Geschichte der Chiropraktik

1895 – das ist das Geburtsjahr der Chiropraktik als eigenständiger Beruf. In jenem Jahr begründete Daniel David Palmer (1845-1913) in Davenport, Iowa, in den USA die Chiropraktik als eigenständigen Heilberuf. Manuelle Behandlungsmethoden waren lange vor dieser Zeit bereits bekannt und verbreitet. Die frühesten Darstellungen und Beschreibungen sind mehrere tausend Jahre alt und stammten aus dem Alten Ägypten. Zwei Jahre später – im Jahr 1897 – gründete Daniel David Palmer ein Lehrinstitut. Das „Palmer College of Chiropractic“ existiert noch heute und ist die bekannteste Hochschule für Chiropaktik. Mit seiner Theorie der Krankheitsentstehung revolutionierten Daniel David Palmer und später dessen Sohn Bartlett Joshua Palmer (1882-1961) die damals bekannten Behandlungsmethoden und entwickelten sie zu einem theoriebasierten Ansatz weiter. Nach ihrer Theorie ist die Funktion des Nervensystems abhängig von der Funktion der Wirbelsäule. Aus der Theorie entwickelten sich zwei unterschiedliche Konzepte. Heute steht dem vitalistischen Zugang der evidenz-basierte Zugang gegenüber (siehe weiter unten).

Die Chiropraktik hat sich als akademische Disziplin weltweit durchgesetzt und ist heute der drittgrößte Heilberuf nach Allgemeinmedizin und Zahnmedizin wetlweit.

Chiropraktik wird an Universitäten gelehrt. Chiropraktoren schließen in der Regel ein fünf-jähriges universitäres Vollzeitstudium an einer akkreditieren Universität ab. Die akkreditieren Universitäten sind nach internationalen Richtlinien anerkannte Hochschulen, deren Lehre weit über den Mindeststandard der Weltgesundheitsorganisation hinaus geht. Eine Liste der akkreditieren Universitäten für Chiropraktik finden Sie hier. Nur wer an einer solchen akkreditieren Universität sein Chiropraktik-Studium abgeschlossen hat, ist ein Chiropraktor. In Europa gibt es derzeit (2019) neun akkreditierte Universitäten (in Dänemark, Frankreich, Großbritannien, in der Schweiz und in Spanien). In Deutschland exisitiert keine akkreditierte Universität für Chiropraktik. Daher müssen Deutsche, die Chiropraktor werden möchten, an einer der akkreditierten Universitäten im Ausland studieren.

Historisch gesehen gibt es bei Chiropraktoren unterschiedliche Meinungen zu den Leitbildern von Zugängen von Gesundheitsfürsorge und Wissenschaft, die diese Überzeugungen untermauert. Man spricht von orthodoxen und unorthodoxen Leitbildern. Ob ein Chiropraktor der orthodoxen (evidenz-basierten) Gruppe oder der unorthodoxen Strömung zugeordnet werden kann, hat Konsequenzen für die von ihm behandelten Patienten.

Es gibt Chiropraktoren, die annehmen, dass es einen vertrebralen Subluxationskomplex als vitalistisches Konstrukt gibt, der die Ursache für Krankheit ist. Dies hat zur Konsequenz, dass manche Chiropraktoren angeben, Krankheiten im Allgemeinen (außerhalb des Muskel-Gelenk-Apparats) zu verhindern, indem sie chiropraktische Justierungen ausführen. Vitalistische Chiropraktoren nehmen an, dass, wenn die vertebrale Subluxation korrekt justiert wird, die Störung aufgehoben, der Druck beseitigt, die Belastbarkeit wieder normalisiert und die Gewebezelle wieder hergestellt wird sowie Leben und Gesundheit beginnen, wieder normal zu werden. All dies werde, so die Vitalisten, von angeborener Intelligenz (innate intelligence) gesteuert und durchgeführt.

Evidenz-basiert arbeitende Chiropraktoren beschränken sich mit der Intention der Gesundheitsfürsorge auf den Muskel-Gelenk-Apparat und nehmen nicht für sich in Asnpruch, Krankheiten im Allgemeinen behandeln oder gar verhindern zu können. Sie basieren ihre Behandlung auf Foschungergebnisse, die den höchsten wissenschaftlichen Standards entsprechen. Evidenz ist der wissenschaftlich eindeutige nach hohen wissenschaftlichen Standards nachgewiesenen Effekt, hier von chiropraktischen Behandlungen.