Eltern stellen ihre Babys vermehrt bei einem Chiropraktor vor. Bei Babypatienten in Chiropraktor-Praxen sind Interventionen während der Geburt ein Faktor, der im Allgemeinen überproportional vorliegt. Geburtsinterventionen stehen im Zusammenhang mit cranialen Verformungen, Torticollis (der Kopf wird vermehrt zu einer Seite gedreht in Zusammenhang mit starken Muskelverspannungen) und Schwierigkeiten beim Stillen. Das Ziel der Studie ist ein detailliertes Wissen über verschiedene Geburtsinterventionen bei Babys mit Problemen im Muskel-Skelett-Apparat zu erhalten und Zusammenhänge zu identifizieren.

Die Querschnittsstudie nutzte einen internen Bericht in einer interdisziplinären Stillklinik in Großbritannien. In diesem wurde über die spezifische Geburtsart, Schwierigkeiten beim Stillen und Beschwerden im Muskel-Skelett-Apparat der Babys berichtet. Deskriptive Daten und Risikokennzahlen wurden verwendet, um häufige Gründe für die Vorstellung von Babys hervorzuheben und Zusammenhänge zwischen der Art der Geburt und dem Bereich der Beschwerden im Muskel-Skelett-Apparat zu bestimmen.

301 Säuglingen nahmen an der Studie teil. 83% der 301 Säuglinge, die sich in der Stillklinik vorstellten, hatten eine Geburtsintervention. Die häufigsten Stillprobleme waren schwieriges Anlegen des Säuglings, Schmerzen während des Stillens und eine Vorliebe für eine Brust.

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Chiropraktor Alexander Meier behandelt ein Baby

Jede Art von Unterstützung bzw. Intervention bei der Geburt erhöhte das Risiko, dass das Baby nicht gut an der Brust andockt um 1.62. Die Einleitung der Geburt erhöhte das Risiko von Problemen mit der Halswirbelsäule um 1.86 im Vergleich zu nicht unterstützter Geburt. Notkaiserschnitte hatten 1.71 erhöhte Risiko für Stillen mit Andockproblemen und Probleme mit der Halswirbelsäule im Vergleich zu nicht unterstützter Geburt. Eine Geburt per Saugnapf erhöhte das Risiko für Probleme mit der Brustwirbelsäule um 1.34 und Andockprobleme beim Stillen um 1.38 im Vergleich zu nicht unterstützter Geburt. Eine Zangengeburt erhöhte das Risiko für Schwierigkeiten, das Baby an die Brust anzulegen, um 1.49 und für Probleme mit der Halswirbelsäule um 1.31.

Die Studie ist die erste Studie, die bestimmte Geburtsinterventionen als Risiko für bestimmte Probleme des Muskel-Skelett-Apparats des Säuglings analysiert. Vor dem Hintergrund dieser Probleme im Muskel-Skelett-Apparat ist es angemessen, dass Chiropraktik Teil der Gesundheitsfürsorge von Säuglingen ist.

Die Stichprobengröße ist relativ klein, die Studie ist beobachtend und basiert auf Daten eines internen Berichts einer interdisziplinären Stillklinik. Die Studie bietet gleichwohl einen Ausgangspunkt für weitere Forschung. Babys, die mit einer unterstützten Geburt zur Welt kommen, leiden unter mehrfachen Schwierigkeiten beim Stillen unter unter mehrfachen Bereichen von Beschwerden im Muskel-Skelett-Apparat. Zangengeburt und Kaiserschnitt scheinen ein zusätzliches Risiko zu bilden und es könnte angemessen sein, Chiropraktik zu einem Teil der Routineuntersuchung für diese Babys zu machen.

Quelle:

Miller, Amy 2018: Is there an association between birth type and area of musculoskeletal complaint in the neonate?, in: Chiropractic & Manual Therapies, 26, supplement 1, ECU convention 2018 congress proceedings, unter: https://chiromt.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12998-018-0213-z

14.01.2019 Ι aus der Forschung