Wissenschaftliche Studien zu Kopfschmerzen haben ergeben, dass ein Zusammenhang zwischen Baby-Koliken (Dreimonatskoliken) und Kopfschmerzen als Erwachsener besteht.

Forscher aus Finnland gingen der Frage eines Zusammenhangs in einer Langzeitstudie (Kohortenstudie) nach. Familien, die ihr erstes Kind erwarteten, nahmen an der Studie von Geburt des Kindes bis zur Volljährigkeit teil. Dabei lag das Augenmerk zunächst auf Babykoliken bzw. Dreimonatskoliken und später auf Migräne als Jugendlicher.

Chiropraktor-Haus-Hamburg-Baby_51.267 Babys wurden zufällig ausgesucht, um an der Studie teilzunehmen. Bei 160 der Babys (13%) wurden bis zum Alter von drei Monaten Babykoliken diagnostiziert. Babykoliken werden definiert als untröstliches Weinen und Unwohlsein bei ansonsten gesunden Babys. Die am häufigsten verwendete Definition ist übermäßiges Schreien für mindestens drei Stunden pro Tag für mindestens drei Tage pro Woche für mindestens drei Wochen. Die Babys sind zwischen zwei und vier Monaten, mit einem mittleren Beginn der Kolik nach zwei Wochen und einer durchschnittlichen Dauer der Symptome von vier bis fünf Monaten. [Anmerkung: Daher werden Babykoliken auch Dreimonatskoliken genannt].

Migräne wurde bei 129 (16%) von 787 Jugendlichen im Alter von 18 Jahren diagnostiziert. 12% der 787 Jugendlichen hatten als Baby Dreimonatskoliken, 88% der 787 Jugendlichen hatten keine Babykoliken.

23% derjenigen, die als Baby Koliken hatten, hatten im Alter von 18 Jahren Migräne. Demgegenüber hatten nur 11% ohne Dreimonatskoliken Migräne mit 18 Chiropraktor-Haus-Kopfschmerzen_2Jahren. Doppelt so viele Jugendliche, die als Baby Dreimonatskoliken hatten, litten also später an Migräne. Auch im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung (15%) war diese Fallzahl erhöht.

Von den 18-Jährigen, die als Baby Koliken hatten, und nun Migräne haben, hatten 64% Migräne ohne Aura und 36% Migräne mit Aura. Babykolik-Patienten haben ein fast dreimal so großes Risiko später Migräne ohne Aura zu entwickeln, aber kein erhöhtes Risiko später an Migräne mit Aura zu leiden.

Was war das Ergebnis der Studie? Babykoliken bzw. Dreimonatskoliken scheinen mit einem erhöhten Risiko für Migräne ohne Aura einherzugehen.

Wichtig für die Einordnung der Studie ist, dass die Babykoliken/Dreimonatskoliken nicht behandelt wurden.

Quelle:

Sillanpää, M/Saarinen, M 2015: Infantile colic associated with childhood migraine: A prospective cohort study, in: Cephalalgia, 35(14):1246-51, unter:  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25754178 (abgerufen am 28.09.2018).

10.10.2018 Ι aus der Forschung