Stenose in der Lendenwirbelsäule (unterer Rücken), d. h. lumbale Stenose, ist der häufigsten Grund für eine Rückenoperation bei Erwachsenen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass ein operativer Eingriff für verschiedene Fälle von Stenose effektiv ist. Gleichwohl sind viele Patienten mit schwachen bis moderaten Symptomen einer Stenose keine Kandidaten für eine Operation. Diese Patienten und ihre Behandler suchen effektive nicht-operative Behandlungsmethoden für ihre Symptome. Es liegen wenige Forschungsarbeiten zur vergleichenden Effektivität in diesem Bereich vor. Die bestehende Wissenslücke hat die Ausarbeitung von klinischen Leitlinien für nicht-operative Behandlungsmethoden bei lumbaler Stenose behindert.

Die Studie der Forschergruppe um Mike Schneider der Universität Pittsburgh ist als klinischer Kontrollversuch angelegt und wurde im Zeitraum November 2013 bis Oktober 2016 durchgeführt. 180 Personen >60 Jahre, die sowohl eine Diagnose für Stenose, die durch bildgebende Verfahren bestätigt wurde, als auch Anzeichen bzw. Symptome, die übereinstimmen mit der klinischen Diagnose lumbaler Spinalkanalstenose, die durch klinische Untersuchung bestätigt wurde. Die Studienteilnehmer wurden drei Gruppen zugeteilt: (1) normale medizinische Behandlung, (2) auf die Person zugeschnittene manuelle Therapie und Reha-Übungen und (3) Übungen in der Gruppe. Alle Studienteilnehmer erhielten die jeweilige Behandlungsmethode über einen Zeitraum von sechs Wochen. Methodisch wurden die Ergebnisse auf subjektiver Ebene mit dem Schweizer Stenose Fragebogen, der auf eigener Einschätzung von Schmerz bzw. Funktion basiert, festgehalten. Auf objektiver Ebene wurden die Ergebnisse mit einem Gehtest festgehalten, um die Gehfähigkeit zu messen. Das zweite objektive Ergebnis war eine Messung der physischen Aktivität im Alltag mit Hilfe des SenseWear Armbands, einem Gerät, das für eine Woche am Oberarm getragen wurde. Die Forscher nutzten lineare Modelle, um die Effekte jeder Behandlungsgruppe auf die Veränderung jeder Ergebnismesszahl zu vergleichen. In der sekundären Analyse nutzten die Forscher Responder Analysen pro Gruppe und explorative Analysen der potenziellen vorhersagenden Faktoren am Ausgangspunkt. Die Studie zielte darauf ab, Evidenz, das heißt wissenschaftliche Ergebnisse, zu erzeugen, um Patienten und medizinisches Personal über die klinischen Vorteile der drei nicht-operativen Behandlungsmethoden bei Symptomen von lumbaler Spinalkanalstenose zu informieren.

Quelle: Schneider, M/Ammedolia, C/Murphy, D/Glick, R/Piva, S/Hile, E/Tudorascu, D/Morton, SC 2014: Comparison of non-surgical treatment methods for patients with lumbar spinal stenosis: protocol for a randomized controlled trial, in: Chiropractic & manual therapies, 10:22, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24872875 (abgerufen am 27.6.2017)

28.08.2017 Ι aus der Forschung