Kontrolltermine bzw. Präventionstermine beim Zahnarzt, beim Frauenarzt oder beim Urologen kennt man. Aber beim Chiropraktor? Eine Studie hat nun herausgefunden, dass vorbeugende Behandlungen beim Chiropraktor effektiver sind als Behandlungen, wenn erstmal Schmerzen da sind.

Die Forscher um Andreas Eklund nahmen präventive Behandlungen, also vorbeugende Behandlungen, beim Chiropraktor in den Blick. Die meisten Personen mit nichtspezifischen Rückenschmerzen erleben immer mal wieder Rückenschmerzen-Episoden und bei einigen werden die Rückenschmerzen hartnäckig. Prävention, also Vorbeugung, sollte daher angestrebt werden, mit dem Ziel, neuen Episoden vorzubeugen oder die Auswirkungen von Rückenschmerzen zu minimieren. Chiropraktoren greifen üblicherweise auf Behandlungspläne zurück, um Checktermine zu vereinbaren mit dem Ziel der Vorbeugung (Prävention). Das Ziel der Studie war, den Effekt von vorbeugenden Behandlungsplänen im Vergleich zu symptomatischen Behandlungen auf wiederholende und hartnäckige Rückenschmerzen zu erforschen.

Die Studie war als klinischer Versuch angelegt und wurde in Schweden durchgeführt [Anm.: In Schweden gibt es nur Chiropraktoren mit akkreditiertem 5-jährigem Universitätsstudium und keine Chiropraktiker]. Personen mit wiederkehrenden oder hartnäckigen Rückenschmerzen wurden entweder dem Präventionsprogramm (Behandlung in definierten Abständen unabhängig von Symptomen) oder der symptomatischen Behandlung (Behandlung, wenn der Patient sich mit Schmerzen vorstellt) zugeschlagen. Die Präventionsgruppe bestand aus 163 Personen, die Kontrollgruppe bestand aus 154 Personen. Der klinische Versuch war pragmatisch in dem Sinne, dass der Behandlungsinhalt dem Chiropraktor überlassen wurde. Im Präventionsprogramm wurden Termine zwischen einem und drei Monaten vereinbart. In der Kontrollgruppe, wurden die Teilnehmer angehalten, sich vorzustellen, wenn sie Schmerzen haben. Alle Studienteilnehmer wurden mit wöchentlichen SMS über einen Zeitraum von 52 Wochen (ein Jahr) begleitet, um das Ergebnis „Anzahl der Tage mit schmerzendem Rücken“ zu messen.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Die Personen im Präventionsprogramm berichteten über 19,3% weniger Rückenschmerzen als die Kontrollgruppe über 12 Monate. Bei Patienten mit wiederkehrenden chronischen Rückenschmerzen reduzieren präventive Termine (Intervall zwischen einem und drei Monaten) den durchschnittlichen Schmerz um circa 20 Tage/Jahr im Vergleich zu Patienten, die sich akut vorstellten, wenn sie Schmerzen hatten. Die Teilnehmer des Präventionsprogramms hatten durchschnittlich sieben Termine pro Jahr. Die Teilnehmer in der Kontrollgruppe nahmen durchschnittlich fünf Termine im Jahr wahr.

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Daraus schlossen die Forscher, dass Behandlungen durch einen Chiropraktor als Prävention, also zur Vorbeugung, unabhängig von Symptomen effektiver ist als symptomatische Behandlungen, nach dem Schmerz aufgetreten ist und zwar im Hinblick darauf, die Tage mit Schmerzen zu reduzieren bei Patienten mit wiederkehrenden oder hartnäckigen Rückenschmerzen.

Quelle: Eklund, Andreas/Jensen, Irene/Lohea-Karlsson, Malin/Hagberg, Jan/Bodin, Lennart/Lebouf-Yde, Charlotte/Kongsted, Alice/Axén, Iben 2017: Prevention of low back pain: effect of chiropractic maintenance care as compared to symptomatic treatment – a pragmatic randomized clinical trial, ECU Convention 2017 research presentations, Limassol, Cyprus, 25-27 May 2017, https://chiromt.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12998-017-0166-7 (abgerufen am 18.01.2018).

18.01.2018 Ι aus der Forschung