Viele Patienten stellen sich mit Hüftschmerzen vor und unser Chiropraktor stellt fest, dass es sich um ein blockiertes Beckengelenk handelt. Die Verwechslungsgefahr zwischen Hüfte und Becken ist für Nicht-Mediziner hoch. Wir vom Chiropraktor-Haus möchten Ihnen die Unterschiede näher bringen.

Das Becken bildet mit der Wirbelsäule eine funktionelle Einheit. Es stellt die Verbindung zu den unteren Extremitäten, also den Beinen, her. Das Becken besteht aus zwei Beckenschaufeln, die mit dem Kreuzbein zusammen das Becken bilden. Die Beckenschaufeln bestehen aus Darmbein, Sitzbein und Schambein.

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Das Becken bildet mit der Wirbelsäule eine funktionelle Einheit.

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Das Iliosakralgelenk (ISG) sitzt zwischen Kreuzbein und Beckenschaufeln.

Das Gelenk zwischen Kreuzbein und Beckenschaufeln ist das Iliosakralgelenk oder kurz „ISG“. Haben Sie mit diesem auch schon Erfahrungen gemacht? Bei vielen blockiert sich das ISG gerne. Das ISG ist wichtig für die Beckenbewegung, wenn wir gehen oder laufen. Symptome von biomechanischen Fehlstellungen am ISG sind ausstrahlende Schmerzen in Gesäß, Leiste, Bein oder Hoden. In der Schwangerschaft sind Blockierungen des ISGs häufig, da die Bänder durch die Hormone lockerer werden, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Das Gelenk zwischen den beiden Beckenschaufeln ist die Symphyse (Schambeinfuge). Auch mit diesem Gelenk machen einige Schwangere sehr unschöne Erfahrungen.

Als Hüfte werden die beiden Gelenke zwischen Becken und jeweils einem Bein bezeichnet. Der Hüftknochen ist einer der größten und stabilsten Knochen im Körper. Er ist sehr beweglich und ist für eine Vielfalt von Bewegungen im Alltag zuständig wie gehen, sitzen, sich hocken, das Bein seitlich heben, die Füße nach außen oder nach innen drehen etc. Hüftschmerzen zeigen sich oft in der Leiste oder außen am Oberschenkel.

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Als Hüfte werden die beiden Gelenke zwischen dem Becken und jeweils einem Bein bezeichnet.

Biomechanische Funktionseinschränkungen an der Hüfte können zu veränderten Belastungen in Gelenkknorpel und Knochen führen, was zu degenerativer Arthritis oder Arthrose führt. Die Schädigung wird weiter vorangetrieben, wenn das Gelenk einer großen Belastung (zum Beispiel durch Übergewicht) ausgesetzt ist. Das Hüftgelenk ist eines der Gelenke, die durch eine Prothese (künstliches Gelenk) ersetzt werden können. Dies ist für viele verlockend, da sie denken, dass damit die Schmerzen behoben sind und sie nichts an ihrem Lebensstil ändern müssen. Zudem wird eine „künstliche Hüfte“ von vielen Ärzten aus ökonomischen Gründen gerne vorgeschlagen. Aus Sicht von Chiropraktoren sollte eine künstliche Hüfte erst als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da die Operation Risiken und Nebenwirkungen birgt, die Biomechanik nachhaltig verändert wird und da auch eine künstliche Hüfte nicht vom „bewegen müssen“ frei macht. Der Einsatz einer Prothese ist zudem nicht rückgängig zu machen und kann mittel- und langfristige Folgeprobleme nach sich ziehen.

Wir hoffen, diese Information ist für Sie hilfreich und Sie können demnächst Becken und Hüfte besser zuordnen. Wenn sich also demnächst jemand an den Popo fasst und sagt: „Ich habe solche Hüftschmerzen…“, dann wissen Sie: „Das ist nicht die Hüfte.“.

21.08.2019 Ι aus der Praxis