Neuigkeiten aus dem Chiropraktor-Haus Hamburg

Stürze und ihre biomechanischen Folgen

Stürze passieren oftmals „wie aus dem Nichts“. Zum Glück stehen die meisten von uns gleich wieder auf und sagen: „Nichts passiert“. Ein paar blaue Flecken oder teils Schürfwunden sind die äußeren Überbleibsel des Sturzes. Stürze können aber auch Folgen haben, die wir zunächst nicht sehen, nämlich biomechanische Folgen.

Stürze können negative Auswirkungen auf unseren Muskel-Skelett-Apparat bzw. Bewegungsapparat haben. Zum Muskel-Skelett-Apparat zählt unsere Wirbelsäule genauso wie unsere Becken, unsere Knie, Füße, Schulter, Arme, Hände. Alle Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder sind dem Muskel-Skelett-Apparat bzw. Bewegungsapparat zugeordnet. Bei einem Sturz wirken große Kräfte auf dasjenige Körperteil, das den Sturz abgefangen hat. Wenn dies zum Beispiel das Steißbein war, so ging ein Ruck durch die gesamte Wirbelsäule und auch das Beckengelenk hat die Krafteinwirkung aufgefangen.

Durch Stürze können Gelenkblockaden entstehen, die zunächst nicht bemerkt werden. Der Körper gleicht die Gelenkblockaden aus. Irgendwann ist die Ausgleichsfunktion des Körpers erschöpft und Schmerzen treten auf. Daher ist es sinnvoll, sich nach einem Sturz oder einer starken Krafteinwirkung auf den Körper (wie beispielsweise einem Unfall) bei einem Chiropraktor vorzustellen, selbst wenn aktuell keine Schmerzen da sind. Ein Chiropraktor löst Gelenkblockaden, bevor diese symptomgebend werden und Schmerzen auslösen. Die Beschwerden oder Schmerzen können auch in anderen Körperteilen als den vom Sturz betroffenen Körperteilen auftreten (Dominoeffekt) und vor allem können sie zeitlich zum Sturz versetzt eintreten, so dass der Sturz gar nicht mehr als eigentliche Ursache in den Sinn kommt. Der Körper „merkt“ sich große physische Krafteinwirkungen. Sportverletzungen, Stürze, Auffahrunfälle etc. – die Auswirkungen sind noch Jahrzehnte später in Ihrem Muskel-Skelett-Apparat zu spüren.

Besondere Achtsamkeit ist gegenüber Kindern ratsam. Kinder fallen öfter als Erwachsene. Sie stürzen vom Sofa beim Purzelbaummachen, fallen vom Baum, können bei der Rutsche nicht mehr bremsen und schlagen unten auf etc. Die Auswirkungen von starker Krafteinwirkung auf Kinder werden oftmals erst später entdeckt (z. B. wenn das Kind auf einmal zu Kopfschmerzen neigt). Sogar die motorische Entwicklung kann durch Stürze oder anderweitige starke Krafteinwirkung auf den Körper des Kindes gestört werden (z. B. wenn das Kind grobmotorisch ist oder beim Sport bestimmte Übungen (wie Purzelbaum schlagen) nicht meistern kann).

Senioren über 65 Jahre haben statistisch ein erhöhtes Sturzrisiko. Je älter wir werden, desto gravierender und langanhaltender können die Auswirkungen eines Sturzes sein. Daher sollten Maßnahmen zur Sturzprävention ergriffen werden. Schon einfache Maßnahmen im Alltag helfen (sich Zeit nehmen (z. B. wenn es an der Haustür klingelt), rutschfeste Schuhe tragen, nicht auf Stühle klettern, um an etwas heranzukommen, die Lesebrille absetzen, bevor man einen Schritt tut etc).

Unser Tipp: Wenn Sie, Ihre älteren Angehörigen oder Ihre Kinder gestürzt sind und der Sturz etwas heftiger war, stellen Sie sich bei einem Chiropraktor (kein Chiropraktiker! Informationen zum Unterschied finden Sie hier) vor. Der Chiropraktor kann biomechanische Sturzfolgen wie Gelenkblockaden leicht erkennen und diese lösen, bevor langanhaltende Schmerzen oder chronische Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Fußschmerzen etc. entstehen.

07.05.2018 Ι aus der Praxis

Kiefergelenkstörung (CMD): Was ist das? Was kann ich tun?

Wenn Sie schon mal Kiefergelenkprobleme hatten, wissen Sie, wie sich eine Funktionsstörung, die unter dem Begriff „CMD“ läuft, anfühlt. Manche wollen in ihr Brot beißen und merken, dass der Mund sich nicht richtig öffnen lässt, als ob man eine Sperre hat. Manche würden sagen, dass CMD Kiefergelenkschmerzen sind etwas, was ein Klicken im Kiefergelenk hervorruft, wenn man den Mund ganz weit öffnet und wieder schließt.

CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion, also eine Funktionsstörung bei Schädel (cranio) und Unterkiefer (mandibulär= zum Unterkiefer gehörend). Das betroffene Gelenk, das temporomandibuläre Gelenk, sitzt zwischen Schädel und Unterkiefer und ist mit der Kaumuskulatur verbunden. Das Gelenk ist wie eine gleitende Türangel und verbindet den Unterkiefer mit dem Schädel. Das Gelenk ist verantwortlich für das Öffnen und Schließen des Mundes, erlaubt dem Knochen langsam hoch und runter zu gehen und von Seite zu Seite und befähigt uns zum Sprechen, Kauen und Gähnen. Die Knochen des Gelenks sind von einer Scheibe aus Knorpel (Diskus, wie eine kleine Bandscheibe) getrennt, um die Kieferbewegung geschmeidig zu halten.

Wenn die Muskeln irritiert und sehr angespannt sind, werden Gelenke verschoben. Dies trifft auch auf das temporomandibuläre Gelenk zu. Auch bei Arthritis oder einer anderen Gelenkkrankheit kann die Geschmeidigkeit unterbrochen werden. Häufige Symptome sind Knallen, Klicken, Muskelverhärtung, Gelenkspannung oder die Unfähigkeit, den Mund so weit wie möglich zu öffnen. Es gibt drei Hauptkategorien der Art des Schmerzes, den man an diesem Gelenk haben kann:

  1. Myofaszialer Schmerz bzw. Schmerz in den Muskeln, die den Unterkiefer kontrollieren, und den verbundenen Nacken- und Schultermuskeln. Dies ist das häufigste Symptom.
  2. Gelenkblockade oder verrutschte oder fehlplatzierte Knorpelscheibe.
  3. Degenerative Knochenkrankheit (z. B. Athritis) im Kiefergelenk.

Faktoren, die das Risiko erhöhen, CMD zu bekommen, sind eine Verletzung des Kiefers (z. B. durch einen Unfall mit Aufprall auf dem Kiefer), Stress, Mahlen/Knirschen mit den Zähnen oder die Zähne fest aufeinander Beißen.

Es gibt konservative Methoden, um CMD zu behandeln und um Kieferschmerz umzukehren. Dazu gehören:

  • weicheres Essen essen
  • Kühlpack auflegen
  • extreme bzw. großräumige Kiefergelenkbewegungen vermeiden
  • Enstpannungstechniken erlernen und Stress reduzieren
  • Feingewebsmassage
  • leichte Dehnung des Kiefers, um seinen Bewegungsradius zu erhöhen
  • Chiropraktische Behandlungen durch einen Chiropraktor

Ein Chiropraktor (nicht zu verwechseln mit einem Chiropraktiker) kann Gelenkblockaden im Kiefergelenk mit einem schnellen gezielten Impuls mit den Händen lösen und die normale Gelenkbeweglichkeit wieder herstellen. Zudem kann der Chiropraktor Ihre Halswirbelsäule auf Gelenkblockaden untersuchen und behandeln.

CMD sollte ernst genommen werden. Damit Sie wieder herzhaft zubeißen können.

17.04.2018 Ι aus der Praxis

Akute Schmerzen und chronische Schmerzen: Was ist das?

Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat, also dem Bewegungsapparat, sind bei vielen Menschen chronisch. Doch was heißt das eigentlich?

Zum Muskel-Skelett-Apparat zählen alle Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder. Rückenschmerzen, Hüftschmerzen, Armschmerzen, Kopfschmerzen, Knieschmerzen, Fußschmerzen etc. sind alles Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat.

Schmerzen werden durch ein spezifisches Ereignis (physisches Trauma) oder durch Überbeanspruchung von Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern ausgelöst. Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat betreffen zumeist einen ganzen Körperbereich und nicht nur ein Gelenk, einen Muskel etc. So können Schmerzen einen Körperbereich wie den Rücken, die Schulter, die Füße etc. betreffen.

Wenn Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat nicht schnell behandelt werden, können sie chronisch werden und zu Dysfunktionalität und schwächenden Schmerzen führen.

Der Einteilung von Schmerzen in akute Schmerzen, subakute Schmerzen und chronische Schmerzen basiert darauf, wann der Schmerz eingesetzt hat, also wie lange der Patient die Symptome bzw. Schmerzen schon hat.

Akute Schmerzen werden definiert als Schmerzen, die erstmals auftreten oder nach einem mindestens sechsmonatigen schmerzfreien Zeitraum. Akute Schmerzen dauern bis zu vier oder bis zu sechs Wochen an. Dies unterscheidet sich je nach Schmerzregion. Bei Nackenschmerzen ist beispielsweise ein Zeitraum von Symptomen von 0 bis 4 Wochen für die Zuschreibung von „akuten Nackenschmerzen“ angemessen (siehe Forschungsartikel „Was sind akute Nackenschmerzen?“). Akuter Schmerz ist eine wichtige Warnfunktion, denn die sensorische Wahrnehmung schützt uns vor möglichen schädlichen Dingen in der Umwelt. Der Schmerz teilt uns mit, dass wir eine Verletzung haben.

Subakute Schmerzen sind Schmerzen, die von der Symptomzeit zwischen „akuten“ und „chronischen Schmerzen“ liegen. Hier wird oftmals ein Zeitintervall von bis zu 12 Wochen zu Grunde gelegt.

Chronische Schmerzen im Bereich des Muskel-Skelett-Apparates werden definiert als Schmerzen, die länger als 12 Wochen andauern. Als chronische Schmerzen gelten auch rezidivierende, also wiederkehrende Schmerzen, bei denen zwischen den Schmerzphasen weniger als sechs Monate Schmerzfreiheit besteht. Chronische Schmerzen gehen oftmals mit psychischen und sozialen, manchmal auch mit existenziellen Sorgen einher.

Ziel einer Behandlung durch einen Chiropraktor sollte bei Schmerzen sein, den Schmerz zu reduzieren und die Funktion des betroffenen Körperteils zu verbessern. Die Phasen des Behandlungsverlaufs bei einem Chiropraktor sind symptomatische Phase, stabilisierende Phase und vorbeugende Phase (erfahren Sie hier mehr zum Behandlungsverlauf).

Die Dauer der Symptome bzw. die Dauer der Schmerzen hat eine Vorhersagekraft für das Ergebnis der Behandlung („besser“). Je länger die Schmerzen bzw. Symptome schon andauern, umso länger braucht der Körper, um seine Funktion wieder zu erlangen.

Während junge Personen bei akuten Schmerzen und/oder Beschwerden im Muskel-Skelett-Apparat (z. B. ein steifer Nacken) oftmals mit nur wenigen Behandlungen durch einen Chiropraktor eine Wiederherstellung der Funktion und eine vollständige Schmerzlinderung erfahren, ist die Behandlungsdauer bei älteren Personen, Personen mit Vorerkrankungungen oder Personen in stressigen und/oder belastenden Lebensumständen länger. Auch Menschen mit chronischen Symptomen benötigen eine Behandlung über einen längeren Zeitraum bis eine vollständige Wiederherstellung der Alltagskompetenz eintritt.

05.04.2018 Ι aus der Praxis

Frohe Ostern!

Wir vom Chiropraktor-Haus in Hamburg wünschen Ihnen frohe Ostern! Genießen Sie das auf vier Tage verlängerte Wochenende und nehmen Sie sich Zeit für Muße.

Noch ein paar Tipps für Karsamstag und Ostersonntag:

  • Wenn Sie am Samstag beim Osterfeuer frieren, vermeiden Sie es, die Schultern hochzuziehen. Dies führt zu Schulter-Nacken-Verspannungen.
  • Wenn Sie in die Kirche gehen zu einem längeren Gottesdienst zur Osternacht und Sie wissen, dass die Kirchenbänke unbequem sind, nehmen Sie am Besten eine Stütze für Ihren Lendenwirbelbereich mit.
  • Wenn Sie am Ostersonntag Ostereier suchen, vermeiden Sie es von der Hüfte abzuklappen, um sich zu den Eiern hinunterzubeugen. Gehen Sie lieber mit geradem Rücken in die Knie.
  • Nutzen Sie die freien Tage für Spaziergänge in der Natur. Nehmen Sie dabei am Besten nichts in die Hand und keine Tasche über die Schulter und schwingen Sie die Arme beidseitig mit.

Achten Sie auch über Ostern auf Ihren Muskel-Skelett-Apparat. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Wir wünschen Ihnen schöne entspannte Tage.

27.03.2018 Ι aus der Praxis

Sitzen ist so gesundheitsschädlich wie Rauchen

Haben Sie einmal die Minuten zusammen gezählt, die Sie jeden Tag sitzend verbringen? Es sind wahrscheinlich sehr sehr viele. Sie sitzen beim Frühstück, beim Arbeitsweg, wahrscheinlich gehören Sie zu den zwei Dritteln der Arbeitnehmer, die einen großen Teil des Arbeitstages oder den ganzen Arbeitstag sitzend verbringen, Sie sitzen beim Mittagessen, Sie sitzen beim Heimweg, Sie sitzen beim Abendessen, Sie sitzen abends auf dem Sofa…Da kommt schon einige sitzende Zeit zusammen.

Wenn die Haltung nicht regelmäßig geändert wird, ist es wahrscheinlich, dass man unbequem sitzt und eine Vielzahl von Muskel-Skelett-Problemen einlädt. Rückenschmerzen, ISG-Syndrom, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen – das sind die häufigsten Schmerzen, die durch zu langes Sitzen mitverursacht werden können.

In sitzender Haltung befinden wir uns mehr als die Hälfte unserer wachen Zeit des Tages. „Wer die meiste Zeit des Tages sitzt, hat dasselbe Risiko für Herzinfarkt wie ein Raucher“, so die Kardiologin Martha Grogan. Dabei werden die Stunden, die wir sitzend verbringen, wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch steigen. Schließlich besteht Grund zur Annahme, dass sich die Arbeitswelt immer weiter digitalisiert und immer weniger körperliche Arbeit in unserer vom Informationszeitalter geprägten Gesellschaft geleistet werden muss.

Neben Problemen im Muskel-Skelett-Apparat und Herzerkrankungen gibt es noch weitere gesundheitliche Risiken, wenn wir vermehrt sitzen: das Glukose-Niveau und der Stoffwechsel werden beeinflusst. Vermehrtes Sitzen ist zudem ein Risikofaktor für Diabetes Typ 2. Es gibt auch eine gute Nachricht: Wenn Sie die langen Perioden des Sitzens unterbrechen, können Sie Ihr Risiko für Diabetes und eine Herzerkrankung mindern. Generell wären mindestens 30 Minuten moderate körperliche Bewegung (wie schnelles gehen oder Fahrrad fahren) an mindestens fünf Tagen in der Woche empfehlenswert. Wie wäre es, wenn Sie eine 15minütige Pause in Ihren Arbeitstag integrieren, in der Sie schnell gehen?

Das Chiropraktor-Haus hat ein paar Tipps für Bewegung während des Tages für Sie:

  • Legen Sie eine Zeit fest, zu der Sie aufstehen und sich bewegen bzw. umhergehen. Ein guter Anhaltspunkt wären 5 bis 10 Minuten pro Stunde. Stellen Sie sich einen Kurzzeitwecker, wenn es die Situation erlaubt. Sie können Kaffee holen gehen, im Gebäude umhergehen, die Treppe herauf und hinunter gehen oder 10 Minuten nutzen, um ein paar Dehnübungen zu machen.
  • Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach einem höhenverstellbaren Schreibtisch, so dass Sie zwischen sitzender und stehender Tätigkeit wechseln können.
  • Prüfen Sie die Möglichkeit, auf der Arbeit als Standarddrucker den Drucker auf dem Gang einzurichten. So müssen Sie jedes Mal aufstehen und zum Drucker gehen, wenn Sie etwas ausdrucken möchten.
  • Bewegen Sie sich in der Mittagspause. Gehen Sie mit Kollegen spazieren.
  • Parken Sie ein Stück weiter weg und gehen Sie das letzte Stück zum Arbeitsplatz.
  • Wenn Sie Fernsehen gucken, stehen Sie in der Werbepause auf und gehen Sie umher.
  • Wenn Sie telefonieren, gehen Sie umher. Am besten nutzen Sie ein Headset, um die Belastungen auf die Halswirbelsäule so gering wie möglich zu halten.

Vermeiden Sie es, lange Zeit am Stück zu sitzen. Ihr Muskel-Skelett-Apparat wird es Ihnen danken.

08.03.2018 Ι aus der Praxis