Kann man an Rückenschmerzen sterben? Gibt es die Todesursache Muskel-Skelett-Probleme? Nach einem Bericht des National Australian Institute of Health and Welfare gehen 4,7% aller Todesfälle in Australien im Jahr 2013 (6.963 Personen) auf Krankheiten von Gelenken und Muskeln zurück. 20161007-skelett-mit-logo_1500pxDie Ergebnisse der Studie zeigen, dass wir von dem Glauben Abstand nehmen sollten, dass Muskel-Skelett-Krankheiten zwar unangenehm sind, aber zum Glück nicht tödlich. Jan Hartvigsen, Forschungsleiter am Institut für Sportwissenschaften und Klinische Biomechanik an der Süddänischen Universität, zeigte sich von den Studienergebnissen wenig überrascht: „Es gibt solide Beweise dafür, dass Menschen mit Muskel-Skelett-Krankheiten sowohl physische als auch psychische Probleme haben. Wir forschen derzeit am Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen, anderen Krankheiten und Sterblichkeit. In dem Projekt werden wir mit australischen Forschern zusammenarbeiten“. Er erläutert dies am Beispiel von Arthrose. Arthrose selbst sei keine tödliche Krankheit in dem Sinne, dass man von einem auf den anderen Tag tot umfalle. Es seien die Komplikationen, die die Sterblichkeit bei Menschen, die an Arthrose leiden, erhöhten. Ein aktives Leben mit viel Bewegung und sozialen Kontakten helfe. Das Problem sei, dass viele Menschen mit Schmerzen sich nicht viel bewegen (können) und häufig depressiv und sozial isoliert seien, so Hartvigsen.

Zur Information: In Deutschland gingen 2014 3317 Todesfälle auf Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes zurück. Das sind 0,38% der Todesfälle (eigene Berechnungen auf Basis von Destatis 2016).

Quelle: Ondt i ryggen er ikke noget, man dør af. Eller er det?, in: Kirporaktorguide, unter: http://dgcommunications.createsend.com/t/ViewEmailArchive/r/F405617399437FE22540EF23F30FEDED/C67FD2F38AC4859C/ (abgerufen am 14.9.2016).

Destatis 2016: Gestorbene nach Todesursachen, https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/GestorbeneAnzahl.html (abgerufen am 14.9.2016).

07.10.2016 Ι aus der Forschung