Haben Sie einmal die Minuten zusammen gezählt, die Sie jeden Tag sitzend verbringen? Es sind wahrscheinlich sehr sehr viele. Sie sitzen beim Frühstück, beim Arbeitsweg, wahrscheinlich gehören Sie zu den zwei Dritteln der Arbeitnehmer, die einen großen Teil des Arbeitstages oder den ganzen Arbeitstag sitzend verbringen, Sie sitzen beim Mittagessen, Sie sitzen beim Heimweg, Sie sitzen beim Abendessen, Sie sitzen abends auf dem Sofa…Da kommt schon einige sitzende Zeit zusammen.

Wenn die Haltung nicht regelmäßig geändert wird, ist es wahrscheinlich, dass man unbequem sitzt und eine Vielzahl von Muskel-Skelett-Problemen einlädt. Rückenschmerzen, ISG-Syndrom, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen – das sind die häufigsten Schmerzen, die durch zu langes Sitzen mitverursacht werden können.

In sitzender Haltung befinden wir uns mehr als die Hälfte unserer wachen Zeit des Tages. „Wer die meiste Zeit des Tages sitzt, hat dasselbe Risiko für Herzinfarkt wie ein Raucher“, so die Kardiologin Martha Grogan. Dabei werden die Stunden, die wir sitzend verbringen, wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch steigen. Schließlich besteht Grund zur Annahme, dass sich die Arbeitswelt immer weiter digitalisiert und immer weniger körperliche Arbeit in unserer vom Informationszeitalter geprägten Gesellschaft geleistet werden muss.

Neben Problemen im Muskel-Skelett-Apparat und Herzerkrankungen gibt es noch weitere gesundheitliche Risiken, wenn wir vermehrt sitzen: das Glukose-Niveau und der Stoffwechsel werden beeinflusst. Vermehrtes Sitzen ist zudem ein Risikofaktor für Diabetes Typ 2. Es gibt auch eine gute Nachricht: Wenn Sie die langen Perioden des Sitzens unterbrechen, können Sie Ihr Risiko für Diabetes und eine Herzerkrankung mindern. Generell wären mindestens 30 Minuten moderate körperliche Bewegung (wie schnelles gehen oder Fahrrad fahren) an mindestens fünf Tagen in der Woche empfehlenswert. Wie wäre es, wenn Sie eine 15minütige Pause in Ihren Arbeitstag integrieren, in der Sie schnell gehen?

Das Chiropraktor-Haus hat ein paar Tipps für Bewegung während des Tages für Sie:

  • Legen Sie eine Zeit fest, zu der Sie aufstehen und sich bewegen bzw. umhergehen. Ein guter Anhaltspunkt wären 5 bis 10 Minuten pro Stunde. Stellen Sie sich einen Kurzzeitwecker, wenn es die Situation erlaubt. Sie können Kaffee holen gehen, im Gebäude umhergehen, die Treppe herauf und hinunter gehen oder 10 Minuten nutzen, um ein paar Dehnübungen zu machen.
  • Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach einem höhenverstellbaren Schreibtisch, so dass Sie zwischen sitzender und stehender Tätigkeit wechseln können.
  • Prüfen Sie die Möglichkeit, auf der Arbeit als Standarddrucker den Drucker auf dem Gang einzurichten. So müssen Sie jedes Mal aufstehen und zum Drucker gehen, wenn Sie etwas ausdrucken möchten.
  • Bewegen Sie sich in der Mittagspause. Gehen Sie mit Kollegen spazieren.
  • Parken Sie ein Stück weiter weg und gehen Sie das letzte Stück zum Arbeitsplatz.
  • Wenn Sie Fernsehen gucken, stehen Sie in der Werbepause auf und gehen Sie umher.
  • Wenn Sie telefonieren, gehen Sie umher. Am besten nutzen Sie ein Headset, um die Belastungen auf die Halswirbelsäule so gering wie möglich zu halten.

Vermeiden Sie es, lange Zeit am Stück zu sitzen. Ihr Muskel-Skelett-Apparat wird es Ihnen danken.

08.03.2018 Ι aus der Praxis