35 Forscher und eine Forschungsgruppe befassten sich in einer Studie mit den Effekten bzw. den Faktoren, die für eine Veränderung des Effekts von Trainingtherapie bei Patienten mit anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken sorgten. Die Forscher kamen aus Kanada, Großbritannien, den Niederlanden, Dänemark, Italien, Brasilien, Australien, USA, Schweiz, Spanien, Finnland, Schweden und Hong Kong.

Schmerzen im unteren Rücken ist eine der weltweit führenden Ursachen für Bewegungseinschränkungen bzw. Behinderung. Trainingtherapie wird allgemein empfohlen für die Behandlung von anhaltendem nicht-spezifischen Rückenschmerzen im unteren Rücken. Während die Evidenz [Anm: Evidenz ist der empirisch, das heißt der verlässliche nach bestimmten wissenschaftlichen Standards erbrachte Nachweis des Nutzens eines therapeutischen oder diagnostischen Verfahrens.] annimmt, dass Übungen einen moderaten Effekt haben, bleibt Unklarheit darüber, welche Individuen am meisten von Übungen profitieren könnten.

Parallel mit einem Cochrane Review Update [Anm: Cochrane ist ein internationales kommerziell unabhängiges Netzwerk, das evidenz-basierte systematische Forschungsüberblicke produziert, um evidenz-informierte Entscheidungen im Gesundheitswesen zu fördern] erfragten die Forscher die individuellen Teilnehmerdaten von zufälligen (randomisierten) klinischen Versuchen mit hoher wissenschaftlicher Qualität mit Erwachsenen. Die Versuche sollten zwei Ergebnissen (Schmerzen und funktionale Einschränkungen) messen. Die Forscher kalkulierten die allgemeine Genesung und stellten ein Datenset zusammen, das Teilnehmercharakteristika zum Ausgangszeitpunkt, Übungen und vergleichende Charakteristika und kurzfristige Ergebnisse, mittelfristige Ergebnisse und langfristige Ergebnisse umfasste. Sie führten deskriptive Analysen und Meta-Analysen der individuellen Teilnehmerdaten aus, in dem sie auf verschiedene Ebenen und gemischte-Effekte Regression des allgemeinen Behandlungseffekts und zuvor festgelegten potenziellen verändernden Faktoren für den Behandlungseffekt nutzten.

Die Forscher erhielten die individuellen Teilnehmerdaten aus 27 klinischen Versuchen (3514 Teilnehmer). Für Studien, die in diese Analyse aufgenommen wurden, reduzierte Trainingtherapie im Durchschnitt Schmerzen im Vergleich mit keiner Behandlung/normaler Behandlung. Das Ergebnis ist kompatibel mit einem klinischen 20 % kleinsten sinnvollen Effekt. Die Trainingtherapie reduzierten funktionale Einschränkungen mit einem klinisch wichtigen 23% Verbesserung bei kurzfristigem Ergebnis. Potenzielle verändernde Faktoren für die Behandlung waren: keine schweren physischen Anforderungen auf der Arbeit und der Rückgriff auf Medikamente bei Rückenschmerzen im unteren Rücken.  Diese beiden Faktoren wurden assoziiert mit besseren Ergebnissen der Trainingtherapie im Verhältnis zu keine-Trainingtherapie-Vergleiche. Ein niedriger Bodymaßindex wurde ebenfalls in Zusammenhang gebracht mit besseren Ergebnissen bei Trainingtherapie im Vergleich zu keiner Behandlung/die normale Behandlung. Diese Studie wurde eingeschränkt durch inkonsistente Verfügbarkeit und Messung der Teilnehmercharakteristika.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Diese Studie stellt möglicherweise nützliche Informationen bereit, um die Behandlung von Patienten zur unterstützen und zukünftige Studien zu Trainingtherapie-Interventionen anzulegen, die besser auf spezifische Subgruppen von Patienten angepasst sind.

Quelle:

Hayden JA, Wilson MN, Stewart S, Cartwright JL, Smith AO, Riley RD, van Tulder M, Bendix T, Cecchi F, Costa LOP, Dufour N, Ferreira ML, Foster NE, Gudavalli MR, Hartvigsen J, Helmhout P, Kool J, Koumantakis GA, Kovacs FM, Kuukkanen T, Long A, Macedo LG, Machado LAC, Maher CG, Mehling W, Morone G, Peterson T, Rasmussen-Barr E, Ryan CG, Sjögren T, Smeets R, Staal JB, Unsgaard-Tøndel M, Wajswelner H, Yeung EW; Chronic Low Back Pain IPD Meta-Analysis Group: Exercise treatment effect modifiers in persistent low back pain: an individual participant data meta-analysis of 3514 participants from 27 randomised controlled trials, in: British journal of sports medicine, 28 Nov 2019, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31780447 (abgerufen am 15.01.2020)

16.01.2020 Ι aus der Forschung