Rückenfreundliche Gartenarbeit

Viele arbeiten nun im Garten. Blumenzwiebeln setzen, Rosen pflanzen, den Gartenteich pflegen, Gräser und Stauden für die kalte Jahreszeit vorbereiten, Kübelpflanzen ins Winterquartier bringen. Es gibt viel zu tun. Sind Sie sich Ihrer Körperhaltung bewusst, wenn Sie im Garten arbeiten? Bei der Gartenarbeit arbeiten viele in Körperhaltungen, die eine Belastung insbesondere für den Rücken, Schulter und den Nacken darstellen. Falsche Körperhaltung bei der Gartenarbeit kann zu Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich und vielen anderen biomechanischen Problemen bzw. Schmerzen führen.

Wir haben ein paar Tipps für Sie:

  • Wärmen Sie sich auf. Gartenarbeit stellt eine Beanspruchung der Muskulatur dar und ist wie Sport zu betrachten. Sie können sich aufwärmen, indem Sie 10 min gehen (auch auf der Stelle), dann marschieren (Knie heranziehen) und mit den Armen schwingen.
  • Dehnen Sie sich ein bisschen.
  • Arbeiten Sie nicht in vorgebeugter Haltung mit krummem Rücken und/oder vorgeschobenem Kopf. Gehen Sie stattdessen immer mit geradem Rücken in die Hocke.
  • Wenn Sie auf dem Boden arbeiten und dies längere Zeit in Anspruch nehmen wird, knien Sie sich am Besten hin. Strecken Sie die Arme nicht so weit nach vorne aus, sondern rücken Sie lieber öfters nach. Vermeiden Sie es, sich mit durchgedrückten Beinen nach vorne zu beugen und nach dem Unkraut zu angeln.
  • Wenn Sie etwas hochheben wollen, beugen Sie sich nicht hinunter. Stellen Sie sich nah an das Objekt. Gehen Sie mit geradem Oberkörper in die Knie und langsam mit geradem Oberkörper wieder hoch. Nehmen Sie Ihre Beinmuskulatur zu Hilfe. Halten Sie das Objekt möglichst dicht am Körper.
  • Drehen Sie sich immer mit dem ganzen Körper und niemals nur mit dem Oberkörper, während Sie etwas heben.
  • Erleichtern Sie sich das Bewegen von schweren Dingen wie einen Sack Blumenerde oder bepflanzten Kübeln oder Kästen, indem Sie sie auf ein Rollbrett stellen und rollen statt sie an den vorgesehenen Platz zu schleppen.
  • Bewässern Sie möglichst wenig mit der Gießkanne. Nehmen Sie lieber den Gartenschlauch. Wenn Sie mit der Gießkanne wässern, nehmen Sie am Besten zwei kleinere in jede Hand, um das Gewicht auszugleichen, statt eine 10l-Kanne voll zu füllen und sie mit einer Hand zu tragen.
  • Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen.
  • Nehmen Sie leichte und höhen- bzw. längenverstellbare Gartengeräte zur Hilfe.
  • Verändern Sie Ihre Körperhaltung. Wechseln Sie Ihre Tätigkeit ab. Vermeiden Sie es, über längere Zeit oder womöglich stundenlang dieselben Bewegungen zu machen.
  • Machen Sie Pause (am Besten alle 30min). Wenn Sie Pause machen, gehen Sie umher, schwingen Sie die Arme und dehnen Sie sich ein bisschen.
  • Ziehen Sie sich nach der Gartenarbeit nicht aus. Sie könnten sonst, da Sie erhitzt sind, einen Zug bekommen.
  • Teilen Sie sich die Gartenarbeit ein. Bringen Sie nicht den ganzen Garten an einem Tag in Schuss.

Achten Sie bei der Gartenarbeit auf Ihre Körperhaltung! Ihr Rücken, Ihre Schultern und Ihr Nacken werden es Ihnen danken.

24.10.2016 Ι aus der Praxis

By | 2016-11-02T08:52:19+00:00 Oktober 24th, 2016|aus der Praxis|0 Comments