Eine Depression führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Rückenschmerzen, wie eine Studie nachweisen konnte.

Eine Forschergruppe um Markus Hübscher hat den Zusammenhang zwischen Depression und Rückenschmerzen, genauer gesagt Schmerzen im Lendenwirbelbereich, untersucht. Dabei sollte auch die körperliche Verfassung berücksichtigt werden. In der Studie wurden 2446 Zwillinge über 70 Jahre untersucht. Die Daten zu Symptomen von Depression und selbst eingeschätzter körperlicher Verfassung basieren auf einer Langzeitstudie mit dänischen Zwillingen. Zu Beginn der Studie wurde die Depressionssymptomatik gemessen. Dann wurde der Zusammenhang zwischen Symptomen einer Depression und Schmerzen im Lendenwirbelbereich zwei Jahre später mit Hilfe einer Regressionsanalyse untersucht. Um den abmildernden Einfluss der körperlichen Verfassung zu untersuchen, wurde die Interaktion der körperlichen Verfassung mit Depression getestet. Was war das Ergebnis der Studie? Hohe Depressionswerte waren verbunden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Schmerzen im Lendenwirbelbereich (Rückenschmerzen). Es gab keinen statistisch relevanten Zusammenhang zwischen schwacher bzw. untrainierter körperlicher Verfassung und Depression sowie zwischen starker körperlicher Verfassung und Depression. Die Forscher kamen zu folgendem Schluss: Hohe Depressionswerte sagten Schmerzen im Lendenwirbelbereich voraus. Dieser Effekt ist anscheinend unabhängig von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen. Physische Aktivität (z. B. Sport) milderte den Effekt von Depression auf Schmerzen im Lendenwirbelbereich nicht.

Quelle: Hübscher, Markus/Hartvigsen, Jan/ Fernandez, Matthew/ Christensen, Kaare/ Ferreira, Paulo 2016: Does physical activity moderate the relationship between depression symptomatology and low back pain?: Cohort and co-twin control analyses nested in the longitudinal study of aging Danish twins (LSADT), in: European Spine Journal, vol 25, nr. 4, 1226-33, unter: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00586-015-4138-0 (abgerufen am 18.10.2016) .

18.10.2016 Ι aus der Forschung