Als Skoliose bezeichnet man eine Verkrümmung der Wirbelsäule zur Seite. Sie kann mit verschiedenen Ausprägungen auftreten: Der Rücken kann schief stehen, die Schultern können unterschiedlich hoch sein und es kann sich ein Buckel bilden (insbesondere wenn man sich nach vorne beugt). Skoliose kann zu Rückenschmerzen führen. Viele von Skoliose betroffene Personen haben keine Symptome. Langfristig kommt es durch die veränderte Statik zu Verschleiß und Folgeprobleme können auftreten.

Röntgenbild des gesamten Körpers: Man sieht deutlich den Beckenschiefstand sowie die Skoliose

Die meisten Verkrümmungen einer Wirbelsäule sind kleine Verzerrungen oder Ungleichgewichte und verursachen keine Probleme. Manche Ungleichgewichte sind jedoch so groß, dass sie Probleme verursachen können. Der Rücken einer von Skoliose betroffenen Person kann von hinten gesehen eine S-Form oder eine C-Form haben.

Die Ungleichgewichte können sich in verschiedenen Formen ausprägen. Zusätzlich zu den Verzerrungen können die Schultern unterschiedlich hoch sein, ein Schulterblatt kann mehr hervorstehen als das andere, der Kopf kann schief erscheinen, die Hüftkämme können unterschiedliche Höhen aufweisen und der Körper neigt sich zu einer Seite.

Skoliose geht meist einher mit einer Verdrehung von einzelnen Wirbelkörpern. Eine Skoliose kann leicht sein oder so stark sein, dass die betroffene Person einen Buckel zu haben scheint. Je stärker eine Skoliose ist, desto stärker werden durch die Verkrümmung der Wirbelsäule Muskeln, Sehnen und Bänder belastet. Rückenschmerzen oder Atemnot können auftreten. In gravierenden Fällen erfährt die von einer Skoliose betroffene Person eine so starke Krümmung, dass auch innere Organe beeinträchtigt werden. In diesen Fällen wird bei Kindern und Jugendlichen typischerweise ein Korsett empfohlen.

Eine Skoliose bekommt man nicht von heute auf morgen. Sie entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Sie beginnt meist im jugendlichen Alter (zwischen 10 und 16 Jahren). Bei frühzeitigem Erkennen von Skoliosetendenzen kann eine Verschlechterung vermieden werden.

Wie wird Skoliose festgestellt?

Die Diagnose beruht typischerweise auf der Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung und ggf. auch auf einer Röntgenaufnahme der Wirbelsäule. Die einfachste Methode ist, das Kind bzw. den Jugendlichen zu bitten, sich nach vorne zu beugen. Von hinten ist das Ungleichgewicht in vielen Fällen deutlich zu erkennen.

Wo tritt Skoliose meist auf?

Die Veränderungen bzw. Ungleichgewichte treten am Häufigsten in der Brustwirbelsäule auf. Sie können auch im Lendenwirbelbereich oder im Übergang zwischen Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule auftreten.

Was sind die Ursachen für Skoliose?

In ca. 90 % der Fälle findet man keine bestimmte Ursache für Skoliose. Diese Art von Skoliose wird als idiopathische Skoliose bezeichnet (Merksatz: „Der Idiot, der die Pathologie (Krankheitslehre und Entstehung) nicht kennt“).  In den übrigen Fällen kann die Skoliose genetisch bedingt sein oder auf angeborene Missbildungen, Verletzungen und Erkrankungen des Muskelsystems oder Nervensystems zurückgeführt werden. Bei einer funktionalen Skoliose ist die Wirbelsäule selbst normal und die Ungleichgewichte sind auf andere funktionelle Bedingungen wie z. B. eine ungleiche Länge der Beine zurückzuführen. Eine funktionale Skoliose verursacht selten besondere Probleme.

Leichte Skoliose mit einem Krümmungswinkel von weniger als 12 ° wird als skoliotische Fehlhaltung bezeichnet.

Was macht ein Chiropraktor bei Skoliose?

Beckenschiefstände und Beckenverwringungen sind die Hauptursachen für Skoliose bei Patienten, die sich in Chiropraktor-Praxen vorstellen. Jede Skoliose verursacht langfristig Abnutzungserscheinungen (Verschleiß) an den Bandscheiben und Wirbelgelenken. Ein Chiropraktor gleicht daher bei Skoliosepatienten die Statik aus, indem er Gelenkblockaden löst und so die Wirbelsäulenbeweglichkeit erhöht. Muskeltrainining im Sinne von Übungen für die Ansprache von überlasteten, geschwächten oder verkürzten Muskeln ist ebenfalls sinnvoll. Der Chiropraktor kann dem Patienten hier Übungen für zuhause mitgeben. Skoliose sollte überwacht werden.

11.06.2019 Ι aus der Praxis