Spinalkanalstenose – Chiropraktik beim Chiropraktor wird laut Nationaler Klinischer Richtlinie in Dänemark empfohlen.

Die Dänische Gesundheitsbehörde hat am 25.9.2017 eine neue Nationale Klinische Richtlinie erlassen. Die Richtlinie bezieht sich auf die Behandlung von Spinalkanalstenose, also einer Verengung des Wirbelsäulenkanals. Eine Veränderung der Wirbelsäule übt Druck auf die Nerven des Rückenmarkes aus. Die Nationale Klinische Richtlinie bezieht sich auf Patienten über 65 Jahre mit Spinalkanalstenose in der Lendenwirbelsäule, die sich selbst als signifikant beeinträchtigt einschätzen.

Spinalkanalstenose, Chiropraktor, Chiropraktik, Hamburg, Rückenschmerzen, LendenwirbelsäuleDie Dänische Gesundheitsbehörde empfiehlt:

  • Keine routinemäßige Gelenkmobilisation im Lendenwirbelbereich, da die vorteilhafte Wirkung unsicher ist. Bei Rückenschmerzen und gleichzeitigen neurogenen Schmerzen kann eine gelenkmobilisierende Behandlung (Chiropraktik) empfohlen werden.
  • Die Verwendung von Opiaten nur nach sorgfältiger Abwägung. Die positive Wirkung ist ungewiss und es besteht das Risiko von Nebenwirkungen. Zur Behandlung neurogener Schmerzen werden keine Opiate empfohlen. Bei gleichzeitigen Rückenschmerzen kann die kurzzeitige Verwendung von Opiaten in Betracht gezogen werden.
  • Die Verwendung von Medikamenten gegen neurogene Schmerzen nur nach sorgfältiger Abwägung, da die positive Wirkung unsicher ist und das Risiko von Nebenwirkungen besteht.
  • Die Vermeidung von Paracetamol, da die positive Wirkung unsicher und nicht nachgewiesen ist.
  • Die Vermeidung von NSAID (nicht steriode Entzündungshemmer), da die positive Wirkung unsicher ist und das Risiko von Nebenwirkungen besteht.
  • Die Vermeidung von Muskelentspannungsmedikamenten, da die positive Wirkung unsicher ist und das Risiko von Nebenwirkungen besteht.
  • Zur medikamentösen Behandlung, falls erforderlich, von Muskelschmerzen und Muskelverspannungen primär Analgetika oder entzündungshemmende Mittel.
  • Eine Operation in Form von Dekompression nur, wenn die vorherige nicht-chirurgische Behandlung keine ausreichende Wirkung gezeigt hat und der Patient stark beeinträchtigt ist und die Diagnose lumbaler Spinalkanalstenose durch entsprechende Bilddiagnose unterstützt wurde.
  • Zur Dekompression eine Versteifungsoperation nur nach sorgfältiger Abwägung, da die positive Wirkung unsicher ist. Im Falle von Instabilität der Lendenwirbelsäule belegt durch Röntgenaufnahmen im Stehen können Versteifungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden.
  • Rehabilitation durch überwachtes Training nach Operation, da es im Allgemeinen positive Auswirkungen von Bewegung und keine schädlichen Konsequenzen gibt.

Was bedeutet das für die Chiropraktik?

Wenn Rückenschmerzen mit ausstrahlenden Schmerzen vorhanden sind, ist eine Vorstellung bei einem Chiropraktor (kein Chiropraktiker) sinnvoll.

Quelle: Dänische Gesundheitsbehörde 2017: National klinisk retninglinje behandling af lumbal spinalstenose, Sundhedsstyrelsen, https://www.sst.dk/da/udgivelser/2017/~/media/CE01FC0183154F43887AD323B3DDCAEF.ashx (abgerufen am 12.10.2017).

23.10.2017 Ι aus der Forschung