Jedes dritte Schulkind leidet unter starken Rückenschmerzen

Viele Kinder verspüren kurzfristige Rückenschmerzen, die sie nicht weiter belästigen. Eine dreijährige Studie mit ca. 1400 Schülern im Alter von acht bis 15 Jahren in Dänemark ergab, dass langfristige Rückenschmerzen bei Schulkindern ernst genommen werden sollten, da Rückenschmerzen bei Kindern die Gefahr birgt, zu chronischen Rückenschmerzen im Erwachsenenalter zu führen.

Es ist sehr wichtig, dass Eltern sich der Rückenschmerzen ihrer Kinder bewusst sind. Wenn Schulkinder eine Zeit lang über Rückenschmerzen klagen, sollten die Eltern darauf reagieren, um zu verhindern, dass sich die Schmerzen entwickeln. „Es ist schwer zu sagen, ob man sich nach einigen Tagen oder Wochen, in denen das Kind Schmerzen hat, Sorgen machen sollte. Generell gilt das Gleiche wie bei Erwachsenen: Sobald der Schmerz beginnt, das Kind zu belästigen, oder der Schmerzpegel zu hoch ist, sollten die Eltern sich um das Kind kümmern“, so Kristin Boe vom Institut für Sport und Biomechanik von der Süddänischen Universität.

Es ist sinnvoll, das Kind bei einem Chiropraktor (Anm.: kein Chiropraktiker, sondern ein Mitglied der Deutschen Chiropraktoren Gesellschaft) vorzustellen. Dieser ist darin geschult, die Behandlungstechniken an das Alter des Kindes anzupassen.

Für die Forschungsstudie in Dänemark wurden Daten per SMS gesammelt. Die Eltern, deren Kinder an der Studie teilnahmen, erhielten wöchentlich eine SMS und wurden zu eventuellen Schmerzen ihrer Kinder in Gelenken und Muskeln gefragt und welche Art von Sport ihr Kind in der vorangegangenen Woche gemacht hat. Die Forscher analysierten die Daten und stellten fest, dass die Hälfte aller Studienteilnehmer irgendwann in den drei Jahren, in denen die Studie durchgeführt wurde, an Rückenschmerzen litten. Darüber hinaus gab es eine kleine Gruppe von Kindern, die in mehr als 50% der Abfrage von Rückenschmerzen berichteten.

Wenn jemand Rückenschmerzen hat, verwendet er in der Regel ein kleineres Bewegungsrepertoire. Anders gesagt: Wenn man einige Bewegungen macht, tut es weh. Man gewöhnt sich schnell daran. Aber: Schmerzen verursachen ungewöhnliche Bewegungsmuster mit einseitigen Belastungen und das hilft dem Schmerz nicht, den man hat. Die Forschung hat gezeigt, dass das Wissen über die Rücken- und Schmerzmechanismen dem Patienten Selbstvertrauen gibt und die Erfahrung verbessert, dass man die Krankheit selbst beeinflussen kann. Sowohl bei Rückenschmerzen als auch bei anderen chronischen Schmerzen verbessern Patientenbeteiligung und Patientenwissen die Lebensqualität und werden daher in die Gesundheitsversorgung in Dänemark eingeführt.

15.12.2017 Ι aus der Forschung

2017-12-15T08:37:44+00:00