Schwangerschaft: Schmerzen in der Schwangerschaft 2017-11-13T14:43:29+00:00

Chiropraktische Behandlung von Schmerzen in der Schwangerschaft

Das Chiropraktor-Haus möchte Ihnen Informationen zu Schmerzen in der Schwangerschaft aus Sicht der Chiropraktik geben.

In der Schwangerschaft erfährt der Körper verschiedene Veränderungen. Einige davon betreffen auch den Muskel-Skelett-Apparat. Der Muskel-Skelett-Apparat muss mehr Gewicht tragen, Bänder und Sehnen werden hormonell bedingt weicher und die gesamte Körperhaltung verändert sich oftmals in der Schwangerschaft.

Chiropraktik, schwanger, Rückenschmerzen, Beckenschmerzen, Hüftschmerzen, Knieschmerzen, Chiropraktor, Chirorpaktor-Haus, HamburgDas zusätzliche Gewicht der Brust muss von der Brustwirbelsäule und dem Nacken-Schulter-Bereich getragen werden. Das zusätzliche Gewicht des Bauches muss von der Lendenwirbelsäule und dem Beckengelenken (Iliosakralgelenken) getragen werden. Die Gewichtszunahme insgesamt (oft auch durch Wassereinlagerungen) wirkt wiederum auf Knie und Füße ein.

Dazu kommt noch, dass sich der Körper in der Schwangerschaft auf die Geburt vorbereitet und Bänder und Sehnen weicher werden. Bänder verschieben sich leichter und Gelenke können leichter blockieren. Dies betrifft insbesondere die Beckengelenke (Iliosakralgelenke). Diese werden fragil und werden typischerweise zu Schwachstellen für Gelenkblockaden in der Schwangerschaft. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich durch die Schwangerschaft oft die gesamte Körperhaltung verändert.

  • Haben Sie Schmerzen im oberen Rücken (Brustwirbelsäule)?

  • Haben Sie Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich?

  • Haben Sie Schmerzen im unteren Rücken (Lendenwirbelsäule)?

  • Haben Sie Schmerzen in der Hüfte bzw. im Becken?

  • Haben Sie Schmerzen in der Hüfte bzw. im Becken mit Ausstrahlung in ein Bein oder in die Leistengegend?

  • Haben Sie Schmerzen in den Knien?

  • Haben Sie Schmerzen an einer Rippe?

Optimal auf Schwangere eingestellt

Chiropraktik, schwanger, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Beckenschmerzen, Hüftschmerzen, Knieschmerzen, Chiropraktor, Chiropraktor-Haus, HamburgDas Chiropraktor-Haus ist mit einer speziellen Vorrichtung an der Behandlungsbank optimal auf Schwangere eingestellt. Schwangere sollten nicht auf dem Bauch liegend behandelt werden. Bei uns im Chiropraktor-Haus können Schwangere vor der Behandlungsbank knien, so dass Ihr Bauch und damit Ihr Baby keiner Belastung ausgesetzt ist.  In dieser Position kann Ihr Rücken chiropraktisch behandelt werden. Hüft- bzw. Beckenbeschwerden werden in Seitenlage justiert und Knie können in Rückenlage behandelt werden. Gerade in der Schwangerschaft ist es äußerst wichtig, dass der Behandler weiß, was er tut und Mutter und Kind nicht gefährdet. Ein Chiropraktor ist Experte für chiropraktische Behandlungen in speziellen Lebenslagen wie einer Schwangerschaft, da er ein fünfjähriges Studium der Medizin mit Fachrichtung Chiropraktik absolviert hat (kein Chiropraktiker: keine geregelte Mindeststundenanzahl der Ausbildung; kein Chirotherapeut: Arzt mit 320h-Fortbildung in Chiropraktik).

Chiropraktik hilfreich für natürliche Geburten

Chiropraktik hilft übrigens, auf natürliche Art zu gebären (ohne Kaiserschnitt, ohne Saugglocke, ohne Zange). Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Behandlung durch einen Chiropraktor die Funktion der Beckenbodenmuskulatur verändern kann. Die Beckenbodenmuskulatur ist stark involviert in den Geburtsprozess, vor allem in der zweiten Stufe, und der Austritt des Kindskopfes durch den Levator Hiatus kann durch eine entspannte Beckenbodenmuskulatur erleichtert werden. Mehr zur Forschungsstudie finden Sie am Ende dieser Seite.

Schwangere mit Rückenschmerzen beim Chiropraktor

Schwangere haben oftmals Rückenschmerzen und insbesondere Schmerzen im unteren Rücken (Lendenwirbelsäule). Helfen Behandlungen durch einen Chiropraktor?

Dieser Frage ging eine Studie der Universität Zürich nach. Die Forschung zu Ergebnissen chiropraktischer Behandlung bei Schwangeren ist beschränkt. Die StudieChiropraktik, schwanger, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Beckenschmerzen, Chiropraktor, Chiropraktor-Haus, Hamburg der Universität Zürich setzte hier an und zielte darauf ab, Ergebnisse von Behandlungen durch Chiropraktoren von Schwangeren festzuhalten. An der Studie nahmen 115 Schwangere mit Rückenschmerzen im unteren Rücken oder Beckenschmerzen, die keine manuelle Therapie in den vorherigen drei Monaten in Anspruch genommen hatten, teil. Zu Beginn der Studie wurde der aktuelle Schmerzstatus anhand von Zahlen und des Oswestry Fragebogen erhoben. Der Oswestry Fragebogen liefert Informationen zum Schmerz- und Funktionsstatus sowie der Einschränkung durch Rückenschmerzen im Alltag. Die Forscher hielten die Dauer der Schmerzen bzw. Beschwerden, die Zahl der vorherigen Episoden von Rückenschmerzen im unteren Rücken, Rückenschmerzen im unteren Rücken während einer vorherigen Schwangerschaft und die Kategorie der Schmerzverortung fest. Nach einer Woche, nach einem Monat und nach drei Monaten nach der ersten Behandlung durch einen Chiropraktor wurde die Veränderung anhand der Selbsteinschätzung des Patienten (standardisierter Fragebogen patient’s global impression of change) sowie den zuvor genutzten Fragebogen gemessen. Nach 6 Monaten und nach einem Jahr wurden die Schwangeren erneut befragt. Antworten wie „besser“ oder „sehr viel besser“ wurden in die Kategorie „verbessert“ eingeordnet. Der Anteil der Patienten, deren Zustand sich verbessert hatte, wurde errechnet. Statistische Berechnungen wurden mit den ermittelten Daten durchgeführt.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Der Zustand von 52% der 115 Studienteilnehmer verbesserte sich innerhalb einer Woche. 70% der Studienteilnehmer ging es nach einem Monat, 85% nach drei Monaten, 90% nach sechs Monaten und 88% nach einem Jahr besser. Die meisten Schwangeren, die Behandlungen durch einen Chiropraktor erhielten, berichteten von klinisch relevanten Verbesserungen zu jedem der getesteten Zeitpunkte.

Quelle: Peterson, Cynthia/Mühlemann, Daniel/Humphreys, Barry 2014: Outcomes of pregnant patients with low back pain undergoing chiropractic treatment: a prospective cohort study with short term, medium term and 1 year follow-up, in: Chiropractic & Manuel Therapies, 22:15, unter: http://chiromt.biomedcentral.com/articles/10.1186/2045-709X-22-15 (abgerufen am 23.11.2016).

Unser Tipp: Keine Geburt in Rückenlage

Ein harter Start ins Leben – Geburt in Rückenlage ist zu überdenken

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Natürliche Schwerkaft bei der Geburt

Die Mehrheit der Kinder wird in Krankenhäusern geboren und hier ist es üblich, dass die werdende Mutter bei der Geburt in Rückenlage liegt. Nur manchmal wird über alternative Positionen (wie Hocker, stehend, hockend, sitzend) informiert oder werden diese sogar angeboten. Wenn Sie als werdende Mutter nicht in einem Krankenhaus wären, sondern beispielsweise in der Wüste, welche Position für die Entbindung würden Sie wählen? Kaum jemand würde wohl die Rückenlage selbst wählen. Durch die Rückenlage wird die Schwerkraft außer Gefecht gesetzt und die Beckenmuskeln können weniger bei der Geburt helfen. Dadurch haben es sowohl die Mutter als auch das Baby schwerer. So schlimm es klingt: Die Entbindungsposition in Rückenlage ist nicht für die werdende Mutter oder das Baby gut, sondern für das Krankenhauspersonal.

Wussten Sie, dass bei einer normalen Geburt 20 kg Gewicht auf den Kopf des Babys drücken? Bei einem Kaiserschnitt oder einer Geburt mit der Saugglocke lasten sogar 40 kg auf dem Kopf des Babys. In Deutschland kamen 2015 31,1 % der Kinder per Kaiserschnitt zur Welt (Hamburg: 33,7%) (vgl. Destatis 2016). Das ist jedes dritte Kind. Per Saugglocke werden 5,9% der Kinder in Deutschland geboren und 0,4% per Zange (vgl. Destatis 2016). Viele Babys bekommen durch das Gewicht, das auf ihren Kopf drückt, bereits bei ihrer Geburt Gelenkblockaden, insbesondere in der Halswirbelsäule, in der Wirbelsäule oder im Becken. Gelenkblockaden haben sowohl mechanische als auch neurologische Folgen.

Leider wird nach einer schwierigen Geburt oder nach einem Kaiserschnitt etc. in Deutschland nur sehr selten dazu geraten, das Baby auf Gelenkblockaden untersuchen zu lassen. Hinzu kommt, dass viele Ärzte und Kinderärzte oder Hebammen Gelenkblockaden nicht erkennen, weil sie nicht dafür ausgebildet sind. In anderen Ländern wie in Dänemark sieht dies anders aus: Hier gibt es Chiropraktoren in gynäkologischen Krankenhausabteilungen und Babys werden oftmals auch von der Hebamme an einen niedergelassenen Chiropraktor überwiesen.

Was sind typische Anzeichen für Gelenkblockaden?

  • Chiropraktor-Haus-Hamburg-Baby_5Wenn das Baby eine Schokoladenseite hat, zu der es den Kopf gerne dreht, oder eine Brust bevorzugt, deutet dies darauf hin, dass das Baby Gelenkblockaden hat.
  • Wenn das Baby einen platten bzw. unregelmäßig geformten Kopf entwickelt, ist dies ein Zeichen für eine länger bestehende Gelenkblockade.
  • Wenn das Baby weint, wenn es auf dem Rücken oder auf den Bauch gedreht wird oder in dieser Position liegen soll, ist dies ein Anzeichen für Gelenkblockaden im Nacken oder in der Wirbelsäule.
  • Wenn das Baby sehr viel schreit, kann dies auf Gelenkblockaden hindeuten.
  • Wenn das Kind später nicht symmetrisch krabbelt oder die Krabbelphase überspringt und sofort läuft, ist dies ein Zeichen für Gelenkblockaden in der Wirbelsäule, insbesondere im Lendenwirbelbereich.

Was können Sie als Eltern tun? Sprechen Sie bereits vor der Geburt mit dem zuständigen Arzt oder der Hebamme über die Möglichkeit einer Entbindung im Stehen oder in der Hocke.

Wenn Ihr Kind nach der Geburt Anzeichen für Gelenkblockaden aufweist, lassen Sie es am Besten von einem Chiropraktor überprüfen. In Dänemark bringt ca. 20 % der Eltern ihr Baby nach der Geburt zum Chiropraktor.

Quelle: Destatis 2016: Mehr Krankenhausentbindungen 2015 bei niedrigerer Kaiserschnittrate, unter: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/10/PD16_355_231.html (abgerufen am 18.7.2017)

Natürliche Geburt unterstützt durch Behandlungen beim Chiropraktor

Chiropraktik hilfreich für natürliche Geburten

Ziel der Studie war, ob eine einmalige Behandlung der Wirbelsäule durch einen Chiropraktor bei Schwangeren die Funktion der Beckenbodenmuskulatur verändern kann. Die Rolle der Beckenbodenmuskulatur für die Stabilisierung der Wirbelsäule ist gut dokumentiert. Die Beckenbodenmuskulatur ist stark involviert in den Geburtsprozess, vor allem während der zweiten Stufe. Bei Frauen, die einen Blasenhalsabstieg und eine begleitende Erhöhung der Zwerchfellmuskulatur haben, sind unkomplizierte vaginale Geburten wahrscheinlicher. Wenn chiropraktische Behandlungen in der Lage sind, die Beckenbodenmuskulatur zu verändern, kann dies während des Geburtsprozesses von Vorteil sein. Die Konsequenzen von Schwierigkeiten bei der vaginalen Geburt, vor allem wenn eine Intervention nötig ist, ist stark zusammenhängend mit der Entwicklung einer Störung (Dysfunktion) der Beckenbodenmuskulatur. Dies manifestiert sich oftmals in Stress-Inkontinenz, Beckenorgan Prolaps und/oder fäkaler Inkontinenz.

Chiropraktik, schwanger, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Knieschmerzen, Beckenschmerzen, Hüftschmerzen, Chiropraktor, Chiropraktor-Haus, HamburgAn der Studie nahmen 11 Frauen im zweiten Trimester der Schwangerschaft sowie 15 Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, teil. In der Studie wurde die Beckenboden- Anatomie und -Funktion anhand von Ultraschallaufnahmen bewertet. Nach dem Urinlassen wurden ¾ dimensionale Ultraschallaufnahmen gemacht, während die Frauen auf dem Rücken lagen. Im Fokus stand dabei der Levator Hiatus, eines Portals von ca. 15cm² Fläche, das von Harnröhre, Vagina und Anorektum gekreuzt wird und das bei einer Geburt den Durchtritt des Kindskopfes erlauben soll. Die Anhebung des Levator Hiatus in der Ruheposition, bei maximaler Beckenbodenanspannung und während des Höhepunkts des Valsalva-Manövers (forcierte Ausatmung bei verschlossener Mund- und Nasenöffnung und gleichzeitiger Bauchmuskelanspannung) wurden gemessen und zwar bevor und nach der chiropraktischen Behandlung oder einer Kontrollintervention. Die Forscher kamen zu folgenden Ergebnissen: Die Levator Hiatus-Gegend im Ruhezustand erhöhte sich signifkant (P < .05) nach der Wirbelsäulenmanipulation bei den Schwangeren. Bei den nicht schwangeren gab es keine Veränderung nach dem chiropraktischen Eingriff weder im Ruhezustand noch bei irgendeiner anderen der gemessenen Parameter. Die chiropraktische Behandlung der Wirbelsäule bei Schwangeren im zweiten Trimester steigert den Levator Hiatus-Bereich im Ruhezustand und scheint daher die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen. Dies passierte nicht bei den nicht schwangeren Kontrollpersonen, was darauf hindeutet, dass dies mit der Schwangerschaft zusammenhängt.

Quelle: Haavik, Heidi/Murphy, Bernadette/Kruger, Jennifer 2016: Effect of Spinal Manipulation on Pelvic Floor Functional Changes in Pregnant and Nonpregnant Women: A Preliminary Study, in: Journal of Manipulative and Physiological Therapeutics, 39: 5, 339-347, unter: http://www.jmptonline.org/article/S0161-4754(16)30034-3/fulltext (abgerufen am 24.11.2016).