Dass Stillen wichtig ist für die Gesundheit von Mutter und Kind, ist anerkannt. Die gesundheitlichen Vorteile für das Kind umfassen eine verringerte Erkrankungshäufigkeit oder Sterblichkeit durch Infektionen, verringerte Zahnfehlstellungen und höhere Intelligenz (Vergleich von längeren Zeitraum des Stillens und kein Stillen oder kurzer Zeitraum des Stillens). Gesundheitliche Vorteile für die Mutter sind z. B. die Vorbeugung von Brustkrebs, verbesserte Geburt aufgrund von Laktase-Amenorrhea und mögliche Verringerung des Risikos für Eierstockkrebs und Diabetes.

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Ein sechs Wochen altes Baby wird von Chiropraktor Alexander Meier behandelt.

Weltweit sind die Stillraten niedriger als optimal. Mütter und ihre Kinder, bei denen das Stillen nicht optimal funktioniert, suchen bei einer Vielzahl unterschiedlicher Behandler Unterstützung. Um Mütter und ihre Babys zu unterstützen, wurde eine multidisziplinäre chiropraktische und Geburtshilfe Klinik in England eröffnet.

Für ein besseres Verständnis von Patientenwünschen und klinischem Bedarf wurde eine deskriptive Studie entwickelt. Die beschreibende Studie von den Forschern um Amy Miller gibt einen Überblick über die Fälle, die sich in einem Zeitraum von neun Monaten in der Klinik vorstellten. Der Fokus liegt auf Stillschwierigkeiten, Geburt und Muskel-Skelett-Probleme der Babys.

266 Mütter mit Babys nahmen an der Studie teil. Der Studienzeitraum betrug neun Monate. Es wurde nicht für die Studie rekrutiert, sondern die Mütter machten selbst einen Termin in der Klinik. Das mittlere Alter der Babys bei der ersten Vorstellung war 5,7 Wochen (das jüngste war drei Tage, das älteste Baby beim ersten Termin war 31 Wochen). 64 % der Mütter berichteten, das Stillproblem habe direkt nach der Geburt eingesetzt, während 22 % berichteten, das Stillproblem habe sich langsam entwickelt. Die Mütter berichteten oft von mehr als einem Problem beim Stillen. Meist beinhalteten die Stillprobleme Schwierigkeiten beim Anlegen (54%), schmerzhaftes Stillen (44%), eine Präferenz des Babys für eine Stillseite (35%), beim Stillen unruhige Babys (27%), Geräusche vom Baby beim Stillen (51%), Brustentzündung (6%), Pilzinfektion des Babys (5%) und ungenügende Gewichtszunahme (5%). Die Eingriffe bei der Geburt lagen höher als im nationalen Durchschnitt, insbesondere Zangengeburt. 83% der Geburten der Mütter, die sich vorstellten, waren unterstützte Geburten (Kaiserschnitt, Zange, Saugglocke). Einige Mütter berichteten von mehreren Interventionen. Bei den Babys, die in der Stillklinik vorgestellt wurden, waren Probleme im Muskel-Skelett-Apparat vorherrschend, zumeist in der Brustwirbelsäule, Halswirbelsäule und im Sternocleidomastoideus (Muskel zwischen Brustbein, Schlüsselbein und Schädelbasis).

Was ist das Ergebnis der deskriptiven Studie zu Stillen und Chiropraktik? Da Geburtsinterventionen, Schwierigkeiten beim Stillen und Probleme im Muskel-Skelett-Apparat oftmals nebeneinander existierten, kann der Einbezug von chiropraktischen Behandlungen für Muskel-Skelett-Probleme als Teil der Unterstützung bei suboptimalem Stillen geeignet sein.

Quelle: Miller, Amy/Miller, Joyce/Taylor, Alison/Way, Susan 2017:   Demographic profile of 266 mother-infant dyads presenting to a multidisciplinary breastfeeding clinic: a descriptive study, in: e-prints Universität Bournmouth, unter http://eprints.bournemouth.ac.uk/29800/7/Demographics.pdf (abgerufen am 9.7.2018).

Hinweis: Weitere Informationen zu Chiropraktik für Babys und Dreimonatskoliken.

16.08.2018 Ι aus der Forschung