Was ist Schmerz? Welche Typen gibt es?

Jeder erlebt einmal Schmerzen. Doch was genau ist Schmerz und wie misst man Schmerz? Die Entwicklung einer allgemeinen Schmerzskala ist schwierig, da jeder eine etwas andere physische Reaktion auf Schmerzstimulation hat. Wissenschaftler bezeichnen Schmerz als eine unangenehme sensorische und emotionale Wahrnehmung, die mit Gewebeschädigung oder möglicher Gewebeschädigung einhergeht (vgl. IASP 2018). Die Annahme, es komme zu einer Gewebeschädigung, ist allerdings überholt. Schmerz ist nicht nur ein spürbares und emotionales Ereignis, sondern vor allem eine subjektive Erfahrung. Auf einer Skala von 0 bis 10 (0 = kein Schmerz, 10= unaushaltbarer Schmerz), könnte die eine Person den Schmerz, wenn sie sich an Papier geschnitten hat, mit 2 bewerten, für eine andere Person ist dies bereits eine 4 auf der Schmerzskala.

Einen großen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung hat unser psychischer Zustand. Es ist unmöglich, psychisch ausgelösten Schmerz von Schmerz, der von Gewebeschädigung ausgelöst wurde, zu trennen. Wir verbinden Schmerz oft mit einer Verletzung, doch es gibt viele Arten von Schmerz, die nicht durch Gewebeschädigung ausgelöst werden, oder der Schmerz besteht, obgleich die Gewebeschädigung verheilt ist. Dass keine Verletzung oder Gewebeschädigung vorliegt, heißt nicht, dass der Schmerz nicht real ist. Es kann sein, dass der Schmerz auch in Abwesenheit von aktueller Schädigung weiter besteht. Dies macht es zu einer Herausforderung, Schmerz zu diagnostizieren und zu behandeln. Chiropraktoren sind dafür ausgebildet, mit Schmerzpatienten umzugehen und Schmerzen zu managen.

Die Wirbelsäule, Muskeln und das Nervensystem sind die häufigste Ursache für Langzeit-Schmerz und körperliche Einschränkungen. Circa 80% der Erwachsenen erleben Rückenschmerzen, Muskelschmerzen oder Schmerzen im Nervensystem irgendwann in ihrem Leben. Diese Typen von Schmerz basieren auf wiederholter Belastung, Überlastung und Verletzungen, die durch körperliche Aktivität verursacht werden. Schmerzen im unteren Rücken (Lendenwirbelbereich) ist das am weitesten verbreitete Beispiel. Symptome umfassen:

  • Lokaler oder weiter gefasster Schmerz, der durch Bewegung schlimmer wird
  • Steifes und schmerzhaftes Gefühl im Körper
  • Müdigkeit
  • Muskelzucken
  • Brennendes/heißes Gefühl
  • Taubheit/Kribbeln

Die Symptome von Rückenschmerzen, Muskelschmerzen und Nervenschmerzen sind unterschiedlich von Person zu Person. Bestimmte Symptome stehen mit bestimmten Körperstrukturen im Zusammenhang:

  • Muskel- und Bänderschmerz: stumpfer Schmerz oder ziehende oder drückende Empfindung
  • Gelenkschmerz: steifer schmerzhafte Empfindung, die sich bei Bewegung des Gelenks verschlimmert, kann mit Rötung und/oder Schwellung einhergehen
  • Nervenschmerz: brennender, hineinschießender Schmerz oder taube, kribbelnde Empfindung, kann mit Kraftverlust oder Muskelzittern einhergehen
  • Knochenschmerz: tiefer, durchdringender oder stumpfer Schmerz

Schmerzen in der Wirbelsäule, an den Muskeln oder im Nervensystem werden am Besten behandelt, indem die Ursache identifiziert und behandelt wird. Nur die Symptome zu lindern (z. B. durch Schmerzmittel), führt nicht zu einer nachhaltigen und langfristigen Besserung der Beschwerden. Ein Chiropraktor ist Experte für Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder und darin ausgebildet, Schmerzen im Muskel-Skelett-Apparat zu identifizieren und zu behandeln. Dies erlernt ein Chiropraktor durch ein fünfjähriges Universitätsstudium an einer akkreditierten Universität mit anschließendem Praktischem Jahr.

Quelle: IASP 2018: International Association of the Study of Pain: IASP Taxonomy, unter: https://www.iasp-pain.org/Taxonomy (abgerufen am 15.01.2018).

15.01.2018 Ι aus der Praxis

2018-01-23T08:00:07+00:00