Chiropraktische Behandlung von Kopfschmerzen

Das Chiropraktor-Haus Hamburg möchte Ihnen Informationen zu Kopfschmerzen aus Sicht der Chiropraktik geben.

Kopfschmerzen lassen sich in Spannungskopfschmerzen, zervikogene Kopfschmerzen, Migräne, Cluster-Kopfschmerzen und andere Kopfschmerzen (Hustenkopfschmerz, Kopfschmerzen bei körperlicher Anstrengung etc.) einteilen. Der häufigste Kopfschmerz ist der Spannungskopfschmerz.

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Spannungskopfschmerzen

  • äußern sich durch ein Druckgefühl von leichter bis mittlerer Intensität.
  • treten auf beiden Seiten des Kopfes auf.
  • können in ihrer Häufigkeit zwischen 30 min und 7 Tagen variieren und bis zu 15 Mal pro Monat auftreten.
  • pulsieren nicht.

Zervikogene KopfschmerzenFußschmerzen Chiropraktik Chiropraktor Hamburg Rückenschmerzen Kopfschmerzen Nackenschmerzen

  • treten meist am Hinterkopf auf und ziehen auf einer Seite des Kopfes nach vorne.
  • betreffen häufig Schläfen, Stirn, Augen und Ohren.
  • äußern sich als drückender ziehender Schmerz.
  • pulsieren nicht.

Interessanterweise kommt der Schmerz bei einem solchen zervikogenen Kopfschmerz nicht vom Gehirn, da das Gehirn selbst kein Schmerzempfinden hat. Schmerzempfindliche Strukturen sind Blutbahnen, Membranen und Nerven. Wenn diese Strukturen gereizt sind, kann es zu Kopfschmerzen kommen. Über den Kopf laufen eine Vielzahl von Nerven und diese Nerven können Kopfschmerzen auslösen. In der Regel strahlt der Schmerz vom Schulter-Nacken-Bereich in den Kopf.

Migräne

  • ist seltener als Spannungskopfschmerzen und zervikogene Kopfschmerzen.
  • äußert sich meist als halbseitig auftretender Kopfschmerz
  • tritt oftmals plötzlich ein und kommt wiederholt vor.
  • kann zwischen vier und 72 Stunden am Stück anhalten.
  • ist meist mit einem starken, stechenden oder pulsierenden Schmerz verbunden
  • geht oftmals mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder Geräuschempfindlichkeit einher.
  • kann visuelle Effekte (Flimmern, Flecken im Sichtfeld) verursachen.

Chiropraktor-Haus-HalswirbelsaeuleAuslöser für Kopfschmerzen aus biomechanischer Sicht: 

Liegen Kopfschmerzen vor, finden sich meist Blockaden in der Halswirbelsäule, manchmal auch im Kiefer oder in der Brustwirbelsäule. Um die Gelenkblockade zu schützen, hat sich typischerweise die Muskulatur um die Schwachstelle verspannt. Dies ist beispielsweise die Ursache für den Spannungskopfschmerz.

Eine Vorstellung beim Chiropraktor ist empfehlenswert, wenn z. B. einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Sie haben häufiger Kopfschmerzen

  • Sie haben mehrmals in der Woche oder im Monat Kopfschmerzen

  • Sie haben Migräne

  • Sie hatten einen Unfall (Auto, Haushalt)

  • Sie nehmen häufiger Schmerztabletten wegen Kopfschmerzen

  • Sie haben Verspannungen im Nacken/Schulterbereich

  • Sie haben Schmerzen im Hinterkopf

  • Sie haben Schmerzen an der Stirn oder der Schläfe

Immer wieder hört man, dass chiropraktische Behandlungen an der Halswirbelsäule, wie Sie bei Kopfschmerzen oftmals vorgenommen werden, ein Schlaganfallrisiko darstellen. Es gibt viele Studien, die diesen Verdacht wissenschaftlich untersucht haben und kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu anderen Behandlungen festgestellt haben. Wichtig zu unterstreichen ist, dass die Studien nur Chiropraktoren mit 5-jährigem Universitätsstudium der Chiropraktik an einer anerkannten Universität in den Blick genommen haben und keine Chiropraktiker (zum Unterschied zwischen Chiropraktoren und Chiropraktikern finden Sie hier weitere Informationen). Zwei Studien haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Chiropraktik ist eine weit verbreitete Therapie für Kopfschmerzen und Nackenschmerzen. Chiropraktische Behandlungen stehen im Verdacht, das Risiko für eine Dissektion der zervikalen Arterie und einen Schlaganfall zu erhöhen. Ein Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn abgeschnitten wird, z. B. indem Blutklumpen die Arterien verstopfen. Patienten mit karotider artieller Dissektion können sich mit Nackenschmerzen oder Kopfschmerzen vorstellen, bevor sie einen Schlaganfall erleiden. Nackenschmerzen und Kopfschmerzen sind häufige Symptome, mit denen sich Patienten bei Chiropraktoren und Allgemeinmedizinern vorstellen. Ziel der Studie um David Cassidy war, das Risiko eines karotiden artiellen Schlaganfalls nach einer chiropraktischen Behandlung einzuschätzen, in dem der Zusammenhang zwischen Besuchen beim Chiropraktor und beim Allgemeinmediziner und nachfolgende Schlaganfälle miteinander verglichen wurden.

Dazu war die Studie auf die Bevölkerung bezogen und als fallübergreifende Studie in dem Bundesstaat Ontario in Kanada angelegt. Alle Fälle von karotidem artiellerem Schlaganfall in einem Zeitraum von neun Jahren, die in Krankenhäusern registriert wurden, wurden identifiziert. Die Fälle dienten als eigene Kontrolle. Besuche bei einem Chiropraktor oder einem Allgemeinmediziner wurden auf Basis der Gesundheitsabrechnungen ausgewertet. Die Forscher verglichen 15.523 Fälle mit 62.092 Kontroll-Perioden und nutzten Zeitfenster von einem, drei, sieben und 14 Tagen vor dem Schlaganfall. Es wurden positive Zusammenhänge sowohl für Besuche beim Chiropraktor als auch für Besuche beim Allgemeinmediziner und nachfolgendem Schlaganfall bei Patienten, die jünger als 45 Jahren waren, gefunden. Diese Zusammenhänge wurden deutlicher, wenn sie eingegrenzt wurden auf Besuche wegen Nackenschmerzen und Kopfschmerzverwandten Diagnosen. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Besuchen beim Chiropraktor und Besuchen beim Allgemeinmediziner. Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen Besuchen beim Chiropraktor und Schlaganfall bei Patienten, die 45 Jahre oder älter als 45 Jahren waren.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Die Forscher fanden kein erhöhtes Risiko für einen karotiden artieriellen Schlaganfall nach chiropraktischer Behandlung durch einen Chiropraktor. Die Zusammenhänge zwischen Besuchen beim Chiropraktor und Besuchen beim Allgemeinmediziner und Schlaganfällen waren ähnlich und wahrscheinlich Patienten mit frühen Symptomen einer artierellen Dissektion geschuldet, die eine Behandlung anstrebten, bevor sie den Schlaganfall entwickelten.

Quelle: Cassidy, David/Boyle, Eleanor/Côté, Pierre/Hogg-Johnson, Sheilah/Bondy, Susan/Haldemann, Scott 2017: Risk of Carotid Stroke after Chiropractic Care: A Population-Based Case-Crossover Study, in: Journal of Stroke & Cerebrovascular Diseases, 26:4, 842-850, unter: http://www.strokejournal.org/article/S1052-3057(16)30434-7/fulltext (abgerufen am 9.07.2017)

Wichtige Anmerkung: In Kanada gibt es keine Chiropraktiker wie in Deutschland. Die Studie bezieht sich daher auf Behandlungen bei Chiropraktoren mit 5-jährigen Studium der Chiropraktik an anerkannten Universitäten und NICHT auf Chiropraktiker (keine geregelte Mindeststundenanzahl der Ausbildung) oder Chirotherapeuten (Ärzte mit 320h Fortbildung in Chiropraktik). „Echte“ Chiropraktoren, die in Deutschland tätig sind, finden Sie hier: www.chiropraktik.de.

Mit Nackenschmerzen stellen sich Patienten häufig bei Ärzten und bei Chiropraktoren vor. Laut dem Center for Disease Control der USA und nationalen Umfragen gab es 10,2 Millionen ambulante Besuche wegen Nackenschmerzen in den Jahren 2001 und 2002. Viele Menschen mit Nackenschmerzen nehmen Chiropraktik in Anspruch und erhalten eine Justierung der Halswirbelsäule. Im Gegensatz zum Vorkommen von Nackenschmerzen und chiropraktischem Eingriff, ist eine Dissektion der zervikalen Arterie, also des hirnversorgenden Blut vom Herzen wegleitenden Blutgefäßes, rar. Jährlich gibt es Schätzungen zufolge 0,0025% Dissektionen der internen carotiden Arterie und 0,001% Dissektionen der vertebralen Arterie. Einen Schlaganfall wiederum erhält nur ein kleiner Anteil der Menschen mit Dissektion der zervikalen Arterie und sein Vorkommen ist schwer zu schätzen. Schätzungen zufolge sind 2% von ischämischen Schlaganfällen auf eine Dissektion zurück zu führen.

Chiropraktor-Haus-Hamburg-Nacken_2Berichte über Fälle und Untersuchungen von Fällen haben einen Zusammenhang zwischen einer chiropraktischen Behandlung im Nacken und der Dissektion der zervikalen hirnführenden Arterie vermutet, doch es besteht kein Nachweis eines kausalen Zusammenhangs. Das Forscherteam um Ephraim Church wertete die Evidenz zu diesem Thema aus, indem es eine systematische Sichtung und eine Meta-Analyse der veröffentlichten Daten zu chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie vornahm. Suchbegriffe wurden systematisch in Suchmaschinen eingegeben. Die darauf ermittelten wissenschaftlichen Artikel wurden von Forschern ausgewertet, nach der Stufe der Evidenz bewertet und in einer Meta-Analyse kombiniert. Das Gesamtergebnis wurde auf Grundlage der GRADE Kriterien ausgewertet. Die Untersuchung stützt sich auf 253 wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Forscher konnten zwei Untersuchungen der Klasse II und vier Untersuchungen der Klasse III identifizieren. Es gab keine Diskrepanz zwischen den Artikelbewertungen. Die Meta-Analyse deckte einen leichten Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie auf. Die Qualität der Artikel auf Grundlage der GRADE Kriterien war sehr niedrig.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Die Qualität der veröffentlichten Literatur zum Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie ist sehr niedrig. Die Analyse zeigte einen schwachen Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie. Dieser Zusammenhang kann durch das hohe Risiko des Bias (systematische Messabweichung, Voreingenommenheit) und Verwechslungen in den verfügbaren wissenschaftlichen Studien und insbesondere betreffend den Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie erklärt werden. Es besteht keine Evidenz für einen kausalen Zusammenhang zwischen chiropraktischem Eingriff und Dissektion der zervikalen Arterie. Die Forscher weisen darauf hin, dass der Glaube an einen kausalen Zusammenhang signifikante negative Konsequenzen wie zahlreiche Episoden von Rechtsstreitigkeiten haben könnte.

Quelle: Church, Ephraim/Sieg, Emily/Zalatimo, Omar/Hussain, Namath/Glantz, Michael/Harbaugh, Robert 2016: Systematic Review and Meta-analysis of Chiropractic Care and Cervical Artery Dissection: No Evidence for Causation, in: Cureus, 8:2, unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4794386/ (abgerufen am 29.3.2017).

Unser Tipp: Wenn ein chiropraktischer Eingriff ratsam ist, ist es wichtig, diesen von einem gut ausgebildeten Behandler, am Besten von einem Chiropraktor mit Universitätsstudium der Chiropraktik an einer öffentlichen und akkreditierten Universität, vornehmen zu lassen. Zum Unterschied zwischen Chiropraktor und Chiropraktiker finden Sie hier weitere Informationen.

Kopfschmerzen – Forschungsartikel und Praxisbeiträge

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Die größte Herausforderung für Menschen, die an chronischen Schmerzen wie z. B. Kopfschmerzen oder Arthrose leiden, ist eine wesentlich verringerte Lebensqualität. Dies zeigt eine neue Studie der Dänischen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (Migraene & Hovedpineforeningen) auf. Chiropraktoren sind die Fachgruppe, die chronischen Schmerzpatienten am besten helfen können.

Die größte Herausforderung als Schmerzpatient ist die wesentlich reduzierte Lebensqualität. Eine Studie der Dänischen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zeigt, dass chronische Schmerzpatienten als typische Behandlung physisches Training (Sport), rezeptpflichtige und nicht rezeptpflichtige Medikamente, Physiotherapie, Chiropraktik und in einigen Fällen Naturmedizin erhalten.

53 % der Befragten geben an, dass die manuelle Behandlung durch einen Chiropraktor in hohem Maße oder in gewissem Maße ihre Schmerzen gelindert habe. Genauer gesagt geben 22% der Befragten an, dass die chiropraktische Behandlung ihre Schmerzen in hohem Maße gelindert hat, während 31% der Befragten von einer Linderung ihrer Beschwerden in gewissem Maße sprachen.

20160413 Grafik Dänische Chiropraktorengesellschaft_Schmerzpatienten

Grafik: Kiropraktoren 1/2016: S. 21 (Fachzeitschrift der Dänischen Chiropraktoren Gesellschaft)

Damit ist ein Chiropraktor derjenige, der chronischen Schmerzpatienten am besten helfen kann. Nehmen die Patienten Physiotherapie in Anspruch, sagen 13% der Befragten, dass ihnen in hohem Maße und 39% Befragten, dass ihnen in gewissem Maße geholfen wurde. Sporttraining linderte bei 16% der Befragten in hohem Maße und bei 37% der Befragten zu einem gewissen Maße die Schmerzen. Bei einer Schmerzklinik oder einem spezialisierten Schmerzarzt gaben 13% der Befragten eine Schmerzlinderung in hohem Maße und 30% der Befragten eine Schmerzlinderung in gewissem Maße an. Weit abgeschlagen liegen Neurologen. Nur vier % der Befragten gaben an, dass ein Neurologe ihnen in hohem Maße und 14 % sagen, dass ein Neurologe ihnen in gewissem Maße helfen konnte.

Obwohl über der Hälfte der Patienten – und sogar einem Fünftel der Patienten in hohem Maße – und damit so vielen wie bei keiner anderen Maßnahme durch eine Behandlung durch einen Chiropraktor geholfen werden konnte, wird nur 13% der dänischen Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden, von ihrem Arzt empfohlen, einen Chiropraktor aufzusuchen.

Wenn Patienten zum Chiropraktor kommen, erwartet sie eine gründliche Untersuchung. Diese bestätigt häufig die Diagnose der Ärzte, gleichzeitig bekommen die Patienten eine mögliche Behandlung aufgezeigt. Dies ist für viele Schmerzpatienten bereits eine Neuerung. Typisch für chronische Schmerzpatienten ist, dass sie immer und immer wieder untersucht worden sind, aber oft keine neuen Behandlungswege aufgezeigt bekamen, sondern die Information erhielten, dass sie mit den Schmerzen leben sollten und versuchen sollten, ihre Schmerzen zu akzeptieren.

Quelle: Kiropraktoren 1/2016: S. 20-22  (Fachzeitschrift der Dänischen Chiropraktoren Gesellschaft)

14.04.2015 Ι Chiropraktor-Haus