Wenn Sie schon mal Kiefergelenkprobleme hatten, wissen Sie, wie sich eine Funktionsstörung, die unter dem Begriff „CMD“ läuft, anfühlt. Manche wollen in ihr Brot beißen und merken, dass der Mund sich nicht richtig öffnen lässt, als ob man eine Sperre hat. Manche würden sagen, dass CMD Kiefergelenkschmerzen sind etwas, was ein Klicken im Kiefergelenk hervorruft, wenn man den Mund ganz weit öffnet und wieder schließt.

CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion, also eine Funktionsstörung bei Schädel (cranio) und Unterkiefer (mandibulär= zum Unterkiefer gehörend). Das betroffene Gelenk, das temporomandibuläre Gelenk, sitzt zwischen Schädel und Unterkiefer und ist mit der Kaumuskulatur verbunden. Das Gelenk ist wie eine gleitende Türangel und verbindet den Unterkiefer mit dem Schädel. Das Gelenk ist verantwortlich für das Öffnen und Schließen des Mundes, erlaubt dem Knochen langsam hoch und runter zu gehen und von Seite zu Seite und befähigt uns zum Sprechen, Kauen und Gähnen. Die Knochen des Gelenks sind von einer Scheibe aus Knorpel (Diskus, wie eine kleine Bandscheibe) getrennt, um die Kieferbewegung geschmeidig zu halten.

Wenn die Muskeln irritiert und sehr angespannt sind, werden Gelenke verschoben. Dies trifft auch auf das temporomandibuläre Gelenk zu. Auch bei Arthritis oder einer anderen Gelenkkrankheit kann die Geschmeidigkeit unterbrochen werden. Häufige Symptome sind Knallen, Klicken, Muskelverhärtung, Gelenkspannung oder die Unfähigkeit, den Mund so weit wie möglich zu öffnen. Es gibt drei Hauptkategorien der Art des Schmerzes, den man an diesem Gelenk haben kann:

  1. Myofaszialer Schmerz bzw. Schmerz in den Muskeln, die den Unterkiefer kontrollieren, und den verbundenen Nacken- und Schultermuskeln. Dies ist das häufigste Symptom.
  2. Gelenkblockade oder verrutschte oder fehlplatzierte Knorpelscheibe.
  3. Degenerative Knochenkrankheit (z. B. Athritis) im Kiefergelenk.

Faktoren, die das Risiko erhöhen, CMD zu bekommen, sind eine Verletzung des Kiefers (z. B. durch einen Unfall mit Aufprall auf dem Kiefer), Stress, Mahlen/Knirschen mit den Zähnen oder die Zähne fest aufeinander Beißen.

Es gibt konservative Methoden, um CMD zu behandeln und um Kieferschmerz umzukehren. Dazu gehören:

  • weicheres Essen essen
  • Kühlpack auflegen
  • extreme bzw. großräumige Kiefergelenkbewegungen vermeiden
  • Enstpannungstechniken erlernen und Stress reduzieren
  • Feingewebsmassage
  • leichte Dehnung des Kiefers, um seinen Bewegungsradius zu erhöhen
  • Chiropraktische Behandlungen durch einen Chiropraktor

Ein Chiropraktor (nicht zu verwechseln mit einem Chiropraktiker) kann Gelenkblockaden im Kiefergelenk mit einem schnellen gezielten Impuls mit den Händen lösen und die normale Gelenkbeweglichkeit wieder herstellen. Zudem kann der Chiropraktor Ihre Halswirbelsäule auf Gelenkblockaden untersuchen und behandeln.

CMD sollte ernst genommen werden. Damit Sie wieder herzhaft zubeißen können.

17.04.2018 Ι aus der Praxis