Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheitswissen bzw. „Gesundheitsalphabetisierung“ so: Gesundheitsalphabetisierung sind die kognitiven und sozialen Fähigkeiten, die die Motivation und die Möglichkeit von Personen bestimmen, Zugang zu guter Gesundheit zu erhalten, Gesundheit zu verstehen und Informationen, die Gesundheit fördern, zu nutzen. Gesundheitsalphabetisierung ist also das Vermögen, Informationen zu verstehen und zu nutzen und angemessene Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen. Jedem kommt eine große Rolle beim Management der eigenen Gesundheit zu. Das sollten Sie als Patient sich nicht aus der Hand nehmen lassen. Es kann in manchen Situationen eine Herausforderung sein, Informationen zu finden und zu verstehen, die uns ermöglichen, besser mit unseren Beschwerden umzugehen und zu einer ganzheitlichen Gesundheit zu gelangen. Viele sind sich dieser Herausforderung und Aufgabe nicht bewusst und fühlen sich von Ärzten und Ratschlägen aus der Familie und von Bekannten fremd bestimmt.

Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass eine geringe Gesundheitsalphabetisierung verbunden ist mit einer erhöhten Rate von Krankenhausaufenthalten, unnötiger Inanspruchnahme von Notfallversorgungsleistungen und größerem Risiko von Sterblichkeit bei Senioren. Zudem wird gesagt, dass eine geringe Gesundheitsalphabetisierung unsere Fähigkeit beeinflusst, Strategien zur Vorbeugung von Krankheiten zu nutzen und die Einnahme verschriebener Medikamente einzuhalten.

Das Konzept der Gesundheitsalphabetisierung stellt die starke Verbindung zwischen Gesundheitsstatus und Lernen heraus. Das Lernen über unseren Körper und unsere Gesundheit sollte bereits im Kindesalter beginnen und sich auch im Erwachsenenalter weiter fortsetzen. So können wir eine größere Achtsamkeit für unseren Körper entwickeln und einen besseren Gesundheitsstatus erlangen.

Wenn wir uns Wissen um die Gesundheit aneignen, sollte dies verschiedene Bereiche unseres Körpers, die Auswirkungen von gesundheitsrelevantem Verhalten und die Arbeitsweise des Gesundheitssystems umfassen.

Informationen zu verstehen, ist grundlegend dafür, die eigene Gesundheit besser managen zu können.

Wir haben hier ein paar Strategien zusammengetragen, wie Sie Ihre Gesundheitsalphabetisierung steigern können:

  • Nutzen Sie Möglichkeiten, mehr über Ihre Gesundheit zu lernen. Beachten Sie dabei die Quelle für die Informationen. Gehen Sie z. B. lieber auf die Website von Krankenkassen als die Informationen aus Zeitschriften vom Kiosk zu beziehen.
  • Fragen Sie nach! Wenn Sie bei einem Arzt oder anderen Gesundheitsdienstleister etwas nicht verstehen, zögern Sie nicht, nachzufragen und um eine für Sie klarere Erklärung zu bitten.
  • Wiederholen Sie die Informationen, die Sie im Gespräch mit Ihrem Gesundheitsdienstleister verstanden haben. Ihr Gesundheitsdienstleister kann so ggf. klarstellen, was Sie nicht richtig verstanden haben, und er kann zusätzliche Informationen geben.
  • Wenn die Kommunikation mit Ihrem Gesundheitsdienstleister Sie vor Herausforderungen stellt, nehmen Sie jemanden zum Termin mit. Vier Ohren hören besser als zwei. So können Sie nach dem Gespräch gemeinsam die erhaltenen Informationen für sich ordnen.

Nutzen Sie die Möglichkeit und machen Sie den Erwerb von Gesundheitswissen im Jahr 2019 zu Ihren guten Vorsätzen. Sprechen Sie mit Ihrem Gesundheitsdienstleister über Ihre Gesundheit und stellen Sie viele Fragen. Hinterfragen Sie Informationen und das Gesundheitssystem. Nicht alles, was Ihnen ein Gesundheitsdienstleister empfiehlt, ist tatsächlich das richtige Vorgehen für Sie. Behalten Sie im Hinterkopf, dass auch die Empfehlung von Therapien systembedingt oftmals auf finanziellen Anreizen beruht und möglicherweise für den individuellen Fall geeignetere Wege zu finden wären. Eignen Sie sich daher Wissen aus unterschiedlichen Quellen an.

Die Informationen, die Sie erhalten, und die Gesundheitskompetenz, die Sie erlangen, werden Ihnen helfen, Beschwerden vorzubeugen und zu managen.

16.01.2019 Ι aus der Praxis