Frauen vernachlässigen ihre Rückenschmerzen und Nackenschmerzen. Sie suchen im Durchschnitt erst nach sechs Wochen Hilfe. Damit brauchen sie zwei Mal so lange wie Männer, die im Durchschnitt schon nach drei Wochen Hilfe suchen, um etwas gegen ihre Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen zu unternehmen. Dies hat eine von der Britischen Chiropraktoren Union in Auftrag gegebene Umfrage zu Rückenschmerzen und Nackenschmerzen ergeben. Die Umfrage wurde in der Zeit von 28.02.2018 und 06.03.2018 durchgeführt. Es nahmen 2.066 Briten im Alter von mindestens 16 Jahren teil.

Die Umfrage zeigte, dass Frauen im Durchschnitt im Alter von 27 Jahren Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen entwickeln und diese regelmäßig erleben. Gleichwohl hat ein Viertel aller Frauen noch nie einen Gesundheitsdienstleister wegen ihrer Schmerzen im Rücken und Nacken aufgesucht. Darüber hinaus zeigen die Studienergebnisse, dass mehr als ein Drittel der Frauen als erstes zu Medikamenten greifen und einfache Entlastungsstrategien wie Übungen und Dehnen ignorieren. Gerade Übungen können jedoch Rückenschmerzen und Nackenschmerzen vorbeugen und diese verbessern.

Männer entwickeln im Durchschnitt sechs Jahre später als Frauen, also mit 33 Jahren, Rückenschmerzen und Nackenschmerzen. Sie wenden sich üblicherweise an ihren Arzt, wenn sie Schmerzen erleben.

Insgesamt würde über ein Drittel aller Briten einen Monat oder länger warten, bevor professionelle Hilfe wegen Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen gesucht wird. Jeder zehnte Brite würde schweigend leiden ohne Hilfe zu suchen.

Einfache Veränderungen des Lebensstils wie Dehnen und mehr Bewegung im Alltag können ein effektiver Weg sein, um Rückenschmerzen in Schach zu halten. Gleichwohl verändern nur 11 Prozent der Frauen und Männer ihre Alltagsroutine, wenn sie beginnen, Schmerzen zu haben.

„Was die britische Studie ergeben hat, kenne ich auch. Viele Patienten, die sich bei mir vorstellen, haben seit Monaten, teils seit Jahren, Rückenschmerzen und Nackenschmerzen erlebt, bevor sie Hilfe suchen. Einige haben auch andere Behandlungsmethoden ausprobiert. Viele warten jedoch, bis der Schmerz ihren Alltag stark beeinträchtigt, bevor sie Hilfe suchen“, erzählt Chiropraktor Alexander Meier. Er führt aus: „Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen müssen nicht sein. Niemand sollte Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen hinnehmen und als Teil des Lebens ansehen. Ich empfehle, spätestens Hilfe zu suchen, wenn Sie länger als ein paar Wochen Schmerzen haben. Gleichwohl ist Vorsorge besser als Therapie. Daher empfehle ich, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, die Zeit in sitzender Position zu verringern und sich Zeit für regelmäßiges Dehnen zu nehmen.“

Das Chiropraktor-Haus möchte Ihnen ein paar Tipps geben:

  • 47% der für die Studie befragten Frauen sagten, dass stilles Sitzen über einen längeren Zeitraum die Schmerzen auslöst. Wenn Sie für längere Zeit in einer Position sitzen müssen – auf der Arbeit oder bei einer Autofahrt – versuchen Sie alle 30-60min Pause zu machen, herumzugehen, sich zu bewegen und sich zu dehnen.
  • Indem Sie moderate Übungen in Ihren Alltag einbauen, wird Ihr Körper stärker und ist besser gerüstet für Anforderungen, die Sie an ihn stellen. Bauen Sie einfach 5-10min Übungen zur Stabilisierung und zum Dehnen fest in Ihren Tagesablauf ein (z. B. morgens nach dem Duschen).
  • Schlaf ist wichtig, gerade nach einem anstrengenden Tag. Achten Sie daher auf Ihre Schlafposition und wechseln Sie Ihre Matratze mindestens alle sieben Jahre. Achten Sie bei der Wahl des Kopfkissens und der Matratze auf Materialien, die sich Ihrem Körper anpassen wie Kaltschaum.
  • Schleppen Sie nicht so viel mit sich herum. 32% der für die Umfrage befragten Frauen sagten, dass Ihre Handtasche einer der Hauptauslöser für ihre Rückenschmerzen und Nackenschmerzen ist. Wenn Sie sich wiedererkennen, dann denken Sie über einen Rucksack nach (es gibt auch schicke kleine Lederrucksäcke) oder darüber, die Tasche täglich (!) auszupacken, um nur die wirklich wichtigen Dinge bei sich zu haben.

14.08.2018 Ι aus der Praxis