Akute Schmerzen und chronische Schmerzen: Was ist das?

Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat, also dem Bewegungsapparat, sind bei vielen Menschen chronisch. Doch was heißt das eigentlich?

Zum Muskel-Skelett-Apparat zählen alle Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder. Rückenschmerzen, Hüftschmerzen, Armschmerzen, Kopfschmerzen, Knieschmerzen, Fußschmerzen etc. sind alles Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat.

Schmerzen werden durch ein spezifisches Ereignis (physisches Trauma) oder durch Überbeanspruchung von Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern ausgelöst. Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat betreffen zumeist einen ganzen Körperbereich und nicht nur ein Gelenk, einen Muskel etc. So können Schmerzen einen Körperbereich wie den Rücken, die Schulter, die Füße etc. betreffen.

Wenn Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat nicht schnell behandelt werden, können sie chronisch werden und zu Dysfunktionalität und schwächenden Schmerzen führen.

Der Einteilung von Schmerzen in akute Schmerzen, subakute Schmerzen und chronische Schmerzen basiert darauf, wann der Schmerz eingesetzt hat, also wie lange der Patient die Symptome bzw. Schmerzen schon hat.

Akute Schmerzen werden definiert als Schmerzen, die erstmals auftreten oder nach einem mindestens sechsmonatigen schmerzfreien Zeitraum. Akute Schmerzen dauern bis zu vier oder bis zu sechs Wochen an. Dies unterscheidet sich je nach Schmerzregion. Bei Nackenschmerzen ist beispielsweise ein Zeitraum von Symptomen von 0 bis 4 Wochen für die Zuschreibung von „akuten Nackenschmerzen“ angemessen (siehe Forschungsartikel „Was sind akute Nackenschmerzen?“). Akuter Schmerz ist eine wichtige Warnfunktion, denn die sensorische Wahrnehmung schützt uns vor möglichen schädlichen Dingen in der Umwelt. Der Schmerz teilt uns mit, dass wir eine Verletzung haben.

Subakute Schmerzen sind Schmerzen, die von der Symptomzeit zwischen „akuten“ und „chronischen Schmerzen“ liegen. Hier wird oftmals ein Zeitintervall von bis zu 12 Wochen zu Grunde gelegt.

Chronische Schmerzen im Bereich des Muskel-Skelett-Apparates werden definiert als Schmerzen, die länger als 12 Wochen andauern. Als chronische Schmerzen gelten auch rezidivierende, also wiederkehrende Schmerzen, bei denen zwischen den Schmerzphasen weniger als sechs Monate Schmerzfreiheit besteht. Chronische Schmerzen gehen oftmals mit psychischen und sozialen, manchmal auch mit existenziellen Sorgen einher.

Ziel einer Behandlung durch einen Chiropraktor sollte bei Schmerzen sein, den Schmerz zu reduzieren und die Funktion des betroffenen Körperteils zu verbessern. Die Phasen des Behandlungsverlaufs bei einem Chiropraktor sind symptomatische Phase, stabilisierende Phase und vorbeugende Phase (erfahren Sie hier mehr zum Behandlungsverlauf).

Die Dauer der Symptome bzw. die Dauer der Schmerzen hat eine Vorhersagekraft für das Ergebnis der Behandlung („besser“). Je länger die Schmerzen bzw. Symptome schon andauern, umso länger braucht der Körper, um seine Funktion wieder zu erlangen.

Während junge Personen bei akuten Schmerzen und/oder Beschwerden im Muskel-Skelett-Apparat (z. B. ein steifer Nacken) oftmals mit nur wenigen Behandlungen durch einen Chiropraktor eine Wiederherstellung der Funktion und eine vollständige Schmerzlinderung erfahren, ist die Behandlungsdauer bei älteren Personen, Personen mit Vorerkrankungungen oder Personen in stressigen und/oder belastenden Lebensumständen länger. Auch Menschen mit chronischen Symptomen benötigen eine Behandlung über einen längeren Zeitraum bis eine vollständige Wiederherstellung der Alltagskompetenz eintritt.

05.04.2018 Ι aus der Praxis

2018-04-10T16:33:00+00:00