Nackenschmerzen 2017-11-05T18:08:25+00:00

Chiropraktische Behandlung von Nackenschmerzen

 

Das Chiropraktor-Haus Hamburg möchte Ihnen Informationen zu Nackenschmerzen aus Sicht der Chiropraktik geben.

Haben Sie Nackenschmerzen? Haben Sie Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich? Schmerzen im Nacken oder im Nacken-Schulterbereich gehen gelegentlich auch mit Kopfschmerzen einher oder können eine leichte Ausstrahlung in den Oberarm haben. Sollte die Ausstrahlung größer sein, kann dies auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten.

Auslöser für Nackenschmerzen aus biomechanischer Sicht:

Nackenschmerzen oder Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich werden häufig durch einseitige Belastung verursacht. Eine einseitige Belastung kann insbesondere beim Sitzen (Bürotätigkeit, Arbeit am Computer), beim Autofahren, wiederholten Bewegungen oder Ähnlichem entstehen. Besteht die einseitige Belastung längere Zeit, können Nackenschmerzen oder Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich chronisch werden. Zugluft kann bereits bestehende chronische Nackenschmerzen verschlimmern.

Akute Nackenschmerzen oder Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich werden häufig durch falsche Haltung über längere Zeit (z. B beim Schlafen) oder auch durch Zugluft verursacht. Meist wacht man mit einem steifen oder schiefen Nacken bzw. Hals auf. Der Kopf lässt sich nicht mehr (gut) drehen.

Nackenschmerzen oder Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich oder eine Einschränkung der Drehbewegung des Kopfs werden typischerweise von Gelenkblockaden in der Halswirbelsäule verursacht.

Kommt Ihnen einer der folgenden Punkte bekannt vor? Wir empfehlen die Vorstellung bei einem Chiropraktor:

  • Haben Sie einen steifen Nacken?

  • Haben Sie einen „schiefen Hals“?

  • Können Sie den Kopf nicht gut drehen?

  • Merken Sie, dass Sie z. B. beim Autofahren den Kopf nicht mehr so gut drehen können? Ansonsten haben Sie keine Schmerzen?

  • Merken Sie, dass einen Seitenunterschied gibt, bis wohin Sie Ihren Kopf drehen können?

Immer wieder hört man, dass chiropraktische Behandlungen im Nacken ein Schlaganfallrisiko darstellen. Es gibt viele Studien, die diesen Verdacht wissenschaftlich untersucht haben und kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu anderen Behandlungen bei Nackenschmerzen festgestellt haben. Wichtig zu unterstreichen ist, dass die Studien  nur Chiropraktoren mit 5-jährigem Universitätsstudium der Chiropraktik an einer anerkannten Universität in den Blick genommen haben und keine Chiropraktiker (zum Unterschied zwischen Chiropraktoren und Chiropraktikern finden Sie hier weitere Informationen). Zwei Studien haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Chiropraktik ist eine weit verbreitete Therapie für Kopfschmerzen und Nackenschmerzen. Chiropraktische Behandlungen stehen im Verdacht, das Risiko für eine Dissektion der zervikalen Arterie und einen Schlaganfall zu erhöhen. Ein Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn abgeschnitten wird, z. B. indem Blutklumpen die Arterien verstopfen. Patienten mit karotider artieller Dissektion können sich mit Nackenschmerzen oder Kopfschmerzen vorstellen, bevor sie einen Schlaganfall erleiden. Nackenschmerzen und Kopfschmerzen sind häufige Symptome, mit denen sich Patienten bei Chiropraktoren und Allgemeinmedizinern vorstellen. Ziel der Studie um David Cassidy war, das Risiko eines karotiden artiellen Schlaganfalls nach einer chiropraktischen Behandlung einzuschätzen, in dem der Zusammenhang zwischen Besuchen beim Chiropraktor und beim Allgemeinmediziner und nachfolgende Schlaganfälle miteinander verglichen wurden.

Dazu war die Studie auf die Bevölkerung bezogen und als fallübergreifende Studie in dem Bundesstaat Ontario in Kanada angelegt. Alle Fälle von karotidem artiellerem Schlaganfall in einem Zeitraum von neun Jahren, die in Krankenhäusern registriert wurden, wurden identifiziert. Die Fälle dienten als eigene Kontrolle. Besuche bei einem Chiropraktor oder einem Allgemeinmediziner wurden auf Basis der Gesundheitsabrechnungen ausgewertet. Die Forscher verglichen 15.523 Fälle mit 62.092 Kontroll-Perioden und nutzten Zeitfenster von einem, drei, sieben und 14 Tagen vor dem Schlaganfall. Es wurden positive Zusammenhänge sowohl für Besuche beim Chiropraktor als auch für Besuche beim Allgemeinmediziner und nachfolgendem Schlaganfall bei Patienten, die jünger als 45 Jahren waren, gefunden. Diese Zusammenhänge wurden deutlicher, wenn sie eingegrenzt wurden auf Besuche wegen Nackenschmerzen und Kopfschmerzverwandten Diagnosen. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Besuchen beim Chiropraktor und Besuchen beim Allgemeinmediziner. Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen Besuchen beim Chiropraktor und Schlaganfall bei Patienten, die 45 Jahre oder älter als 45 Jahren waren.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Die Forscher fanden kein erhöhtes Risiko für einen karotiden artieriellen Schlaganfall nach chiropraktischer Behandlung durch einen Chiropraktor. Die Zusammenhänge zwischen Besuchen beim Chiropraktor und Besuchen beim Allgemeinmediziner und Schlaganfällen waren ähnlich und wahrscheinlich Patienten mit frühen Symptomen einer artierellen Dissektion geschuldet, die eine Behandlung anstrebten, bevor sie den Schlaganfall entwickelten.

Quelle: Cassidy, David/Boyle, Eleanor/Côté, Pierre/Hogg-Johnson, Sheilah/Bondy, Susan/Haldemann, Scott 2017: Risk of Carotid Stroke after Chiropractic Care: A Population-Based Case-Crossover Study, in: Journal of Stroke & Cerebrovascular Diseases, 26:4, 842-850, unter: http://www.strokejournal.org/article/S1052-3057(16)30434-7/fulltext (abgerufen am 9.07.2017)

Wichtige Anmerkung: In Kanada gibt es keine Chiropraktiker wie in Deutschland. Die Studie bezieht sich daher auf Behandlungen bei Chiropraktoren mit 5-jährigen Studium der Chiropraktik an anerkannten Universitäten und NICHT auf Chiropraktiker (keine geregelte Mindeststundenanzahl der Ausbildung) oder Chirotherapeuten (Ärzte mit 320h Fortbildung in Chiropraktik). „Echte“ Chiropraktoren, die in Deutschland tätig sind, finden Sie hier: www.chiropraktik.de.

Nackenschmerzen? Aber bloß keine Chiropraktik! – so denken viele. Den Zusammenhang zwischen einer chiropraktischen Behandlung der Halswirbelsäule und einem Schlaganfall hat nun eine Forschergruppe untersucht.

Mit Nackenschmerzen stellen sich Patienten häufig bei Ärzten und bei Chiropraktoren vor. Laut dem Center for Disease Control der USA und nationalen Umfragen gab es 10,2 Millionen ambulante Besuche wegen Nackenschmerzen in den Jahren 2001 und 2002. Viele Menschen mit Nackenschmerzen nehmen Chiropraktik in Anspruch und erhalten eine Justierung der Halswirbelsäule. Im Gegensatz zum Vorkommen von Nackenschmerzen und chiropraktischem Eingriff, ist eine Dissektion der zervikalen Arterie, also des hirnversorgenden Blut vom Herzen wegleitenden Blutgefäßes, rar. Jährlich gibt es Schätzungen zufolge 0,0025% Dissektionen der internen carotiden Arterie und 0,001% Dissektionen der vertebralen Arterie. Einen Schlaganfall wiederum erhält nur ein kleiner Anteil der Menschen mit Dissektion der zervikalen Arterie und sein Vorkommen ist schwer zu schätzen. Schätzungen zufolge sind 2% von ischämischen Schlaganfällen auf eine Dissektion zurück zu führen.

Chiropraktor-Haus-Hamburg-Nacken_2Berichte über Fälle und Untersuchungen von Fällen haben einen Zusammenhang zwischen einer chiropraktischen Behandlung im Nacken und der Dissektion der zervikalen hirnführenden Arterie vermutet, doch es besteht kein Nachweis eines kausalen Zusammenhangs. Das Forscherteam um Ephraim Church wertete die Evidenz zu diesem Thema aus, indem es eine systematische Sichtung und eine Meta-Analyse der veröffentlichten Daten zu chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie vornahm. Suchbegriffe wurden systematisch in Suchmaschinen eingegeben. Die darauf ermittelten wissenschaftlichen Artikel wurden von Forschern ausgewertet, nach der Stufe der Evidenz bewertet und in einer Meta-Analyse kombiniert. Das Gesamtergebnis wurde auf Grundlage der GRADE Kriterien ausgewertet. Die Untersuchung stützt sich auf 253 wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Forscher konnten zwei Untersuchungen der Klasse II und vier Untersuchungen der Klasse III identifizieren. Es gab keine Diskrepanz zwischen den Artikelbewertungen. Die Meta-Analyse deckte einen leichten Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie auf. Die Qualität der Artikel auf Grundlage der GRADE Kriterien war sehr niedrig.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Die Qualität der veröffentlichten Literatur zum Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie ist sehr niedrig. Die Analyse zeigte einen schwachen Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie. Dieser Zusammenhang kann durch das hohe Risiko des Bias (systematische Messabweichung, Voreingenommenheit) und Verwechslungen in den verfügbaren wissenschaftlichen Studien und insbesondere betreffend den Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie erklärt werden. Es besteht keine Evidenz für einen kausalen Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie. Die Forscher weisen darauf hin, dass der Glaube an einen kausalen Zusammenhang signifikante negative Konsequenzen wie zahlreiche Episoden von Rechtsstreitigkeiten haben könnte.

Quelle: Church, Ephraim/Sieg, Emily/Zalatimo, Omar/Hussain, Namath/Glantz, Michael/Harbaugh, Robert 2016: Systematic Review and Meta-analysis of Chiropractic Care and Cervical Artery Dissection: No Evidence for Causation, in: Cureus, 8:2, unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4794386/ (abgerufen am 29.3.2017).

Unser Tipp: Wenn ein chiropraktischer Eingriff ratsam ist, ist es wichtig, diesen von einem gut ausgebildeten Behandler, am Besten von einem Chiropraktor mit Universitätsstudium der Chiropraktik an einer öffentlichen und anerkannten Universität, vornehmen zu lassen.

Nationale Klinische Richtlinien für Nackenschmerzen

Die Dänische Gesundheitsbehörde hat Nationale Klinische Richtlinien für Nackenschmerzen herausgegeben. Die Richtlinien beziehen sich auf unspezifische Nackenschmerzen, also Nackenschmerzen ohne spezifische Ursache. Eine spezifische Ursache wäre z. B. ein Bandscheibenvorfall, Stenose o. Ä.

Laut der Dänischen Gesundheitsbehörde

  • soll der Patient seine normale körperliche Aktivität beibehalten (vgl. Dänische Gesundheitsbehörde 2016a).
  • soll der Arzt Physiotherapie (Bewegungstherapie) und gelenkmobilisierende Techniken (Chiropraktik) empfehlen (vgl. Dänische Gesundheitsbehörde 2016b: 8). Dabei ist die Kombination von Bewegungstherapie und Chiropraktik besser als Physiotherapie oder Chiropraktik alleine. Die Forschung zeige, dass dies einen guten Effekt hat.
  • kann zusätzlich zu anderen Behandlungen auch Akupunktur eine Möglichkeit sein.
  • sollte Massage hingegen für Patienten mit akuten Nackenschmerzen nur nach reiflicher Überlegung empfohlen werden, da Massage keine dokumentierte langanhaltende Wirkung habe.
  • können für die sofortige Schmerzlinderung Schmerzmittel oral verabreicht werden. Die Behandlung mit Schmerzmitteln sollte von kurzer Dauer sein und nach reiflicher Überlegung erfolgen. Nach den Richtlinien sollten Bewegungstherapie (Physiotherapie) und Chiropraktik eher als Schmerzmittel angeboten werden (vgl. Dänische Gesundheitsbehörde 2016b: 9).

Quelle:

Dänische Gesundheitsbehörde 2016a: Neu aufgetretene Nackenschmerzen, unter: https://www.sst.dk/da/nyheder/2016/nyopstaaede-nakkesmerter (06.03.2017).

Dänische Gesundheitsbehörde 2016b: Nationale Klinische Richtlinien für die nicht-chirurgische Behandlung von neu aufgetretenen unspezifischen Nackenschmerzen, unter: https://www.sst.dk/da/nyheder/2016/~/media/F34D82CE7A65475BAB4F31C6BB16567D.ashx (06.03.2017).

Nackenschmerzen – Forschungsartikel und Praxisbeiträge

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Durch die Smartphone-Nutzung können Beschwerden im Muskel-Skelett-Apparat verursacht werden. Auf was können Sie im Alltag achten?

Handys und Smartphones begleiten uns durch den Alltag. Dies fängt meist schon beim Wecker an und hört erst kurz vor dem Einschlafen auf. Während wir das Smartphone während des Tages benutzen, neigen wir den Kopf und wischen mit den Fingern hin und her. Durch die wiederholte Körperhaltung und Bewegung oder über einen längeren Zeitraum können gesundheitliche Probleme entstehen. Spannung in den Händen und Verspannungen im Nacken sind kurzfristige Folgen, während mittel- und langfristig auch Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schulter-Nacken-Verspannungen, Schulterschmerzen oder ein Tennisarm typische Symptome sind.

Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Tennisarm, Schulterschmerzen, Chiropraktik, Chiropraktor, Chiropraktor-Haus HamburgDie übermäßige Benutzung von Smartphones betrifft nicht nur Erwachsene, sondern auch viele Jugendliche und auch Kinder. Eine Studie über Nackenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen untersuchte die Folgen von einem Smartphone-Gebrauch von fünf bis sieben Stunden. Die Kopfhaltung erreichte über 45°. Alle an der Studie teilnehmenden Jugendlichen berichteten, sie hätten Nackenschmerzen für mehr als sechs Monate und die Nackenschmerzen strahlten in Rücken und Schulter aus. In unserer heutigen Zeit ist es weit verbreitet, dass wir täglich stundenlang in einer nach vorne gebeugten Körperhaltung sind und auf Bildschirme und Smartphones schauen. Das Phänomen gesundheitlicher Probleme, die durch die Körperhaltung hervorgerufen werden, ist unter dem Begriff „Smartphone-Nacken“ bekannt. Es ist wichtig, achtsam mit unserem Verhalten im Alltag zu sein und auf unseren Gebrauch von Smartphones oder Tablets zu achten. Wenn wir auf unser Verhalten und auf unseren Körper achten, ist dies der erste Schritt zur Vorsorge.

Hier sind drei Tipps, wie Sie Ihre Angewohnheiten ändern können und die Gesundheit Ihres Nackens und damit Ihres Muskel-Skelett-Apparates fördern können:

  • Reduzieren Sie Ihre Zeit vor dem Bildschirm: Versuchen Sie Ihre Zeit vor dem Bildschirm auf zwei Stunden pro Tag oder weniger zu reduzieren. „Bildschirmzeit“ umfasst auch das Herunterschauen auf Ihr Smartphone oder auf Ihr Tablet (nicht nur zu Hause, sondern auch in der U-Bahn, beim Gehen, beim Warten, etc.). Stoppen Sie mal einen Tag die Zeit, die Sie mit Ihrem „elektronischen Freund“ verbringen – Sie werden sich wundern. Die Zeit, die wir vor einem Bildschirm verbringen, kann besser genutzt werden, indem wir körperlich aktiv werden.
  • Machen Sie regelmäßig Pausen: Machen Sie alle 45min, die wir auf den Bildschirm gestarrt haben, eine kurze Pause, in der Sie aufstehen, sich strecken und ein bisschen herumgehen. Sie werden sich erfrischt und motiviert fühlen. Sie müssen nicht jede Nachricht, die auf Ihrem Smartphone oder Tablet angezeigt wird, sofort lesen. Die Nachrichten werden immer noch da sein, wenn Sie erst nach einer Weile drauf zurückkommen.
  • Dehnen Sie sich und stärken Sie sich: Bei all der Zeit, die Sie damit verbringen, Ihren Nacken zu belasten und herauszufordern, ist es gut, die Muskeln, die Sie regelmäßig benutzen, zu dehnen und zu stärken. Ihre Mini-Pausen eignen sich dafür sehr gut.

Sollten Sie über längere Zeit Ihren Nacken oder Ihren Nacken-Schulter-Bereich merken, zu Kopfschmerzen neigen oder Armschmerzen haben, empfiehlt sich eine Vorstellung bei einem Chiropraktor. Der Chiropraktor wird Sie untersuchen, mögliche Gelenkblockaden lösen, die Muskulatur aktivieren und mit Ihnen besprechen, wie Sie Ihre Genesung selbst unterstützen können.

22.09.2017 Ι aus der Praxis

lassenarbeiten oder Prüfungen können Schmerzen schlimmer machen. Ein paar Tipps vor den Sommerferien bzw. Semesterferien.

Die Prüfungszeit ist eine stressige Zeit für viele Schüler und viele Studenten. Vor den Sommerferien am 21.7. werden wieder viele Klassenarbeiten bzw. Klausuren geschrieben. An den Universitäten endet die Vorlesungszeit am 16.7. und auch hier stehen für viele Studenten Prüfungen zum Beginn der vorlesungsfreien Zeit an. Beim Lernen sind wir uns unserer Körperhaltung oft nicht bewusst und in der Zeit des Büffelns bewegen wir uns insgesamt zu wenig. Das kann zu Schmerzen, insbesondere zu Rückenschmerzen oder zu Nackenschmerzen, führen.  Dazu kommt noch der Stress.

89 % der Menschen mit Rückenschmerzen oder mit Nackenschmerzen sagten, dass ihre Schmerzen zunahmen, wenn sie gestresst waren. Das ergab eine Studie der Britischen Chiropraktoren Gesellschaft. Die Forschungsstudie ergab, dass mehr als die Hälfte der 16-24jährigen (54 %), die zum jetzigen Zeitpunkt oder in der Vergangenheit Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen hatten, sagten, dass sie erneut Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen haben, wenn sie sich gestresst fühlen. Durch Stress können Symptome schlimmer werden.

Das Chiropraktor-Haus möchte Dir ein paar Tipps geben:

  • Mache Pausen und dehne Dich und gehe umher (alle 20-30min ist optimal).
  • Vermeide, Dich über Bücher oder Notizen zu beugen und vorne übergebeugt zu sitzen. Nimm stattdessen eine Buchstütze zur Hilfe.
  • Vermeide, vor dem Computer oder Laptop zusammenzusacken.
  • Sitze immer an einem Tisch. Vermeide es, auf dem Sofa oder im Bett zu lernen.
  • Sitze so auf dem Stuhl, dass der Po und die Schultern die Lehne berühren.
  • Überprüfe Deinen Rucksack täglich. Nimm nur das mit, was Du an diesem Tag wirklich brauchst.
  • Bewege Dich viel in der Prüfungszeit. Wenn Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, kannst Du zum Beispiel eine Haltestelle früher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen.
  • Trinke viel. Der Körper funktioniert besser, wenn er gut mit Flüssigkeit versorgt ist und Muskeln und Gelenke können besser arbeiten. Außerdem ist Flüssigkeit auch gut fürs Gehirn.

Was noch hilft? Positiv denken! Bald ist die stressige Zeit vorbei und Ihr könnt in die Sommerferien starten. Und auch für viele Studenten bietet die vorlesungsfreie Zeit neben dem Verfassen von Hausarbeiten oder weiteren Prüfungen Zeit, ein bisschen die Seele baumeln zu lassen. Das Chiropraktor-Haus wünscht gutes Gelingen bei den anstehenden Klassenarbeiten bzw. Prüfungen und schöne und erholsame Ferien!

23.06.2016 I Chiropraktor-Haus

Beeinflusst die Psyche Nackenschmerzen? Dieser Frage ging eine Forschergruppe der Universität Zürich nach.

Der Einfluss von psychologischen Faktoren auf akute Nackenschmerzen wurde bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Die Studie um Brigitte Wirth, Kim Humphreys und Cynthia Peterson von der Poliklinik für Chiropraktische Medizin in Zürich ging nun den folgenden Fragen nach:

  • Wie entwickeln sich verschiedene psychologische Faktoren in den ersten drei Monaten von akuten Nackenschmerzen?
  • Wie beeinflussen diese psychologischen Faktoren die selbst wahrgenommene Genesung?

Die Studie basiert auf Patientenbefragungen in verschiedenen Chiropraktor-Praxen in der Schweiz im Zeitraum von 2010 bis 2014. Erfahrungen von 103 Patienten mit einer ersten Episode von akuten Nackenschmerzen (weniger als vier Wochen) gingen in die Studie ein. Vor ihrer ersten Behandlung füllten die Patienten den Bournemouth Fragebogen aus. Dieser multi-dimensionale Fragebogen ist ein Standardfragebogen in der Forschung mit Patienten und fragt nach den Ergebnissen der Behandlung für das tägliche Leben des Patienten (Schmerz, Einschränkung, kognitive und affektive Bereiche). Diesen Fragebogen füllten die Untersuchungsteilnehmer erneut nach einer Woche sowie nach einem und nach drei Monaten zusammen mit dem „Patient Global Impression of Change (PGIC)“ aus, einem Fragebogen, der nach der Effektivität der Behandlung aus Sicht des Patienten fragt. Die Faktoren Angst, Depression, Angst-Vermeidung sowie Schmerzort wurden aus dem Bournemouth Fragebogen herausgefiltert und über Zeit betrachtet sowie der Einfluss dieser Werte auf den PGIC untersucht.

Was ist das Ergebnis der Forschergruppe? Alle psychologischen Faktoren gingen im ersten Monat signifikant zurück. Der Parameter „Angst“ war verbunden mit dem wahrgenommenen Behandlungsergebnis nach einem und nach drei Monaten. Depression, aber nicht Angst war ein Anzeichen für ein schwaches wahrgenommenes Behandlungsergebnis. Eine hohe Reduzierung von Angst im ersten Monat war ein signifikantes Anzeichen für ein günstiges wahrgenommenes Behandlungsergebnis nach dem ersten Monat. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass psychologische Faktoren relevante Einflussgrößen in der frühen Phase von akuten Nackenschmerzen sind. Insbesondere bestehende Angst und Depression als Ausgangspunkt kann ein Risikofaktor für den Übergang von akuten zu chronischen Nackenschmerzen sein. Daher sollte dies in frühzeitig in der Behandlung berücksichtigt werden.

Quelle: Wirth, Brigitte/Humphreys, Kim/Peterson, Cynthia 2016:  Importance of psychological factors for the recovery from a first episode of acute non-specific neck pain – a longitudinal observational study, in Chiropractic & Manual Therapies 24:9, https://chiromt.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12998-016-0090-2 (abgerufen am 14.07.2016).

29.07.2016 Ι Chiropraktor-Haus

Smartphones stellen eine große Belastung für die Halswirbelsäule dar und können u. a. zu Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich und zu frühem Verschleiß führen. Eine Studie ist der Frage nachgegangen, was wir unserem Körper durch das Runterschauen auf Smartphones zumuten.

Haben Sie ein Smartphone? Schauen Sie auch täglich mehrmals, vielleicht sogar mehrmals stündlich, darauf? Der Wirbelsäulenchirurg Kenneth Hansraj hat untersucht, was das ständige Runterschauen und die damit verursachte Neigung des Kopfes für die Wirbelsäule bedeutet.

Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Halswirbelsäule, Rückenschmerzen, Chiropraktik, Chiropraktor, HamburgDie Studie basiert auf der Annahme, dass ein durchschnittlicher Kopf eines Erwachsenen zwischen 4,5 und 5,4 Kilogramm in einer neutralen Position wiegt. Die Studie ergab, dass mit der Neigung des Kopfes nach vorne und dem damit verbundenen Biegen der Wirbelsäule eine deutliche Zunahme des Gewichts, das die Wirbelsäule tragen muss, einhergeht. Wenn der Kopf um 15 ° nach vorne geneigt wird, muss der Nacken ca. 12 Kilogramm tragen. Wenn der Kopf um 30 ° geneigt wird, lasten 18 kg auf dem Nacken. Bei 45 ° muss der Nacken 22 kg tragen. Bei einer Kopfneigung von 60 ° muss der Nacken 27 kg Gewicht stemmen.

Im Durchschnitt verbringt jeder Erwachsene zusammengenommen zwei bis vier Stunden am Tag mit dem Smartphone (Nachrichten lesen, im Internet surfen, Spiele spielen etc.). Rechnet man dies auf ein Jahr hoch, sind dies bei einer Smartphone-Nutzung von vier Stunden pro Tag 1.410 Stunden pro Jahr – 1.410 Stunden, die eine erhöhte Belastung für die Halswirbelsäule bedeuten. Wenn man das Smartphone oft benutzt, erreichen viele Menschen eine Nutzungsdauer von 5.000 Stunden pro Jahr.

Smartphones sind eine Belastung für die Halswirbelsäule. Das Neigen des Kopfes und die damit verbundene unnatürliche Position der Halswirbelsäule bedeuten erhöhten Stress für die Halswirbelsäule. Das Neigen des Kopfes geht oftmals mit nach vorne fallenden, runden Schultern einher. Dies ist eine sehr schlechte Haltung für die Wirbelsäule. Das erhöhte Gewicht, das auf der Halswirbelsäule lastet, verursacht erhöhte Spannungen im Nacken und im Brustrücken. Dies kann zu Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich und zu frühem Verschleiß führen sowie weitere biomechanische Probleme und Schmerzen verursachen.

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Die beste Haltung für die Wirbelsäule ist, wenn sich die Ohren mit den Schultern in einer Linie befinden und die Schulterblätter zurückgezogen sind. Es ist in unserer heutigen Zeit kaum zu vermeiden, sich mit dem Smartphone zu beschäftigen. Gleichwohl sollten Sie auf eine neutrale Position Ihrer Halswirbelsäule achten und es vermeiden, stundenlang in einer vorne übergebeugten Position zu sein. Versuchen Sie daher, das Smartphone auf Augenhöhe zu bringen statt den Kopf nach unten zu neigen. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Quelle: Hansraj, Kenneth 2014: Assessment of Stresses in the Cervical Spine Caused by Posture and Position of the Head, Surgical Technology International XXV, https://cbsminnesota.files.wordpress.com/2014/11/spine-study.pdf (abgerufen am 06.06.2016).

07.06.2016 I Chiropraktor-Haus