Ein internationales Expertengremium sprach sich deutlich gegen die Arthroskopie bei fast allen Patienten mit degenerativer Knieschädigung aus. Kniearthroskopie ist der weit verbreiteste orthopädische Eingriff in Staaten mit verfügbaren Daten. Hintergrund für die Ablehnung der Kniearthroskopie ist eine Forschungsstudie, die 2016 veröffentlicht wurde.

Chiropraktor-Haus-Hamburg-Knie-Arthrose_2Die Forscher fanden heraus, dass die Ergebnisse einer Arthroskopie des Knies nicht besser waren als die Ergebnisse von Bewegungstherapie. Die untersuchten Patienten hatten einen degenerativen medialen Meniskusriss. Aufgrund der Forschungsergebnisse wurde ein Expertengremium einberufen, das die gesamte aktuelle Forschung in diesem Bereich prüfte. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass eine Arthroskopie im Schnitt zu keiner anhaltenden Verbesserung der Schmerzen und Funktion führt. Es gebe wissenschaftlich fundierte Nachweise für Nachteile, aber keine Nachweise für einen wesentlichen anhaltenden Nutzen. Daher lehnen die Experten eine routinemäßige Arthroskopie bei Knieschädigung ab. Sie gaben eine entsprechende „Rapid Recommendation“ ab. Die Empfehlung gilt für Patienten mit oder ohne bildgebendem Nachweis von Osteoarthritis, mechanischen Symptomen oder plötzlichem Symptomen.

Die neue klinische Praxisleitlinie wurde im Rahmen des Projekts „BMJ Rapid Recommendation“ entwickelt. Das Ziel des Projekt ist es, dass innerhalb von 90 Tagen Gegenüberstellungen und weitere unterstützende Instrumente verfügbar sind, wenn es neue wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, die die Praxis verändern können, gibt.

Quelle: BMJ 2017: Arthroscopic surgery for degenerative knee arthritis and meniscal tears: a clinical practice guideline, unter: http://www.bmj.com/content/357/bmj.j1982 (abgerufen am 24.5.2017)

24.05.2017 Ι aus der Forschung