Schmerzmittel: Verbesserung der Symptome?

Verbessern Schmerzmittel die Symptome? Dies haben Forscher aus der Schweiz untersucht.

Die Verschreibung von Schmerzmittel wird als Behandlungsmethode von Chiropraktoren weltweit kontrovers diskutiert. In einigen Staaten wurde Chiropraktoren das Recht zur beschränkten Verschreibung  gewährt. Einer dieser Staaten ist die Schweiz. Die Studie des Forscherteams der Universitätsklinik Balgrist hatte zwei Ziele: Zum einen sollten die Patientenfaktoren, die mit der Schmerzmitteleinnahme einhergehen, offen gelegt werden. Zum anderen sollte offen gelegt werden, ob es Unterschiede im Behandlungsergebnis bei Patienten, die auf Schmerzmittel zurückgreifen, und bei Patienten, die keine Schmerzmittel nehmen, gibt.

An der Studie nahmen 1.077 Erwachsene mit Rückenschmerzen mit unterschiedlicher Dauer ein. An der Studie konnte nur teilnehmen, wer keine chiropraktische Behandlung in den letzten drei Monaten vor Studienbeginn erhalten hat. Die Patienten füllten zu Beginn der Studie einen Fragebogen mit Angaben zur Einnahme von Schmerzmitteln und zu demographischen Daten aus. Schmerzstärke und Bewegungseinschränkungen im Alltag wurden zu Beginn der Studie anhand zweier standardisierter Fragebogen erhoben. Die Behandlungsergebnisse wurden nach einer Woche, nach einem Monat und nach drei Monaten abgefragt. Die standardisierte Skala der Veränderung aus Sicht des Patienten („Patient’s Global Impression of Change“ ) wurde ebenfalls zu den genannten Zeitpunkten erhoben. Mithilfe statistischer Analyseverfahren wurden die demographischen Faktoren zwischen Schmerzmitteleinnehmern und Schmerzmittelverzichtern sowie die Ergebnisse für Schmerz und Bewegungseinschränkung zwischen den beiden Gruppen zu Beginn der Studie und zu allen Zeitpunkten ausgewertet. Der Anteil der Patienten, denen es nach eigener Einschätzung besser ging, wurde statistisch zwischen den beiden Gruppen verglichen.

Bei Akutpatienten lag die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie zu Schmerzmittel griffen. Dies traf neben Akutpatienten auch auf Patienten mit Radikulopathie (Anm.: Nervenwurzelreizung), auf Raucher und Patienten, die ihren allgemeinen Gesundheitszustand unterdurchschnittlich sahen, zu. Schmerzmitteleinnehmer hatten stärkere Schmerzen und höhere Bewegungseinschränkungen zu Studienbeginn. Gleichwohl gab es keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich des Anteils von Patienten, die über Besserung berichteten, zwischen den beiden Gruppen – zu keinem Zeitpunkt. Es gab zudem auch keine Unterschiede hinsichtlich des Schmerzwertes abgesehen von dem Messpunkt nach einer Woche. Die Werte für Bewegungseinschränkungen lagen bei Schmerzmitteleinnehmern zu allen Zeitpunkten höher. Zum Zeitpunkt nach drei Monaten gab es weniger als einen Punkt Differenz.

Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher? Schmerzmitteleinnehmer sind eher Akutpatienten, stellen sich mit Radikulopathie vor, sind Raucher und haben einen unterdurchschnittlichen allgemeinen Gesundheitszustand. Es gibt keinen Unterschied hinsichtlich der Verbesserung der Symptome zwischen Schmerzmitteleinnehmern und Schmerzmittelverzichtern zu irgendeinem Messzeitpunkt.

Quelle: Minder, Corinne/Peterson, Cynthia/Humphreys, Kim 2017: Factors associated with pain medication use in chiropractic low back pain patients and relation to treatment outcomes: a prospective outcomes study, Oral research paper presentations at ECU convention, Limassol, Cyprus. 25-27 May 2017, unter: https://chiromt.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12998-017-0166-7 (abgerufen am 10.01.2018).

10.01.2018 Ι aus der Forschung

2018-01-10T11:36:06+00:00