Ein kürzlich erschienener Bericht über Kopfschmerzen der Weltgesundheitsorganisation zeigte auf, wie wenig darüber bekannt ist, wie Kopfschmerzen behandelt werden, über die Effektivität von Kopfschmerzmanagement und darüber, wie Kopfschmerz bezogene Ressourcen des Gesundheitssystem genutzt werden. Chiropraktoren sind wichtige Gesundheitsdienstleister für an wiederkehrendem Kopfschmerz leidende Personen (zervikogener Kopfschmerz, Migräne, Spannungskopfschmerz). Die Studie hatte das Ziel, eine Erhebung von australischen Chiropraktoren durchzuführen, um das Vorkommen von Kopfschmerzen und den aktuellen Status der chiropraktischen Kopfschmerz Praxis zu beschreiben. Ein Online-Fragebogen wurde an australische Chiropraktoren verteilt.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Einer von fünf neuen Patienten stellte sich mit der Hauptbeschwerde Kopfschmerzen vor sowie einer von vier neuen Patienten mit der sekundären Beschwerde Kopfschmerzen. Die Behandlung von Kopfschmerzen erfolgte meist in weniger als drei Monaten zwei Mal pro Woche, 5-10 Termine im Zeitraum von 2-4 Wochen. Für primäre (84,6%) und sekundäre (90,4%) Kopfschmerzen griffen die Chiropraktoren auf Kriterien der Internationalen Klassifizierung von Kopfschmerzen (International Classification of Headache Disorders (ICHD)) zurück. Als primäre Kopfschmerzen gelten nach der ICHD Migräne, Spannungskopfschmerz, Trigeminus-Nerv Kopfschmerz (trigeminal autonomic cephalgias) und andere primäre Kopfschmerzbeschwerden (Hustenkopfschmerz, externer Druck Kopfschmerz etc.).

Die stärkste Übereinkunft, dass die ICHD-Kriterien leicht zu befolgen waren, lag bei 4.0 (statistischer Mittelwert) für primären Kopfschmerz und bei 3.88 (Mittelwert) für sekundären Kopfscherz und die wenigste Übereinkunft, dass Patienten leicht in die ICDH-Kriterien einzuordnen waren 3.29 (Mittelwert) für primäre Kopfschmerzen und 3.39 (Mittelwert) für sekundäre Kopfschmerzen.

Überweisung wurden meist zu Gesundheitsdienstleistern für Komplementäre und Alternative Medizin (CAM providers) (66%) [Anm.: Dazu zählen in Australien auch Chiropraktoren] und zu Ärzten für Allgemeinmedizin (60%) ausgestellt, um klinische rote Flaggen für Kopfschmerzen zu erforschen (83,4%) und bei akutem Kopfschmerz zu helfen (57,1%). Kopfschmerz-Überweisungen von Seiten von Allgemeinmedizinern waren gering (29,6%).

Chiropraktor Alexander Meier untersucht eine Patientin mit Kopfschmerzen auf Gelenkblockaden in der Halswirbelsäule

Die chiropraktische Behandlung zielte zumeist auf Kopfschmerzprävention und Wiederherstellung der Funktion/Beweglichkeit. Die häufigste Empfehlung für Migräne und Spannungskopfschmerzen war für Kopfschmerztrigger (94,1% sowie 90,9%) und Stressmanagement (89,4% bei Migräne, 90,1% Spannungskopfschmerzen). Die häufigste Behandlung war eine chiropraktische Behandlung der Wirbelsäule (spinal manipulation) (88,4% bei Migräne), Weichgewebetherapie (vor allem Muskeln) bei Spannungskopfschmerzen (88,1%) und Nackenübungen (91,7%) sowie eine chiropraktische Behandlung der Wirbelsäule bei zervikogenen Kopfschmerzen (90,6%).

Die Studie ergab, dass ein signifikanter Anteil an neuen Patienten und bekannten Patienten Behandlungstermine für Kopfschmerzmanagement ist. Dies könnte auch an der Unzufriedenheit von Patienten hinsichtlich der Behandlung mit Medikamenten liegen.

Die meisten Chiropraktoren stimmten zu, dass die Diagnose die Behandlung beeinflusst, aber es ist mehr Forschung nötig, um zu sehen, welche Aspekte der Behandlung beeinflusst werden. Zukünftige Forschung sollte Kopfschmerztypen, Ausmaß der Einschränkung und chronische Beschwerden mehr in den Blick nehmen.

Quelle: Moore, C./Leaver, A./Sibbritt, D./Adams, J 2018: Headache management by chiropractors: A cross-sectional analysis representative survey of chiropractors, in: Chiropractic Journal of Australia, 46:2, CAA Annual Conference Abstracts, S. 203-205, http://www.cjaonline.com.au/index.php/cja/article/view/213 (abgerufen am 22.01.2019).

23.01.2019 Ι aus der Forschung