Fragen und Antworten zur Chiropraktik

Wie schnell die Behandlung wirkt, hängt vom jeweiligen Patienten und dessen Krankheitsgeschichte ab. Oftmals mildern sich Schmerzen direkt nach der Behandlung. Damit ist der Behandlungsverlauf jedoch nicht abgeschlossen, sondern die Funktion sollte optimiert und der Gesundheitszustand sollte stabilisiert werden. So wird einem Rückfall oder chronischen Problemen vorgebeugt.

Im Chiropraktor-Haus bemühen wir uns stets, dass Sie einen Termin innerhalb von wenigen Arbeitstagen bekommen. Dies hebt sich positiv von den gängigen Wartezeiten für Facharzttermine (z. B. Orthopäde) ab.

Die Erstbehandlung bildet die Basis für den Behandlungsverlauf. Der Chiropraktor nimmt Ihre Krankengeschichte auf, untersucht Sie, stellt eine Diagnose und behandelt Sie zum ersten Mal. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der durchschnittliche Behandlungszyklus 7,8 Behandlungen umfasst. Eine Empfehlung für den für Ihre Beschwerden empfohlenen Behandlungsverlauf wird der Chiropraktor beim ersten Besuch mit Ihnen besprechen.

Eine chiropraktische Behandlung stellt eine äußerst risikoarme Behandlung dar. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behandlung von einem Chiropraktor mit Universitätsabschluss vorgenommen wird. Wenn die Untersuchung zeigt, dass das Problem nicht in den Kompetenzbereich des Chiropraktors fällt, oder eine Röntgenaufnahme erforderlich ist, werden Sie an einen Facharzt verwiesen.

Eine durch einen Chiropraktor vorgenommene Behandlung an Gelenken ist meist schmerzfrei und abgesehen von einer möglichen kurzfristigen Empfindlichkeit (ähnlich Muskelkater) und Müdigkeit praktisch frei von Nebenwirkungen. Das Lockern von Muskelverspanungen kann etwas schmerzvoll sein und nach der Behandlung zu kurzfristigen Empfindlichkeiten/Muskelkater führen.

Es gibt große Unterschiede in der empfohlenen Anzahl der Behandlungen in den wissenschaftlichen Studien. In den meisten Fällen sollten bei akuten oder periodisch auftretenden Schmerzen 5-10 Behandlungen ausreichen, während sich die Behandlungsdauer bei chronischen Schmerzen oder älteren Patienten verlängern kann.

Ein Chiropraktor renkt nicht ein. Er justiert das Gelenk mit einem schnellen gezielten Impuls mit den Händen.

Eine Blockade ist eine Fehlstellung der Wirbel oder eines Gelenkes. Sie löst häufig Schmerzen aus und/oder es kommt zu eingeschränkter Beweglichkeit. Einer Blockade begegnen wir unterbewusst meist durch eine Fehlhaltung, die zunächst zwar die Schmerzen verringert, aber mittelfristig zu größeren Beschwerden, von denen nun auch andere Bereiche betroffen sind, führt. Eine Blockade kann durch Kompensationen weitere Blockaden verursachen.

Es gibt weder ein Mindest- noch ein Höchstalter, um von einem Chiropraktor behandelt zu werden. Ein Chiropraktor behandelt Babys genauso wie Menschen über 90 Jahre. Gerade für Babys ist eine Überprüfung empehlenswert, da während der Geburt starke Kräfte auf den Körper wirken, vor allem auf die Halswirbelsäule.

Der Chiropraktor kann die Bedingungen für die Selbstheilungsprozesse verbessern. Dabei wird nicht der Bandscheibenvorfall selbst, sondern die Umgebung behandelt. Dort sind in der Regel Blockaden und/oder verspannte Muskulatur zu finden. Wenn dies behandelt wird, nimmt der Druck auf den Bandscheibenvorfall ab und damit werden die Selbstheilungskräfte bestmöglich unterstützt. In der Mehrheit der Fälle ist bei einem Bandscheibenvorfall keine Operation nötig.

Eine Überprüfung der Funktionen von Babys ist äußerst empfehlenswert und wird in anderen Ländern, z. B. in Dänemark, von ca. einem Drittel der Eltern wahrgenommen. Bei der Geburt wirken starke mechanische Kräfte auf den Körper und insbesondere auf die Halswirbelsäule des Babys. Der Einsatz einer Saugglocke ist noch schädlicher für die Funktionsfähigkeit des Körpers. Bei jeder Art von Geburt kommt es oftmals zu Funktionsstörungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule und im Bereich des Beckens. Diese Funktionsstörungen können sich sowohl in Fehlstellungen als auch in anderen Bereichen niederschlagen und Unruhe, übermäßiges Schreien, eingeschränkte Kopfdrehung, Plattköpfe etc. zur Folge haben. Später können solche Blockaden zu chronischen Haltungsproblemen und Entwicklungsverzögerungen führen.

Schrei-Babys haben oftmals eine Einschränkung der Funktionsfähigkeit des Körpers, die durch die Geburt verursacht wurde. Eine Vorstellung beim Chiropraktor ist empfehlenswert. In anderen Ländern, z. B. in Dänemark, bringt ein Drittel der Eltern ihre Neugeborenen zur Überprüfung der Funktionen zum Chiropraktor.

Es ist äußerst empfehlenswert, das Baby von einem Chiropraktor überprüfen und behandeln zu lassen, wenn z. B folgende Probleme auftreten:

  • gekrümmte Lage wie ein C

  • keine gleichmäßige Kopfform (z. B. auf einer Seite flacher)

  • Einschränkung der Kopfdrehung

  • Probleme beim Stillen (mag nur die Brust auf einer Seite)

  • Unruhe

  • Übermäßiges Schreien (mehr als 2 h am Tag)

  • Verdauungsprobleme etc.

Chiropraktische Behandlungen sind während der gesamten Schwangerschaft möglich. Für Schwangere haben wir im Chiropraktor-Haus eine besondere Vorrichtung an der Behandlungsbank, so dass eine Behandlung am Rücken ohne Bauchlage möglich ist. Behandlungen beim Chiropraktor während der Schwangerschaft sind sogar empfehlenswert, um typische Begleiterscheinungen von Schwangerschaften wie Rückenschmerzen oder Beckenbeschwerden zu mildern.

Bitte bringen Sie zum ersten Termin Röntgen-, CT-, MRT- oder andere Bilder, die vor und nach der Operation gemacht wurden, mit. Der Chiropraktor wird auf Basis der Bilder erkennen, wie er Sie behandeln kann. In der Regel wird er die Umgebung des Bandscheibenvorfalls behandeln und dort ansässige Blockaden lösen und/oder verspannte Muskulatur lockern.

Es ist empfehlenswert, einen Chiropraktor aufzusuchen, wenn Sie unter Schwindel leiden. Oftmals findet sich die Ursache des Schwindels in Blockaden der Halswirbelsäule, die auf das Nervensystem und die Sauerstoffversorgung des Hirns bzw. des Mittelohrs wirken. Der Gleichgewichtssinn kann dadurch gestört werden. Wenn die Blockaden gelöst werden, gehen die Beschwerden zurück.

Der Schwindel kann auch durch Ohrkristalle ausgelöst werden. Auch dies kann ein Chiropraktor behandeln.

In Staaten, in denen Chiropraktik ein Teil des Gesundheitstsystems ist, wie z. B in Dänemark, ist die Hälfte der Patienten Präventivpatient. Durch die alle zwei bis drei Monate wiederholte Präventivbehandlung lässt sich sowohl das Auftreten neuer Akutsituationen vermeiden als auch der Verschlimmerung chronischer Probleme vorbeugen.

Es ist sinnvoll, dem Behandlungsplan zu folgen, um die Beschwerden bestmöglich abzumildern. Jedem kann etwas dazwischen kommen. Bitte sagen Sie in diesem Fall mindestens 24h im Voraus (zuzüglich Wochenende und Feiertage) ab und vereinbaren Sie einen neuen Termin.

Bei vielen gesetzlichen Krankenkassen besteht die Möglichkeit, eine Bezuschussung für Leistungen von Heilpraktikern zu bekommen, oder dafür sogar eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Je nach dem von Ihnen gewählten Tarif, können die Leistungen bei privaten Krankenkassen eingereicht werden.

Es ist sinnvoll, nach einem Schleudertrauma zum Chiropraktor zu gehen, denn durch den Unfall sind häufig Blockaden in der Halswirbelsäule entstanden, die auf weitere Bereiche (z. B. Schulter-Nacken-Bereich) ausstrahlen. In vielen Fällen wird dies zunächst nicht bemerkt und die Fehlstellungen werden durch Fehlhaltungen ausgeglichen bis weitere Beschwerden auftreten. Am Besten sprechen Sie gleich nach dem Vorfall beim Chiropraktor vor, so dass Blockaden gelöst und Ihre Selbstheilungskräfte bestmöglich aktiviert werden können.

Eine Behandlung durch einen Chiropraktor bei MS ist möglich.