillklinik vorgestellt wurden, waren Probleme im Muskel-Skelett-Apparat vorherrschend, zumeist in der Brustwirbelsäule, Halswirbelsäule und im Sternocleidomastoideus (Muskel zwischen Brustbein, Schlüsselbein und Schädelbasis) (vgl. Mill et al. 2017). Der Einbezug von Chiropraktoren, die als Experten für Muskel-Gelenk-Probleme auch Babys behandeln, als Teil der Unterstützung bei suboptimalem Stillen sei geeignet (vgl. Miller at al. 2017).

Quelle:

Miller, Amy/Miller, Joyce/Taylor, Alison/Way, Susan 2017:  Demographic profile of 266 mother-infant dyads presenting to a multidisciplinary breastfeeding clinic: a descriptive study, in: e-prints Universität Bournmouth, unter http://eprints.bournemouth.ac.uk/29800/7/Demographics.pdf (abgerufen am 09.07.2018).

WHO 2019:  Neue Studien der WHO: Die Europäische Region kämpft gegen Adipositas im Kindesalter und Sachverständige bestätigen, dass Stillen Kinder vor Adipositas schützt, http://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/obesity/news/news/2019/4/new-who-studies-europe-battles-childhood-obesity-and-experts-confirm-breastfeeding-protects-against-child-obesity (abgerufen am 20.05.2019).

20.05.2019 Ι aus der Forschung